Junts stimmt mit Nein zu Wohnungsbau, Wahlgerüchte machen die Runde
Einer nach dem anderen. Stehend. Laut. Der spanische Kongress beschloss, dass über die beiden Wohnungs-Dekretgesetze per Namensaufruf abgestimmt wird, auf Antrag von PSOE und Sumar – ein Schachzug, der als Druckmittel gelesen wurde, damit sich niemand hinter der Anonymität des Knopfdrucks verstecken konnte. Der Tag begann damit, dass Junts am Donnerstagabend bestätigte, gegen die Vorlagen zu stimmen, während PP, UPN und Vox in derselben Ablehnung vereint sind. Ohne eine letzte Wendung verfallen die Texte. Die Regierung reagierte mit einer Botschaft in den sozialen Medien: Sie stehe auf der Seite des Volkes, und das Volk werde über diejenigen richten, die nicht dafür stimmen. Der Haken: Zwei der genannten Gruppen gehören gar nicht zum Block, der sie im Amt hält.
Warum stimmt Junts gegen die Wohnungsdekrete?
Junts forderte die Regierung am Vorabend auf, beide Königliche Dekretgesetze zurückzuziehen und einen neuen Entwurf zu verfassen, der ihre Bedingungen erfüllt. Die Regierung lehnte ab. Von da an wird die Konstellation interessant: Nach der Lesart, die im Thread kursiert, stützt die katalanische Partei die Regierung nicht aus Überzeugung, sondern gegen Bezahlung. Denselben Überlegungen zufolge braucht sie, falls das Ziel weiterhin die Unabhängigkeit bleibt, einen lebenden Sánchez in La Moncloa (Amtssitz des Ministerpräsidenten), denn kein anderer Mieter zahlt ihr dasselbe. Diese Argumentation führt zu einer unbequemen Schlussfolgerung: Das Nein von Junts wäre ein Schaufenster-Nein, mit offener Tür für eine Enthaltung in letzter Minute.
Dem steht das Gegenargument entgegen. Dieselben Gruppen stimmten bereits in der vergangenen Legislaturperiode gegen Wohnungsmaßnahmen, so die Liste, die die Regierung selbst in Umlauf gebracht hat, und jedes Mal, wenn ein Dekret fällt, wird der Lärm lauter. Dass sie sich zeigen und das Nein vollziehen, hat mehr Wahrscheinlichkeit, als es scheint.
Was ändert die Abstimmung per lautem Namensaufruf?
Mit dem Namensaufruf verschwindet die Ausrede des Versehens. Es gibt keinen Knopf, den man versehentlich drückt, keinen Abgeordneten, der sich im Sitz irrt: Jeder nennt seine Stimme, und sie wird festgehalten. Das Manöver hat eine zweite Ebene, und die ist die unbequemste. Eine kritische Linie vermutet, das Ziel sei, die Nein-Stimmer bloßzustellen, damit ihnen nahestehende Vereinigungen anschließend gegen sie vorgehen können. Die Antwort kommt von der anderen Seite: Noch bis vor Kurzem war dieses Repertoire das Alleingut der radikalsten Linken, und jetzt wird es aus dem Kongress selbst praktiziert.
Die Stimmung war schon vor der Abstimmung aufgeheizt. Die Sitzung brachte wüste Reden, Abgeordnete, die aufstanden und gingen, und eine Räumung – die von Maricarmen –, die zum Symbol der gesamten Debatte wurde. Daran hat sich die Erwiderung von Vox im Plenum festgemacht, während die Zeltlager auf der Puerta del Sol als Kulisse wuchsen.
Gibt es Neuwahlen, und warum wird der 29. November genannt?
Niemand hat es bestätigt, und das sollte man sagen, bevor es weitergeht. Was es gibt, ist ein Gerücht, das sich im sozialistischen Lager verbreitet und die Ausrufung auf kommende Woche datiert, mit Wahltermin am 29. November. Die Gesten nähren den Verdacht: Sánchez hielt seine Rede und verließ den Plenarsaal, ohne den übrigen Fraktionen zuzuhören, und Yolanda Díaz tat es ihm gleich. Diese Art von Theatralik, so diejenigen, die auf eine vorgezogene Wahl setzen, mache man, wenn die Entscheidung für die Urnen bereits gefallen ist.
Die Rechnungen gehen auseinander. Manche sehen den rechten Block bei rund 180 Sitzen, unter den Umfragen, die ihm über 200 eingeräumt hatten, andere glauben, dass die Straßenunruhen das Spielfeld erneut umordnen. Das Einzige Solide des Tages: Die Sitzung endete mit einem möglichen Datum und ohne Dekret.
Die Räumung, die Zeltlager und das Gesetz, das es längst gab
Der rechtliche Rahmen entstand nicht diese Woche. Das RDL 7/2019 verlängerte die Dauer von Mietverträgen auf fünf und sieben Jahre, und auch über seine Bestätigung wurde damals abgestimmt. Zur Räumung, die die Debatte beherrscht, kursierte eine unbequeme Erwiderung: Das Ley LAU von 1994 (das spanische Mietrecht), auf dessen Grundlage sie vollzogen wurde, wurde von einem Ministerrat verabschiedet, an dem die Mutter eines Parteiführers beteiligt war, so die Erinnerung. Familiennamen, so das Argument, taugen nicht für alles.
Der eigentliche Kern ist der alte, sagen die Kritischsten gegenüber allen Seiten. Seit dem Platzen der Immobilienblase hat niemand die Struktur des Problems angefasst: Keine der Seiten hat die Eskalation gestoppt, die heute wieder eine Familie auf die Straße bringt und Zeltlager speist, die – so wurde im Thread berichtet – in mehreren Städten wachsen. Der Text, der diesen Freitag zur Abstimmung stand, stammt aus dem Ministerrat eben dieser Woche. Vom BOE (dem offiziellen Staatsanzeiger) in den Papierkorb innerhalb weniger Tage. Das ist die echte Klammer der Wohnungspolitik in Spanien.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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