Spaniens Wirtschaftswunder schwindet: Aktivität bricht ein

Anwälte, Taxifahrer und Friseure melden einen starken Rückgang der Tätigkeit. Das Ende der EU-Fonds und Öl über 90 Dollar bedrohen die spanische Illusion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Wirtschaftswunder schwindet: Aktivität bricht ein
Tag 9 des Monats: Die Wirtschaft stoppt und das Wunder verblasst

Vier Freunde. Vier verschiedene Geschäfte. Eine Diagnose. Anwälte, Taxifahrer, Friseure: Sektoren, die nicht von einem einzelnen Kunden oder einer vorübergehenden Mode abhängen. Und alle sind sich ohne Ausnahme einig, dass die Aktivität eingebrochen ist. Dies ist kein Stammtischgespräch. Es ist das Thermometer einer Wirtschaft, die ihre Nähte zeigt.

Die Analyse legt eine unbequeme These nahe: Das Wachstum der letzten Jahre war kein eigener Verdienst. Es war eine gedopte Illusion, getragen von EU-Fonds, Masseneinwanderung und einem Tourismus, der nach der Pandemie stark zurückkehrte. Das Wirtschaftswunder existierte nie. Es war ein externer Booster, der nun erlischt.

Der Kalender, den niemand sehen will: Juli und August

Ein Datum schwebt über jeder Unterhaltung: Juli. Die EU-Fonds müssen vor diesem Monat abgewickelt sein, und August ist die letzte Rechnung, die noch eingehen kann. Danach wird der Hahn zugedreht. Wenn öffentliches Geld der Motor war, geht dem Motor der Sprit aus.

Hinzu kommt das Öl. Die Marke von 90 Dollar pro Barrel erscheint als kritischer Schwellenwert. Darüber beschleunigen sich die Ereignisse. Und es ist keine Theorie: Es gab bereits Abzugsbewegungen der USA, die die Region in einem heiklen Zustand hinterlassen haben. Straße von Hormus, Iran, Tanker... die Geopolitik drängt in die häusliche Wirtschaft.

Warum hängt die spanische Wirtschaft vom 24. bis zum 10. ab?

Das Muster wiederholt sich jeden Monat. Vom 24. bis zum 10. fließt die Wirtschaft. Der Lohn kommt rein, wird ausgegeben, die Bars füllen sich, die Terrassen werden besetzt. Danach beatmungspflichtiger Modus. Sparmodus. Hunger leiden bis zum nächsten Einkommen.

Dies ist die Wirtschaft des finanziellen Chiringuitos (Strandbars): ein monatlicher Zyklus, der den Produktivitätsmangel verschleiert. Denn das Grundproblem ist nicht, dass die Leute Geld ausgeben, sondern dass Spanien wenig und schlecht produziert. Die Produktivität ist gesunken. Der Cocktail, der das Wachstum trug – Einwanderung, Tourismus, Next Gen-Fonds, vergleichsweise billigere Energie – hat nichts mit dem zu tun, was ein Land wirklich bereichert.

Diejenigen, die noch Benzin im Tank haben

Nicht jeder spürt die Bremsung gleichzeitig. Es gibt eine Verzögerung. Die Leute haben noch Kraftstoff für 1,30 oder 1,40 Euro pro Liter gekauft. Fabriken haben Rohstoffbestände. Supermärkte haben volle Vorratskammern. Die tatsächlichen Auswirkungen werden auf sich warten lassen.

Aber sie kommen. Und wenn sie eintreten, ist die Kalkulation vernichtend. Eine kurze Fahrt von 500 Kilometern, bei einem Durchschnittsverbrauch von 7 Litern auf 100 km, würde 105 Euro kosten, wenn der Literpreis auf 3 Euro steigt. Madrid-Valencia, Hin- und Rückfahrt: 150 Euro. Valencia-Galicien: fast 400 Euro. Für viele wird Reisen keine Option mehr sein.

Das Geschäft, das läuft, aber kein Geld verdient

Es gibt eine Nuance, die die vereinfachende Erzählung durchbricht. Nicht alle Sektoren stehen still. Einige produzieren viel, sowohl national als auch international. Das Problem ist nicht der Mangel an Geschäft, es sind die Kosten.

Das Personal ist zur größten Kopfschmerzquelle geworden. Fünf Tage bezahlter Urlaub für Krankenhausaufenthalte von Angehörigen, Stunden für persönliche Angelegenheiten, Krankschreibungen verschiedener Art... die Zahlen stimmen nicht mehr wie früher. Und externe Dienstleistungen sind über der Inflationsrate gestiegen. Es gibt Arbeit, und zwar viel, aber kaum Gewinn. Das Paradoxon des spanischen Unternehmers: Mehr Umsatz, weniger Gewinn.



Die Diagnose liegt auf dem Tisch. Fonds gehen zu Ende, Öl droht, Produktivität sinkt, Kosten steigen. Und währenddessen bleiben die Terrassen voll und Fußball bleibt das Gesprächsthema. Die Frage ist nicht, ob die Anpassung kommt, sondern wann sie derjenige bemerkt, der noch Benzin im Tank hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (123 Antworten).

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