Das spanische Staatsgesetzblatt beerdigt die gemeinsamen Standstreifen: Adios, Radfahrer auf den Straßen
Die neue Straßenordnung, die im BOE (dem offiziellen Staatsgesetzblatt Spaniens) veröffentlicht wurde, hat einem langen, angespannten Nebeneinander von Autos und Fahrrädern ein Ende gesetzt. Von nun an verschwinden die Standstreifen, und an ihrer Stelle wird ein Bordstein errichtet, um einen baulich getrennten Radweg zu schaffen – allerdings unter Bedingungen: Die Höchstgeschwindigkeit wird um 20 km/h gesenkt und Überholen ist verboten. Das heißt, eine Straße, die vorher 70 erlaubte, wird zu 50 mit Überholverbot, ein Bordstein, der die Reifen ruiniert, wenn man ihn streift, und null Sicherheitsstreifen, wenn man eine Panne hat.
Eine Änderung, die kein Verbot ist – aber fast
Wer ein einfaches Verbot erwartet hatte, auf dem Standstreifen zu fahren, wurde überrascht: Die Maßnahme wirft die Radfahrer nicht raus, sie sperrt sie in einen eigenen Radweg. Doch die Kosten für Autofahrer sind offensichtlich: längere Fahrzeiten, höheres Risiko von Fahrzeugschäden und weniger Raum für Notfälle. Für Hersteller von Rennrädern ist die Nachricht ein Schlag: Wenn Radfahrer den Standstreifen nicht mehr nutzen dürfen, schrumpft der Rennradmarkt schlagartig.
Die Kosten landesweiter Radwege
Der Vorschlag, diese Trennung auf alle Straßen auszuweiten, klingt auf dem Papier gut, aber die finanzielle Realität ist hart: Es fehlt schon das Geld für den Asphalt der bestehenden Straßen, geschweige denn für zwei Meter zusätzlichen, getrennten Asphalt an jeder Autobahn und Landstraße. Manche Befürworter verweisen auf das touristische und inländische Potenzial, aber die Rechnung geht nicht auf: Landesweite Radwege würden Milliarden kosten in einem Land mit chronischem Defizit bei der Basisinfrastruktur.
Kurz gesagt: Die neue Ordnung löst einen Konflikt, indem sie einen anderen schafft. Autofahrer verlieren den Standstreifen und bekommen Einschränkungen; die Radindustrie verliert Markt; und der Staat verspricht eine Infrastruktur, die er nicht bezahlen kann. Gewarnt ist gewarnt.
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