Spanien schuldet bereits zwei Billionen: Der Zähler stoppt nicht
Der Zähler kennt kein Erbarmen. Die spanische Staatsverschuldung hat nach den im Thread diskutierten Zahlen die Marke von 2.000.000.000.000 Euro überschritten. Der Anstieg erfolgt in einem Tempo, das ins Zentrum der wirtschaftlichen Debatte gerückt ist: 10.000 Euro alle zwei Sekunden, so diese Berechnung. Etwa hunderttausend Euro in der Zeit, die man zum Lesen einer Nachricht braucht. Die runde Zahl – zwei Billionen – symbolisiert ein Problem, das nicht mehr danach fragt, ob es sich lohnt zu zahlen, sondern wann das Zahlen eingestellt wird.
Wie schnell wächst die Staatsverschuldung in Spanien?
Mit 10.000 Euro alle zwei Sekunden, also 5.000 Euro pro Sekunde, braucht die Schneeballmethode keine Schocks, um weiter anzuschwellen: Es reicht, wenn niemand sie aufhält. Die Berechnung, die im Thread zwischen Faktenchecks und Witzen kursiert, ergibt immer dasselbe. Hunderttausend Euro in zwanzig Sekunden. Eine Million in etwas mehr als drei Minuten. Die Überraschung liegt nicht in der Zahl selbst, sondern darin, wie leicht sie normalisiert wird.
Es bedarf keiner Katastrophe, damit der Zähler steigt. Die Trägheit genügt. Das „Man konnte es nicht wissen“, diese Formel, die zum Stammtisch-Klischee wurde, hört man nun, dem wiederkehrenden Witz zufolge, sogar vom Saturn herab. Die berechtigte Frage ist nicht, ob die Schulden gestiegen sind, sondern ob jemand anderes getan hat, als zuzusehen, wie sie stiegen.
Von 25.000 auf 31.500 Euro Schulden pro Kopf
Vor einigen Jahren entsprach die spanische Staatsverschuldung etwa 25.000 Euro pro Einwohner. Nun liegt der Wert bei rund 31.500 Euro pro Kopf und steigt weiter, so die Berechnung eines Teilnehmers des Threads. Der Sprung lässt sich nach Ansicht der Kommentatoren nicht allein durch die außergewöhnlichen Ausgaben einer Krise erklären.
Für jeden Steuerzahler sind diese zusätzlichen 6.500 Euro pro Person eine unsichtbare Last. Sie werden nicht monatlich beglichen, häufen sich aber in Form von Zinsen an, die irgendwann mit Gesundheitswesen, Bildung oder Renten konkurrieren werden. Die Zahl verwirrt noch mehr, wenn man sich daran erinnert, dass es Jahre mit Überschüssen gab, in denen diese Verschuldung wie eine überwundene Phase wirkte. Das war ein anderes Land, oder zumindest eine andere Regierung.
Warum hängt die Jugendarbeitslosigkeit mit den Schulden zusammen?
Keine Schuldenschätzung hält ohne einen Arbeitsmarkt stand, der Einnahmen generiert, und hier trübt sich das Bild. Die Arbeitslosigkeit unter den Unter-25-Jährigen liegt in Spanien bei 30,3 % (30,0 % bei Frauen), verglichen mit 6,5 % in Deutschland, 11,3 % im Vereinigten Königreich oder 18,6 % in Frankreich. Es ist eine Kluft, die sich seit Jahren nicht schließt und einen Kreislauf nährt, über den weniger gesprochen wird: weniger Beitragszahler, weniger Kasse, höhere Ausgaben für Leistungen.
Der Vergleich der vier Länder lässt wenig Raum für Interpretation. Spanien ist nicht der einzige verschuldete Staat, aber es weist die höchste Quote an Jugendarbeitslosigkeit unter den vier auf. Manche lesen darin den Beweis für ein Produktionsmodell, das nicht in Gang kommt; andere behaupten, das Problem liege in unkontrollierten Ausgaben. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau das macht die Situation unbequem.
Kann diese Schuld zurückgezahlt werden, oder ist ein Schuldenschnitt nötig?
Hier bricht der Konsens vollständig ab. Für manche wird die Schuld niemals zurückgezahlt: Wichtig ist nur, die Zinsen zu zahlen, bis ein globaler Schuldenschnitt kommt. Staaten sind keine Unternehmen, wiederholen sie, und ihre Anwendung der Haushaltsbuchhaltung sei ein grober Fehler. Für andere ist genau diese Nachsicht der Grund, warum die Lawine weiter rollt: Ein Staat, der erwartet, gerettet zu werden, hat keinen Anreiz, den Gürtel enger zu schnallen.
In der Mitte bleiben die harten Rezepte. Einige plädieren dafür, das öffentliche Defizit verfassungsrechtlich zu verbieten, außer bei Katastrophen oder Krieg, und die Schuldentilgung vor jede andere Ausgabe zu stellen. Andere weiten den Blick auf die USA, mit 27.469.344.000.000 Euro Schulden und 131 % des BIP nach den Zahlen eines Teilnehmers, um daran zu erinnern, dass das Problem nicht ausschließlich spanisch ist. Wenn der Maßstab Washington ist, löst sich das Argument des Sonderfalls auf.
Wohin fließt das Geld: Renten und Mindesteinkommen
Die Details tauchen in jedem Kapitel auf. Eine Studie zur tatsächlichen Verschuldung Europas, im Thread zitiert, platziert Spanien am schlechtesten Punkt der Karte, mit Dänemark als fast neidischer Kontrast. Auf der sozialen Seite gewährt die Regierung das Ingreso Mínimo Vital (Mindesteinkommen) automatisch an Arbeitslose, die ihr Arbeitslosengeld ausgeschöpft haben und keine Arbeit finden. Und am Horizont der Renten würde die neue Berechnungsbasis mit 35 Beitragsjahren einen großen Teil der geplanten Erhöhung für Selbstständige auffressen.
Jede dieser Fronten hat Befürworter und Gegner. Die kritische Lesart besagt, dass es sich um laufende Ausgaben ohne Rendite handelt; die soziale Lesart antwortet, dass hinter jeder Zahl Menschen stehen, die sonst ohne Einkommen dastünden. Mitten in diesem Kreuzungspunkt steht eine Frage, die sich nicht mit Buchhaltung lösen lässt: Von wem wird der Verzicht verlangt?
Mit diesen Bausteinen bleibt die Diagnose immer am selben Punkt stecken. Wir wissen, wie schnell die Schulden steigen, wie viel pro Kopf anfällt und wie Spanien im Vergleich zu seinen Nachbarn dasteht. Was nirgendwo auf einem Zähler steht, ist, wer die Rechnung bezahlt, wann und mit welchen Kürzungen. Der Zähler läuft derweil weiter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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