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Spaniens Vize-Premier trifft Puigdemont in Brüssel
Yolanda Díaz trifft den flüchtigen katalanischen Ex-Präsidenten Puigdemont in Brüssel, während Juristen eine Amnestie vorbereiten.
Spaniens Vize-Premier trifft Puigdemont in Brüssel
Yolanda Díaz, amtierende Zweite Stellvertretende Ministerpräsidentin und Arbeitsministerin, traf sich am Montagmittag mit dem ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont im Europäischen Parlament, mitten in den Verhandlungen über die Investitur von Pedro Sánchez. Das Treffen, zuerst von ElNacional.cat gemeldet, umfasste auch den Anführer von En Comú Podem, Jaume Asens, und den Europaabgeordneten Antoni Comín, der sich ebenfalls aus gerichtlichen Gründen außerhalb Spaniens aufhält. Der sozialistische Teil der Regierung distanzierte sich von der Reise: Quellen aus Moncloa bestätigten, dass sie erst am Sonntagabend informiert wurden, «nach vollendeter Tatsache», und betonten, dass das Treffen im Namen von Sumar stattfand und nicht die PSOE vertrat.
Direkte Linie zu Junts
Das Treffen kommt nicht aus dem Nichts. Wochen zuvor war bereits veröffentlicht worden, dass die Sumar-Anführerin eine direkte Linie mit Puigdemont hielt und ihre Schritte Sanchés Segen hatten. Der amtierende Präsident und sozialistische Kandidat würde seine Koalitionsverbündete als Gesprächspartnerin nutzen, um eine Verhandlung zu entblockieren, die auf dem sozialistischen Weg feststeckte. Ein prominenter Sozialist fasste es so zusammen: «Diesmal verfolgen sie eine gemeinsame Strategie, anders als 2020», als die PSOE Abneigung zeigte, sich mit den wichtigsten Unabhängigkeitskräften zu treffen, und Unidas Podemos, damals von Pablo Iglesias geführt, die Mehrheit schmiedete, die Sánchez nach Moncloa brachte.
Einige Analysten sehen in der Operation eine politische Lesart: Díaz übernimmt die Belastung gegenüber dem Flüchtigen und macht Podemos bei der Regierungsbildung unsichtbar. Die PSOE hält ihren eigenen Kurs ein und leugnet jede Verbindung zum Treffen. «Es ist nichts vereinbart», hieß es aus dem sozialistischen Umfeld.
Zwanzig Juristen und eine einzufügende Amnestie
Die Hintergrundarbeit ist juristisch. Die amtierende Ministerin verfügt über eine Gruppe von 20 Juristen unter Leitung von Jaume Asens, die seit fast einem Monat nach der verfassungsrechtlichen Kompatibilität für ein hypothetisches Amnestiegesetz suchen. Das erklärte Ziel: Ende der juristischen «Unterdrückung» von Dutzenden ehemaliger Beamten der Generalitat, die wegen des procés vor Gericht stehen, einschließlich Puigdemont selbst. Die Zweite Stellvertretende Ministerpräsidentin geht am weitesten bei der Diskussion dieser Lösung.
Der Druck kommt nicht nur von Junts. ERC verlangt, die wegen Terrorismus Angeklagten in die Amnestie einzubeziehen: neun Personen, die 2019 festgenommen wurden mit Sprengstoff und Anschlagsplänen in Katalonien. Diese Flanke erschwert jede rechtliche Ausarbeitung, die chirurgisch wirken soll.
Wer zahlt die Reise und mit welchen Mitteln?
Die institutionelle Kulisse löste unbequeme Fragen aus: Wenn das Treffen parteipolitisch ist, warum findet es im Europäischen Parlament statt und mit welchen Geldern? Manche fordern Untersuchungen, ob öffentliche Mittel und Gelder genutzt wurden, um einen Justizflüchtling zu treffen. Keine offizielle Antwort kam. Moncloa klärte auch nicht, ob die Reise vom Ministerium oder von der Parteistruktur bezahlt wurde.
Sprachliche Details sorgten ebenfalls für Gesprächsstoff: Puigdemont spricht Katalanisch und Díaz Galicisch. Laut Bildern kommunizierten sie untereinander auf Spanisch. Die Anekdote fasst den Rest zusammen.
Eine Regierung, die mit jemandem verhandelt, der Spanien nicht betreten kann
Der rechtliche Rahmen ist kein Detail. Artikel 408 des Strafgesetzbuches bestraft Behörden oder Beamte, die vorsätzlich die Verfolgung von Straftaten vernachlässigen, von denen sie Kenntnis haben. Dieses Zitat kursierte schnell bei jenen, die mehr als politische Verwaltung im Treffen sehen.
Auf der anderen Seite wird daran erinnert, dass Puigdemont Europaabgeordneter ist und seine gerichtliche Situation die Ausübung seines Mandats nicht hindert. Die Debatte darüber, ob das Treffen ein Zugeständnis an Erpressung oder ein einfaches Investiturverfahren ist, bleibt offen.
Mit diesen Elementen hängt Sanchés Investitur davon ab, dass die Amnestie rechtlich passt, bevor Politik das Recht überlagert. Wenn die Anpassung scheitert, zieht sich der Zeitplan zusammen. Und niemand hat bisher erklärt, was passiert, wenn sie nicht gelingt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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