Spaniens Warenkorb steigt laut einer verbreiteten Berechnung um 36% pro Jahr

Eine verbreitete Berechnung behauptet, dass der Warenkorb jährlich um 36% steigt und der VPI dies nicht widerspiegelt. Die durchschnittlichen Monatsausgaben pro Familie liegen bei rund 440 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Warenkorb steigt laut einer verbreiteten Berechnung um 36% pro Jahr
Eine verbreitete Berechnung behauptet, dass der Warenkorb jährlich um 36% steigt und der VPI dies nicht erfasst

Die Lebensmittelpreise sind laut einer in einem Forum verbreiteten Berechnung im Jahresvergleich um 36% gestiegen, und der Grundwarenkorb verschlingt bereits einen Anteil am Familienbudget, der vor zwei Jahren unvorstellbar erschienen wäre. Die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für Lebensmittel liegen laut den in derselben Berechnung zitierten Quellen bei rund 440 Euro pro Familie. Wendet man diese Steigerungsrate an, so würde die Rechnung in drei Jahren 1.100 Euro übersteigen; in fünf Jahren 2.000; in einem Jahrzehnt 9.300. Die Arithmetik ist kein Alarmismus: Es ist der Zinseszins, angewandt auf den Kühlschrank, so die Befürworter dieser Projektion.

Das Problem ist nicht nur, dass alles mehr kostet. Es ist, dass der Index, der diesen Anstieg offiziell misst, der VPI, nicht recht zu dem passt, was jeder Käufer auf dem Kassenzettel sieht, so mehrere Teilnehmer der Debatte. Und dort beginnt eine Debatte, die weit über den Preis von Hähnchen hinausgeht.

Die Berechnung, die nicht zum Wocheneinkauf passt

Der erste Riss zeigt sich in der Methodik. Der VPI wird mit einem gewichteten Warenkorb von Gütern und Dienstleistungen erstellt, der regelmäßig überarbeitet wird. Diese Gewichtung entscheidet, wie stark jeder Posten in der endgültigen Zahl wiegt. Wenn Wohnen, Verkehr oder bestimmte Grundnahrungsmittel weniger wiegen als im wirklichen Leben einer Familie, bleibt das Ergebnis zu niedrig.

Manche behaupten, der Warenkorb sei so angepasst worden, dass die Zahl nicht in die Höhe schießt. Das ist keine Randtheorie: In der Wirtschaftsanalyse kursiert die Idee, dass die Elemente, die am stärksten stiegen, wie das Wohnen, aus der Berechnung entfernt wurden, damit der Index nicht das 2%-Ziel der europäischen Verträge durchbricht. Die praktische Folge ist, dass der VPI dazu dient, Renten und öffentliche Gehälter zu erhöhen, aber nicht zur Deflationierung der Einkommensteuer (IRPF), sodass der Steuerzahler Steuern auf eine Inflation zahlt, die der Index selbst minimiert.

Das Ergebnis ist eine Kluft zwischen der Statistik und der Supermarktkasse. Und diese Kluft hat einen Namen: schleichender Verlust der Kaufkraft.

Warum steigen die Lebensmittel so stark, wenn der VPI etwas anderes sagt?

Weil der VPI einen gewichteten Durchschnitt misst, nicht den konkreten Einkauf von jemandem. Jede Familie hat ihren eigenen Index: Wer 30% seines Budgets für Lebensmittel ausgibt, bemerkt einen Anstieg von 36% bei Lebensmitteln viel stärker als jemand, der nur 10% ausgibt. Und in Spanien, mit eingefrorenen oder unter der Preissteigerung wachsenden Löhnen, vervielfacht sich dieser Effekt.

Die unter Analysten kursierende Berechnung besagt, dass die reale Geldentwertung zwischen 11% und 13% jährlich liegen könnte, wenn man den Kaufkraftverlust des Geldes zur offiziellen Inflation hinzurechnet. Das heißt, das Geld ist weniger wert, als der Index sagt, und der Bürger spürt es bei jedem Einkauf.

Am stärksten betroffen sind Grundnahrungsmittel: Öl, Eier, Fleisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse. Und sie steigen nicht nur: In einigen Fällen sinkt die Qualität, um den Preis zu halten. Weniger Produkt, schlechterer Rohstoff, gleiche Verpackung. Der Verbraucher zahlt mehr für weniger.

Die Ausgaben werden von unten gekürzt: weniger Frühstück im Café und mehr Angebote wegen Ablaufdatum

Die Reaktion der Verbraucher ist lehrbuchmäßig: Wenn das Budget nicht reicht, wird das Entbehrliche gestrichen. Man frühstückt nicht mehr auswärts, verzichtet auf Extras, kauft Eigenmarken und jagt Sonderangebote. In einigen Supermärkten sind Produkte mit Rabatt wegen nahenden Ablaufdatums, die früher niemand beachtete, jetzt schnell vergriffen. Die Nachfrage nach Billigem ist so stark gestiegen, dass der Markt selbst sein Verhalten geändert hat.

Das Problem ist, dass diese Anpassung nicht unbegrenzt nachhaltig ist. Es gibt eine Untergrenze: Man kann nicht aufhören zu essen. Und wenn der Preis für Grundnahrungsmittel schneller steigt als der Lohn, gibt es nur einen Ausweg: schlechter zu essen. Weniger Protein, mehr Kohlenhydrate. Mehr Nudeln, weniger Fisch. Die Ernährung verarmt, und mit ihr die öffentliche Gesundheit mittelfristig.

Die Miete erhöht den Druck auf dasselbe Gehalt. In vielen Provinzhauptstädten und Ballungsräumen verschlingt eine Miete bereits ein ganzes Gehalt. Die Summe aus Wohnen und Essen lässt den familiären Spielraum auf null schrumpfen.

Was kann man tun? Von Preiskontrollen bis zur Überarbeitung des VPI

Die kursierenden Vorschläge reichen vom Sofortigen bis zum Strukturellen. Steuersenkungen auf Lebensmittel, Überarbeitung der Einkommensteuertarife (IRPF) zum Inflationsausgleich, Deflationierung öffentlicher Tarife. Am anderen Ende fordern einige Preiseingriffe oder die Begrenzung von Handelsspannen, eine Maßnahme, die in der Praxis oft zu Versorgungsengpässen führt.

Die am häufigsten genannte Option ist die Überarbeitung des VPI. Wenn der Index die tatsächliche Inflation nicht widerspiegelt, bleibt alles, was an ihn gekoppelt ist (Renten, öffentliche Gehälter, Verträge), zurück. Und wenn er zudem nicht zur Deflationierung der Einkommensteuer genutzt wird, nimmt der Staat mehr ein, ohne die Sätze zu erhöhen. Es ist eine stille Steuer.

Die grundlegende Debatte ist, ob das Problem die Statistik oder die Wirtschaftspolitik ist, die sie nutzt. Den VPI zu ändern macht das Essen nicht billiger. Aber anzuerkennen, dass die tatsächliche Inflation höher ist, zwingt zu Maßnahmen, die heute nicht ergriffen werden.



Mit diesen Differenzialen sollte der Druck auf den Konsum die Preise dämpfen. Das tut er nicht. Und unterdessen erstellt jede Familie ihren eigenen VPI, den einzigen, der für sie zählt, mit dem Taschenrechner in der Hand.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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