Spaniens Risikoprämie hält bei 67 Punkten, Frankreich bei über 170

Die französische Risikoprämie steigt über 170 Basispunkte und liegt damit fast dreimal so hoch wie die spanische mit 67 – mitten in der politischen und Haushaltskrise Frankreichs

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Risikoprämie hält bei 67 Punkten, Frankreich bei über 170
Spaniens Risikoprämie hält bei 67 Punkten, während Frankreich die 200 überschreitet... nein: über 170 steigt

Spaniens Schulden halten sich. Frankreichs nicht. Mit einer französischen Risikoprämie von über 170 Basispunkten und einer spanischen von 67 ist der Abstand zwischen den beiden Nachbarn zur Wirtschaftsnachricht der Woche geworden: Frankreich trägt fast dreimal so viel Risiko wie Spanien aus Sicht der Märkte. Die Schlagzeile, in manchen Wirtschaftsforen als gute Nachricht gefeiert, verbirgt eine weniger angenehme Lesart. Wenn der kranke Nachbar schlechter dasteht, macht dich das nicht gesund.

Was es bedeutet, dass die französische Risikoprämie über 170 Punkte steigt

Die Risikoprämie misst den Mehrpreis, den ein Staat für seine Finanzierung im Vergleich zur deutschen Anleihe zahlt, dem als risikofrei geltenden Referenzwert der Eurozone. Dass Frankreich mehr als 170 Basispunkte zahlt und Spanien nur 67, zeigt, dass Anleger in Paris derzeit mehr Gefahr sehen als in Madrid. Die politische und Haushaltskrise Frankreichs erklärt einen Großteil dieser Bestrafung. Die zitierten Analysten warnen zudem vor Ansteckungsgefahr für andere Länder, halten eine Wiederholung der Schuldenkrise von 2011 jedoch für ausgeschlossen.

Die Nuance ist wichtig. Eine Risikoprämie von 67 Punkten ist kein Pappenstiel: Sie bleibt ein ernstes Problem, so wie damals, als Spanien 2012 bei rund 640 Punkten lag. Der Vergleich mit Frankreich tröstet, löst aber nichts.

Warum Spanien nicht sicher ist, selbst wenn es Frankreich schlechter geht

Die Lehre aus der letzten Schuldenkrise ist unbequem. Griechenland war in schlechterer Verfassung als Spanien, und das verhinderte weder tiefe Einschnitte noch eine schwere Krise. Ansteckung kennt keine Ranglisten: Wenn der große Partner wankt, wird der Kredit für alle teurer. Auch die spanische Prämie steigt, wenn auch von niedrigerem Niveau aus.

Manche erinnern daran, dass Spaniens Staatsverschuldung während der Immobilienkrise von 30 auf 100 % des BIP stieg, die Arbeitslosigkeit fast 27 % erreichte und zwischen 2008 und 2015 mehr als 600.000 Zwangsvollstreckungen registriert wurden. Die Debatte über Risikoprämien ist nicht abstrakt: Dahinter stehen Finanzierungsspielraum, öffentliche Ausgaben und Arbeitsplätze.

Die Lehren aus den PIGS, die Frankreich noch ziehen kann

Das Akronym PIGS umfasste Portugal, Italien, Griechenland und Spanien während des Anleihensturms. Fünfzehn Jahre später suchen Experten in jener Episode Lehren für den Umgang mit den französischen Schwierigkeiten. Das meistgenannte Fazit: Die Peripherie lernte auf die harte Tour, was der Kern noch nicht verinnerlicht hat. Die verfassungsrechtliche Verankerung der Schuldentilgung, die Spanien mitten in der Krise beschloss, wird als komparativer Vorteil genannt, den Frankreich nicht hat.

Die Kehrseite: Die Risikoprämie ergibt nur Sinn, solange die deutschen Schulden der Leuchtturm bleiben. Hört die deutsche Anleihe auf, Referenz zu sein, verliert der Indikator einen Großteil seiner Bedeutung.

Das vergessen geglaubte Indikator, der 2012 prägte

Nachdem die Risikoprämie 2010 und 2012 hunderte Schlagzeilen beherrschte, versank sie in der medialen Vergessenheit. Sie kehrt nur zurück, wenn sich der Abstand zu irgendeinem Nachbarn öffnet. Heute kehrt sie wegen Frankreich zurück. Morgen, wer weiß.

Bei solchen Abständen ist die Versuchung groß, die Schwäche des anderen zu feiern. Die Frage ist, wie lange der Markt braucht, um sich zu erinnern, dass sich Spanien weiterhin teurer finanziert als Deutschland. An jenem Tag wird die Schlagzeile eine andere sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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