Spaniens PSOE und die Stimmen Eingebürgerter: Botschaften deuten auf Rabat

Marokkanischen Content-Creators zugeschriebene Botschaften stellen Sánchez als Schlüsselfigur für Rabat dar. Von 250.000 Eingebürgerten und 82 % PSOE-Stimmen ist ohne Belege die Rede.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PSOE und die Stimmen Eingebürgerter: Botschaften deuten auf Rabat
Marokko und die Stimmen der Eingebürgerten: Botschaften, die auf den PSOE zeigen

Kann ein fremdes Land eine spanische Wahl entscheiden, indem es eingebürgerte Wähler mobilisiert? Das ist die Frage, die über einer unangenehmen Angelegenheit schwebt: der Verbreitung von Botschaften, die marokkanischen Content-Creators mit Hunderttausenden Trinc zugeschrieben werden und in denen Pedro Sánchez' Verbleib im Amt als entscheidend für die Interessen Marokkos dargestellt wird. Die Angelegenheit, in sozialen Medien verbreitet und von El Español aufgegriffen, hat zu einem gegenseitigen Austausch von Vorwürfen über Einbürgerungen, Loyalitäten und angebliche Einmischung geführt. Im Zentrum steht eine immer wiederkehrende Zahl: 250.000 Eingebürgerte, die zur Wahl aufgerufen sind.

Die Vorwürfe und ihre Beleglage

Das kursierende Material schreibt mehreren in Spanien lebenden marokkanischen Influencern die Verbreitung einer gemeinsamen Botschaft zu: Ein Regierungswechsel in Spanien würde Marokko schaden. Eines der zitierten Profile, mit 508.000 Abonnenten auf YouTube, erscheint als Beispiel für dieses digitale Ökosystem. Die unterstellte These lautet, dass es im Schatten von Mohamed VI eine koordinierte Strategie gibt, um spanische Wahlen zu beeinflussen.

Man sollte Daten und Verdacht trennen. Dass es Content-Creator gibt, die sich zur spanischen Politik äußern, ist ein überprüfbares Faktum. Dass diese Äußerungen Teil einer von Rabat aus gesteuerten Operation sind, ist bis heute ein Vorwurf ohne Gerichtsurteil und ohne vorgelegte öffentliche Beweise. Genau an der Grenze zwischen digitalem Aktivismus und organisierter Einmischung wird die Angelegenheit heikel.

Einbürgerungen: das Loch in der Wählerdatei

Das am häufigsten wiederholte Argument verweist auf Einbürgerungen als Eintrittspforte in die Wählerdatei. Es wird behauptet, die Regierung habe an Personen ohne Spanischkenntnisse Pässe vergeben und diese Gruppe stimme geschlossen für den PSOE (Spaniens sozialdemokratische Partei). Es ist eine Behauptung mit offensichtlicher politischer Aufladung und fragwürdiger empirischer Grundlage: Es gibt kein öffentliches Register, das Einbürgerung mit Wahlabsicht verknüpft.

Überprüfbar ist hingegen das Volumen: die Zahl von 250.000 Eingebürgerten, die in der Debatte genannt wird. Wie sich diese Stimmen verteilen, in welchen Wahlkreisen sie ins Gewicht fallen und wie viele tatsächlich zur Urne gehen, sind unbeantwortete Fragen, die niemand mit Daten geklärt hat. Der Vorwurf funktioniert besser als Erzählung denn als Rechnung.

Die 82 %, die niemand belegen kann

Beharrlich kursiert eine Prozentzahl: 82 % der eingebürgerten marokkanischen Wähler würden den PSOE wählen. Es ist eine runde, auffällige Zahl und gerade deshalb verdächtig. Keine Umfrage, keine Erhebung, keine Studie stützt sie. Sie wird wiederholt, als sei sie ein statistisches Faktum, ist im besten Fall aber eine interessierte Extrapolation.

Migrationspolitik und Einbürgerungen sind legitime Themen der öffentlichen Debatte. Einen Bauchschluss in eine Prozentzahl zu verwandeln, ist etwas anderes. Und wenn diese Prozentzahl genutzt wird, um ein Wahlergebnis im Voraus zu delegitimieren, geht es in der Debatte nicht mehr um Daten, sondern darum, wer wählen darf.

Was Marokko bei dieser Wahl auf dem Spiel hat

Die eigentliche These ist geopolitisch: Marokko bevorzugt eine spanische Regierung, die in Fragen wie der Sahara, der Migration oder den Handelsbeziehungen auf seiner Linie ist. Dass Rabat Interessen in Spanien hat, ist keine Neuigkeit; dass es diese durch die Mobilisierung eingebürgerter Wähler verfolgt, ist ein weit schwerwiegenderer Vorwurf, der Belege erfordert, die bislang nicht vorgelegt wurden.

Die Angelegenheit hinterlässt eine unbequeme Frage für alle: Wenn die Stimmen der Eingebürgerten legitim sind — und sie sind es —, warum werden sie dann als Anomalie behandelt, sobald man vermutet, sie stimmten nicht so, wie man selbst es wünscht? Die kurze Antwort lautet: Demokratie wird nur gefeiert, wenn die eigene Seite gewinnt.



Am Ende existiert die marokkanische Kampagne in dem Maß, in dem über sie gesprochen wird. Und es wird viel gesprochen. Zu viel für eine Angelegenheit, die vorerst mehr in den Schlagzeilen lebt als vor Gericht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (33 Antworten).

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