Spaniens Rechtsextremismus: Falange will Vox ersetzen

Enttäuschung über Vox belebt die Debatte um Spaniens Falange, die trotz historischer Marginalität auf 8-10 Sitze via Social Media hofft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Rechtsextremismus: Falange will Vox ersetzen
Spaniens Rechtsensrecht: Falange will Vox ersetzen

Ein Tweet der Falange Española de las JONS (Spanische Phalanx der Traditionellen Jugend und Nationalistischen Arbeiterpartei) mit dem Motto „Wir sind nie gegangen. Deshalb sind wir zurück“ hat die Frage neu aufgeworfen, ob die von José Antonio Primo de Rivera gegründete Partei die Enttäuschung eines Teils des jungen rechten Wählerschafts nutzen kann. Die daraus entstandene Diskussion dreht sich nicht um Nostalgie: Es geht um Wahlmathematik, soziale Medien und ein vermeintliches Vakuum, das Vox durch eine wirtschaftlich liberale Ausrichtung hinterlassen hätte.

Historische Stimmen der Falange und potenzielle Unterstützung

Die historischen Daten sind hartnäckig. Bei den Wahlen im Februar 1936 konnte die Falange nur in einigen Wahlkreisen antreten und erhielt insgesamt etwas mehr als 40.000 Stimmen. Dies ist eine Konstante, die sich seitdem wiederholt, sogar zu Lebzeiten ihres Gründers. Jede Erwartung eines Wachstums prallt auf diese Last.

Manche argumentieren, dass die aktuelle Wahlabsicht viel höher sein könnte als vor einem Jahr, bleibt aber parlamentarisch unbedeutend. Laut dieser Analyse ist der Flaschenhals nicht die Botschaft, sondern die Kommunikation: ein intellektuell komplexer Diskurs und eine Struktur, die soziale Medien nicht nutzt. Der zirkulierende Vorschlag ist klar: Kampagnen auf TikTok und Instagram, einfache Botschaften, Gewinnung junger Wähler. Mit dieser Strategie wird spekuliert, dass die Falange bei den nächsten Wahlen zwischen 8 und 10 Sitze erreichen könnte. Es ist eine Hypothese, keine Prognose.

Fragmentierung der Rechten: PP, Vox, Alvise und Falange

Die Landkarte ist zerbrochen. Der PP konzentriert die Stimmen wohlhabender Rentner und mittelalterlicher Fachkräfte. Vox sammelt die jüngsten Wähler und die Arbeiterklasse, die sich mit der Rechten identifiziert, sowie Selbstständige und die steuerlich belastete Mittelschicht. Alvise vereint die Enttäuschten über das Parteiesystem. Und die Falange strebt an, einen Raum zu besetzen, den Vox laut dieser Diagnose durch die Übernahme einer liberalen Drift aufgegeben hätte.

Dieser Raum wäre der einer sozialen und nationalistischen Rechten, mit frontaler Kritik an der NATO und der EU, wirtschaftlichem Protektionismus und Misstrauen gegenüber dem liberalen Status quo. Ein spanischer Peronismus, wie es die Befürworter nennen. Das Problem, fügt dieselbe Stimme hinzu, sei nicht ideologisch, sondern menschlich: Es fehlen Kader, es gebe zu viele Tribünen-Kritiker, und der Diskurs bleibe bei „Arriba España“ (Vorwärts Spanien) und „Viva Franco“ stecken.

Problem der aktuellen Falange: Nostalgie und Mottenkugeln

Die interne Kritik ist scharf. Man sagt, die Falange von José Antonio sei „archeofuturistisch“ gewesen, während die aktuelle nach Mottenkugeln und veraltetem Konservatismus rieche. Es wird anerkannt, dass der Gründer einen Staatsplan im Kopf hatte und sein intellektuelles Niveau nie die verdiente Anerkennung fand, aber betont, dass die aktuelle Partei dem Geschriebenen so ähnlich sei wie ein Ei dem Ei.

Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, dass ein neuer José Antonio nötig sei, jemand, der die Botschaft für die heutigen Zeiten neu formuliert. Ohne diese Führung werde die Partei ein Museumsstück bleiben. Der dem Gründer zugeschriebene Satz „Zerbrochen zu werden ist das edelste Schicksal der Urnen“ wird zitiert, um daran zu erinnern, dass Macht nicht erobert wird, indem man Papiere in Urnen legt.

Vox als Sozialingenieurwesen und Enttäuschung der Rechten

Ein Teil der Analyse behauptet, Vox sei entworfen worden, um jene zu kanalisieren, die Sozialingenieurwesen nicht sofort akzeptierten, mit dem Ziel, es schrittweise einzuführen: Willkommen für Migranten, nur legale Einwanderung, Zerstörung der Autonomien zur Machtkonzentration in Madrid. Es ist eine Verschwörungsthese ohne Beweise, erklärt aber die Stimmung ihrer Verteidiger.

Das Ergebnis ist eine Wählerschaft ohne Optionen. „Mir bleibt nur Vox oder Nichtwählen“, fasst eine Position zusammen. Eine andere verwirft direkt den „blauen PSOE“. Und eine dritte urteilt, dass die Falange 1934 tot geboren wurde und 1937 endgültig erledigt war, ohne je reale Macht zu haben, während Vox in seiner gesamten Geschichte mehr politische Vertretung hatte als sie.



Die Paradoxie besteht darin, dass die Partei, die sich als „zurück“ präsentiert, weniger Struktur, weniger Stimmen und weniger Kader hat als die Partei, die sie ersetzen will. Mit diesen Materialien hält der Korb nicht. Aber die Diskussion geht weiter, und das allein ist bereits ein Faktum.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (117 Antworten).

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