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Spaniens Sánchez wirbt für Arbeitsmigration – trotz struktureller Arbeitslosigkeit
Ministerpräsident Sánchez verteidigt mehr ausländische Arbeitskräfte trotz Arbeitslosigkeit und Lohndumping-Verdacht. Das Pompidou-Beispiel wiegt schwerer denn je.
Sánchez' Kurs auf Arbeitsmigration prallt auf die Arbeitslosigkeit
Pedro Sánchez' jüngste Aussage, Spanien brauche mehr ausländische Arbeitskräfte, hat eine unbequeme Frage der spanischen Wirtschaft wieder aufgeworfen: Wenn Millionen arbeitslos sind, warum dann Arbeitskräfte aus dem Ausland holen? Das offizielle Argument verweist auf nicht besetzbare Stellen und ein Rentensystem, das Beitragszahler braucht. Die im Gespräch befindliche Zahl lautet 1,5 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte.
Kritiker entgegnen, dass Arbeitslose und Empfänger des Ingreso Mínimo Vital (spanische Mindestsicherung) bereits verfügbare Arbeitskräfte sind. Und dass Einwanderung nicht wegen Arbeitskräftemangels gefordert wird, sondern wegen billigerer und willfährigerer Arbeitskräfte, die die Löhne drücken und den Sozialstaat schwächen.
Der Konsens, den niemand sehen will
Sánchez' Position ist nicht allein die des PSOE. Sie wird vom Arbeitgeberverband, den Gewerkschaften, der katholischen Kirche und mit Abstrichen von VOX und PP geteilt. Ein so breiter Konsens wirkt verdächtig: Wenn alle Akteure übereinstimmen, lohnt die Frage, welche Interessen sich dahinter verbergen.
Das beunruhigende französische Beispiel
1973 gab der französische Präsident Pompidou zu, auf Wunsch von Großunternehmern wie Francis Bouygues die Schleusen für Einwanderung geöffnet zu haben – diese wollten eine willfährige und billige Arbeitskraft. Das Geständnis zeigt, dass das Phänomen nichts Neues ist: Die Nachfrage nach Einwanderung dient auch dazu, den Arbeitsmarkt zu disziplinieren. Genau dort stockt die Debatte: Niemand beziffert, wie viele Einwanderer, in welchen Sektoren, zu welchen Löhnen und mit welchen Rechten. Die Zahl von 1,5 Millionen wirkt eher wie ein politisches Ziel als wie ein nachgewiesener Bedarf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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