Spaniens Lebensmittelpreise steigen doppelt so schnell wie in Frankreich

Die Lebensmittelpreise in Spanien steigen um 2,3 % im Jahresvergleich, doppelt so schnell wie in Frankreich und zehnmal so schnell wie in Deutschland. Die lokalen Faktoren hinter dem Unterschied.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Lebensmittelpreise steigen doppelt so schnell wie in Frankreich
Spaniens Lebensmittelpreise steigen doppelt so schnell wie in Frankreich und zehnmal so schnell wie in Deutschland

Die Zahl macht die Runde: Die Lebensmittelpreise in Spanien steigen doppelt so schnell wie in Frankreich und zehnmal so schnell wie in Deutschland. Die naheliegende Deutung: der Wucher des Händlers, das Aufrunden, das aus zehn oder zwanzig Cent mehr pro Liter Kraftstoff siebzig oder achtzig Cent mehr im Einkaufskorb macht. Das Beispiel, das immer wieder genannt wird: fünf Kilo Kartoffeln, die vor dem Krieg gegen den Iran bis zu 4,30 Euro kosteten und jetzt bis zu 5 Euro kosten. Ein Sprung, der für den Käufer mit Kosten nicht zu rechtfertigen ist.

Bevor man die Fackeln entzündet, sollte man die Zahl einordnen. Die Zahl lautet 2,3 % im Jahresvergleich im August, laut Eurostat, das Spanien auf den zweiten Platz hinter Zypern setzt. „Doppelt so viel wie Frankreich“ und „zehnmal so viel wie Deutschland“ klingt brutal, weil diese Länder bei etwa 1 % bzw. 0,2 % liegen. 2,3 % liegen nahe am Zielwert der EZB, das ist keine Spirale. Schlimm war 2022-2023, als die Lebensmittel in Spanien zweistellig stiegen – und dieses Niveau ist nie wieder gefallen.

Warum Spanien schneller steigt als Frankreich, Italien oder Deutschland

Alle vier Länder teilen Euro und Zentralbank. Wäre die Notenpresse die Ursache, würden sie ähnlich stark steigen. Der Unterschied muss an lokalen Faktoren liegen, und der erste ist der Anteil frischer Produkte – Obst, Gemüse, Öl –, die viel empfindlicher auf Dürren und Produktionsschwankungen reagieren als ein Paket Industriepasta.

Der zweite Faktor ist die Handelsstruktur. Die Orangenkette veranschaulicht es: Laut einem Teilnehmer erhält der Erzeuger 0,30 Euro pro Kilo, das Supermarkt verkauft sie für 2 bis 4 Euro. Die Marge liegt nicht auf dem Feld, sondern auf dem Weg. Und drittens ist da der Vergleich selbst: Wenn der Nenner so niedrig ist wie der deutsche, wird jede relative Zehntelprozentstelle zur Schlagzeile.

Die Notenpresse, der Euro und das Falschgeld

Die monetäre Erklärung hat in der Debatte Konjunktur. Manche behaupten, die Inflation stamme von der Abwertung des Euro und die Notenpressen der EZB würden seit 2014 unaufhörlich Geldscheine ausspucken. Das Detail, das die einfache Version entkräftet: Die Anleihekäufe wurden nach dem Kapitalschlüssel verteilt, proportional zur Größe jedes Landes – gerade um zu verhindern, dass einem Land pro Euro BIP mehr gedruckt wurde als einem anderen.

Die zweite Front sind die europäischen Mittel. Manche argumentieren, Spanien erhalte mehr, als es beitrage, mit einem in der Unterhaltung genannten Netto-Saldo von rund 2 Milliarden Euro. Dieses Geld ist keine Geldschöpfung: Es stammt aus den Beiträgen der Nettozahler und aus Anleihen, die die EU am Markt platziert. Und der Größe nach entspricht dieser Saldo etwa 0,1-0,2 % des spanischen BIP. Viel zu wenig, um einen Unterschied bei den Lebensmittelpreisen zu erklären.

Vom Händler zum geopolitischen Kontext

Das Gespräch driftet in den größeren Rahmen. Manche verweisen auf die Sanktionspolitik und den Krieg als Ursache der gesamten Teuerung, andere entgegnen mit dem Argument, Geld sei eine Darstellung realen Reichtums: Je mehr falsches Geld in Umlauf gebracht werde, desto mehr Geld müsse denselben Reichtum tragen. Die Mittelschicht taucht im Hintergrund des Bildes auf, auf Kredit gestützt, während der Einkaufskorb teurer wird.

Die vollständige Rechnung, mit dem Vergleich von Nettozahlern und Nettoempfängern in allen vier Ländern, ist ein Vorschlag, der in der Unterhaltung geäußert, aber nie ausgearbeitet wird. Aber das ist schon eine andere Diskussion.

Wo die Analyse hakt, ist die Übersetzung der 2,3 % in die fünf-Euro-Tüte Kartoffeln. Die Statistik sagt, wir sind nahe am Ziel. Der Geldbeutel sagt etwas anderes. Und niemand hat bisher erklärt, warum beides gleichzeitig wahr sein kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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