Spaniens reale Schuldenlast erreicht 2,17 Billionen Euro

Laut Analysen könnte Spaniens reale Staatsverschuldung bei 2,17 Billionen Euro und 170 % des BIP liegen. Der IWF fordert Konsolidierung von hoch verschuldeten Ländern.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens reale Schuldenlast erreicht 2,17 Billionen Euro
Spaniens reale Schuldenlast: 2,17 Billionen Euro laut Thread

Wie hoch ist die Verschuldung Spaniens wirklich? Die offizielle Zahl liegt bei etwa 1,5 Billionen Euro. Addiert man jedoch die Schulden staatlicher Unternehmen, wie in dem Thread diskutiert, steigt der Betrag auf 2,17 Billionen Euro. Dies würde die „reale“ öffentliche Verschuldung auf rund 170 % des BIP treiben, auch wenn die Schätzungen je nach Quelle variieren. Und sie wächst ununterbrochen.

Offizielle Zahlen versus versteckte Verbindlichkeiten

Die offiziellen Daten nennen knapp 1,6 Billionen Euro. Die „reale“ Verschuldung erreicht jedoch laut veröffentlichten Informationen 2,17 Billionen Euro. Die Differenz ist kein Rundungsfehler: Es sind über 500 Milliarden Euro, die im Hauptbild fehlen. Einige argumentieren, dass auch das BIP aufgebläht sei, um die Quote zu schönen, sodass die reale Verschuldung möglicherweise 180 % des BIP überschreitet. Im Thread wird sogar eine Berechnung von 225 % zitiert.

Seite 5 der methodischen Notiz zum Verfahren bei übermäßigen Defiziten der Banco de España trennt die Schulden der öffentlichen Verwaltung von denen der öffentlichen Unternehmen. Ein Teilnehmer merkt an, dass genau diese Trennung die offizielle Zahl handhabbar erscheinen lässt; kombiniert man beide Posten, ergibt sich ein anderes Bild.

Von 400 Milliarden auf fast 1,6 Billionen: Das unaufhaltsame Wachstum

Im Jahr 2008 lag die spanische Staatsverschuldung bei etwa 400 Milliarden Euro, was 35 % des BIP entsprach. Heute nähern sich die offiziellen Zahlen den 1,6 Billionen Euro, während die „reale“ Last laut Berichten bei 2,17 Billionen Euro liegt. Allein zwischen Januar 2023 und Januar 2024 stieg die Verschuldung der Zentralverwaltung um 104,458 Milliarden Euro.

Das Problem ist nicht nur der Bestand, sondern der Fluss. Im Thread wird gewarnt, dass jede neue Emission zu den aktuellen Zinssätzen teurer ist als die vorherige und dass die Refinanzierungskosten explodieren werden, wenn kurzfristige Anleihen fällig werden. Der IWF hat bereits vor einer „Japanisierung“ der Eurozone gewarnt: Wachstum unter 2 % bis 2028, belastet durch Schulden, geringe Produktivität und Überalterung.

Wer zahlt das? 31.443 Euro pro Kopf laut Thread

Im Thread wird eine Pro-Kopf-Verschuldung von 31.443 Euro berechnet. Verteilt man diese Summe nur auf die Erwerbstätigen – 20,2 Millionen Menschen bei einer Gesamtbevölkerung von 47,3 Millionen –, steigt der Betrag auf 74.445 Euro pro Beschäftigten. Artikel 135 der Verfassung ist eindeutig: Die Zahlung von Zinsen und Tilgung der öffentlichen Schulden hat „absolute Priorität“ im Haushalt. Sie kann weder geändert noch angefochten werden.

Das bedeutet, dass Gläubiger vor Gesundheitswesen, Bildung oder Renten bezahlt werden. Laut einem Beitrag im Thread entfallen im aktuellen Haushalt etwa 40 % auf Fälligkeiten und Zinsen, die restlichen 60 % auf Löhne und Renten. Und dennoch reicht es nicht: Im vergangenen Jahr wuchs die Verschuldung der Zentralverwaltung um mehr als 100 Milliarden Euro.

IWF warnt: Ernsthafte Anpassungen nötig; Thread fürchtet inflationsbedingten Abbau

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat von den am höchsten verschuldeten Ländern der Eurozone, darunter Spanien, „erhebliche Anpassungen“ gefordert. Der Financial Stability Board der G20 verlangte „sofortige Maßnahmen“, um finanzielle Instabilität infolge hoher Hebelwirkung zu vermeiden. Die Regionalregierung Valencia verzeichnet bereits Zahlungsrückstände bei Apotheken, Pflegeleistungen und Gehältern öffentlicher Bediensteter.

Im Thread wird argumentiert, dass Kürzungen nicht unbedingt als offene Sparmaßnahmen kommen, sondern über Inflation, Lohnstagnation und Kaufkraftverlust. Dies ist der stille Weg: Niemand unterschreibt ein Dekret, aber Beamte und Rentner erhalten gleich viel Geld, während die Lebenshaltungskosten steigen.

Vergleiche mit Norwegen, Frankreich und anderen unbequemen Fakten

Im Thread heißt es, Norwegen könne sein öffentliches System dank Öl finanzieren. Dänemark und die Schweiz kontrollierten Schulden und Renten durch Disziplin, so die Einschätzung. Frankreich drohe laut Berichten aufgrund seiner Verschuldung eine Kontrolle durch den IWF. Die USA hätten seit 1996 ein freiwilliges Spendenprogramm zur Schuldenreduktion, wie ein Teilnehmer erwähnt.

Die dahinterliegende Frage ist unbequem: Hat es Sinn, in einem Land weiterzumachen, in dem Gesundheitssystem, Renten und Sicherheit sich verschlechtern, während die Schulden ohne Grenze wachsen? Ein Teilnehmer stellt diese Zweifel an, ein anderer antwortet, es lohne sich nicht. Die ehrlichste Antwort, so der Thread, sei, dass es keine gute Antwort gibt. Nur eine Schneekugel, die den Berg hinabrollt.



Zusammenfassend geht der Thread davon aus, dass die spanische Staatsverschuldung bei etwa 170 % des BIP liegen dürfte, auch wenn die Zahlen je nach Quelle schwanken. Sicher ist nur, dass die Uhr nicht stillsteht. Und dass die kommenden Generationen die Zeche zahlen müssen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (343 Antworten).

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