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Spaniens Verifactu-System auf Oktober 2028 verschoben – vierte Vertagung
Spaniens Verifactu-System, das Selbstständige zwingen soll, jede Rechnung in Echtzeit an die Steuerbehörde zu übermitteln, wird auf Oktober 2028 verschoben – die vierte Vertagung. Die Software…
Das System, das Selbstständige und Kleinstunternehmen in Spanien dazu verpflichten sollte, jede Rechnung in Echtzeit an die Steuerbehörde zu übermitteln, kommt frühestens im Oktober 2028. Die Nachricht, die in der Branche mit Erleichterung aufgenommen wurde, bestätigt ein sich wiederholendes Muster: Immer wenn das Finanzamt die digitale Zange um die Rechnungslegung zuziehen will, taucht eine Fristverlängerung auf. Zuerst ein Jahr. Dann zwei. Jetzt drei. Und niemand schließt eine fünfte im Jahr 2027 aus.
Verifactu entstand mit dem Versprechen, dem Betrug mit Doppelzweck-Software ein Ende zu bereiten – jener Software, mit der man eine Rechnung für den Kunden und eine andere für den Prüfer ausstellen kann. Im Kleingedruckten stand die Pflicht, die Datensätze kontinuierlich an die Agencia Tributaria (spanische Steuerbehörde) zu übermitteln. Der ursprüngliche Zeitplan nannte 2026. Dann 2027. Die letzte offizielle Mitteilung setzt den Start auf Oktober 2028.
Warum wird Verifactu schon wieder verschoben?
Die offizielle Antwort verweist auf die technische Komplexität und die Notwendigkeit, die Systeme anzupassen. Die inoffizielle Antwort, die in Büros und Verbänden kursiert, ist prosaischer: die politischen Kosten, kleinen Unternehmen in einem Wahljahr zu zusetzen. Die Regierung will einer Gruppe, die bereits mit Mindestlohn, Sozialabgaben und Inflation zu kämpfen hat, keine neue Bürokratielast zumuten.
Manche sehen in der Verschiebung einen Sieg der Softwarehersteller, die seit Monaten Anpassungsmodule zu Wucherpreisen verkaufen. Andere führen an, dass die Agencia Tributaria selbst nicht über die Infrastruktur verfügt, um Millionen von Rechnungen täglich zu verarbeiten. Fest steht: Die 2025 gekaufte Software wird 2028 wahrscheinlich nicht mehr taugen, was eine zweite Anschaffungsrunde erzwingt.
Der Präzedenzfall der Raucherbereiche
Der in Wirtschaftskreisen am häufigsten gezogene Vergleich ist der mit den Raucherbereichen. Zuerst mussten Restaurants in getrennte Räume investieren. Als das Geld ausgegeben war, wurde das Rauchen überall verboten. Marca España: Erst wird die Investition verlangt, dann die Regel geändert. Mit Verifactu könnte Ähnliches passieren: Wer 2027 seine Systeme anpasst, wird 2028 feststellen, dass etwas anderes verlangt wird.
Die Parallele ist kein Zufall. Die gesetzgeberische Technik, eine Pflicht anzukündigen, eine Fristverlängerung zu gewähren und dann den Umfang zu ändern, wurde bereits bei der Arbeitszeiterfassung angewandt. Tausende Unternehmen zahlten monatliche Gebühren für Software, die nach Aussage der Betroffenen völlig unbrauchbar war.
Was passiert mit der 2025 gekauften Software?
Nichts. Oder fast nichts. Was 2025 gekauft wurde, taugt nicht für 2028. Das ist das Fazit derjenigen, die den Vorgang verfolgt haben. Die Verschiebung ist keine Gnade: Sie ist eine Vertagung. Die Pflicht steht weiterhin im BOE (spanisches Staatsanzeiger); nur das Datum ändert sich. Und wenn es so weit ist, müssen die Selbstständigen erneut zur Kasse bitten.
In der Zwischenzeit bleibt die eigentliche Debatte offen. Alle Länder tendieren zur massenhaften Kontrolle wirtschaftlicher Vorgänge, erinnert eine Analyse, die in den Foren kursiert. Im Baskenland läuft das System Batuz seit Jahren. In Spanien wartet Verifactu auf seinen Einsatz. Die Frage ist nicht, ob es kommt, sondern wann und zu welchem Preis.
Die Verschiebung, die niemand ausschließt
Angesichts dieser Vorgeschichte ist Vorsicht geboten. 2027, wenn der Wahlkalender mitspielt, wird vermutlich eine neue Ausrede auftauchen, um das Inkrafttreten erneut zu verschieben. Wer bereits Software gekauft hat, tröstet sich damit, dass es billiger kam als für die, die bis 2028 warten. Die anderen hoffen, dass die staatliche KI am Ende die Drecksarbeit erledigt. Verifactu oder Verifacte, der Name ist egal. Die fiskalische Totalüberwachung wird am Ende kommen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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