Spaniens Wahl 2023: 10 % Briefwahlstimmen – Anomalie oder Strategie?

2,47 Millionen Anträge auf Briefwahl bei der spanischen Wahl am 23. Juli: Sommerzufall oder Hinweis auf Betrug? Ein intransparentes System und politisches Schweigen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2,47 Millionen Briefwahlstimmen: die Zahl, die bei der Juliwahl niemand untersucht

Die spanische Wahl vom 23. Juli 2023 hinterließ eine Zahl, die viele lieber übersehen: 2,47 Millionen Anträge auf Briefwahl bei einem Wählerverzeichnis von 24,9 Millionen Wahlberechtigten. Fast 10 % beantragten die Stimmabgabe außerhalb ihres Wahllokals – ein beispielloser Wert bei einer Parlamentswahl, die mitten im Sommer angesetzt war. Die unbequeme Frage lautet, ob diese Nachfrage einem echten Bedürfnis entspringt oder etwas Organisierterem.

Ein intransparentes Verfahren und ein verdächtiger Termin

Das aktuelle System vermischt die Briefwahlstimmen am Wahllokalschluss mit den regulären Stimmzetteln, sodass keine Nachvollziehbarkeit darüber besteht, welche Parteien dieses Segment für sich gewinnen. Nur die Auslandsstimmen werden separat gezählt – ein winziger Bruchteil. Die Ansetzung auf den 23. Juli, mitten in den Ferien, zwang Tausende Bürger zur Briefwahl, wenn sie ihre Urlaubspläne nicht opfern wollten. Zufall oder Kalkül?

Beschwerden und politisches Schweigen

Verschiedene Analysen deuten auf Unregelmäßigkeiten hin. In einer Ortschaft in der Provinz Sevilla verfünffachte sich die Briefwahl zwischen 2019 und einer späteren Wahl und verschaffte der PSOE (der spanischen Sozialistenpartei) die Mehrheit. Andere Berichte schildern, dass an den Schaltern von Correos (der spanischen Post) Belege mit Hinweisen auf frühere Stimmen auftauchten, als ob das System Daten anderer Personen mitschleppen würde. Keine Partei hat den Prozess direkt angegriffen. Manche halten die Briefwahl für ein Einfallstor für Betrug; andere sagen, ihre Abschaffung würde diejenigen treffen, die sie wirklich brauchen. Feijóo, so heißt es, meide die Anklage, weil er sie künftig selbst nutzen könnte.

Indras Rolle und das, was verschwiegen wird

Indra, das Unternehmen, das die Wahlsoftware betreibt, taucht in den Verdächtigungen auf – wegen seiner Nähe zur Regierung und seiner Vorgeschichte bei anderen Wahlen. Es gibt jedoch keine schlüssigen Beweise oder laufenden Untersuchungen, die eine Manipulation bestätigen. Die Intransparenz des Systems und der fehlende politische Wille zu einer Prüfung nähren das Misstrauen.

Angesichts dieser Zahlen verdiente die statistische Anomalie von 10 % Briefwahl eine unabhängige Untersuchung. Bis dahin wird die Wahl von 2023 für einen wachsenden Teil der Wählerschaft unter Verdacht bleiben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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