Spaniens PSOE und das Große-Gabel-Paradox: gegen Beton, den man selbst besitzt

Eine sozialistische Kandidatin mit 19 Immobilien, eine Ministerin mit 7 und ein Abgeordneter, der Zwangsräumungen vollstreckt: Die Wohnungs-Erzählung der Partei bricht zusammen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PSOE und das Große-Gabel-Paradox: gegen Beton, den man selbst besitzt
Der PSOE predigt gegen den Beton, den er selbst hortet

Das Paradox hat Zahlen: **19 Immobilien und 3 Vermietungsgesellschaften** im Lebenslauf einer sozialistischen Kandidatin für das Bürgermeisteramt von Granada, die sich ohne zu zögern als „mittlere Klasse" bezeichnet. In derselben Woche, in der die Partei Wohnen zum Wahlkampfthema machte, erzählten die Vermögenserklärungen nach und nach eine ganz andere Geschichte als die Wahlkampfrede. Und es war keine vereinzelte Ausnahme.

Das Muster wiederholt sich mit einer Hartnäckigkeit, die nicht mehr zufällig wirkt. Eine Parlamentssprecherin, die noch Tage zuvor gefordert hatte, Wohnen solle „als Recht und nicht als Geschäft gelten", rechtfertigt nun die Immobilienholding ihres Partners als **„Großvermieter, der seine Steuern zahlt und sich an das Gesetz hält"**. Die Wohnungsbauministerin gibt **7 Immobilien** in Ciudad Real an. Der sozialistische Sprecher im Wohnungsausschuss ist Geschäftsführer eines Vermietungsunternehmens. Und ein Abgeordneter, der über Wohnungsdekrete abstimmen wird, leitet eine Kanzlei, die Zwangsvollstreckungen für Geierfonds durchführt, wie aus veröffentlichten Berichten hervorgeht.

Von Hammer und Sichel zur Gabel und zum Riesen garnelen

Der Kontrast zwischen Rhetorik und Vermögen braucht keine Karikatur: Er produziert sich von selbst. Manche fassen die Wende in einem bereits kursierenden Bild zusammen: Hammer und Sichel eingetauscht gegen Gabel und Riesengarnele. Die Ironie ist dick aufgetragen, aber die Sache selbst ist ernst. **Sechs sozialistische Abgeordnete** besitzen laut den zitierten Berichten zusammen **46 Häuser** – die Parolen der eigenen Partei in Wohnungsfragen ignorierend.

Die Frage, die über der ganzen Angelegenheit schwebt, ist weniger, wie viele Wohnungen jeder besitzt – auch das –, sondern warum der Staat diese Renten nicht abschöpft. Das Argument, das sich durchsetzt, ist ökonomisch, nicht sarracena: Sie sind Investoren, weil sie Renten erzielen, und sie erzielen Renten, weil das Steuersystem ihnen Abschreibungen statt Besteuerung gewährt. Die schärfsten Beton-Kritiker fordern Steuervorteile für Investitionen, die nicht in Immobilien fließen. Der Witz schreibt sich von selbst: Die Linke besitzt mehr Wohnungen als sie Gemeinderäte hat.

Die Kanzlei, die Zwangsräumungen vollstreckt, und der Sitz, der Dekrete verabschiedet

Der unangenehmste Fall ist der des Abgeordneten aus Murcia, der eine nicht deklarierte Immobiliengesellschaft verwaltet und dessen Kanzlei Zwangsvollstreckungen für Geierfonds durchführt. Seine Rechtfertigung, wie die Medien berichteten, war einer jener Sätze, die im Gedächtnis bleiben: **„Anwälte verteidigen auch Mörder"**. Die Verteidigung hat ihre berufliche Logik, passt aber schlecht dazu, von einem Parlamentssitz aus über Wohnungsgesetze abzustimmen.

Dazu kommt das Kleingedruckte der Vermögenserklärungen: Ehepartner werden ausgeschlossen, sodass nur die Informationen öffentlich werden, die der Politiker selbst ins Formular schreibt. Die Transparenz-Pantomime, sagen die skeptischsten Stimmen, wird nie mit dem Finanzamt abgeglichen. Und in diese Lücke passt alles.

Die eröffnete Jagdsaison und die fehlende Rechnung

Auslöser von allem war die vorgezogene Wahl mit Wohnen als Flaggschiff-Thema. Der kalkulierte Schachzug ist nach hinten losgegangen: Die Partei, die vom Drama der Mieten profitieren wollte, sieht sich nun als Partei der Großvermieter dargestellt. Die Agitationskampagne ist zur eigenen Abrisskampagne geworden.

Bleibt die unbequeme Frage, die niemand so richtig beantwortet: Wenn Wohnen wirklich ein Recht und kein Geschäft sein soll – warum häufen ausgerechnet diejenigen die meisten Immobilien an, die es verkünden? Oder war das Problem nie der Beton, sondern die Frage, wem er gehört?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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