Spaniens jüngste Notarin: 500 Themen mit 23 Jahren

Julia Cejudo besteht die Notarprüfung mit 23. Debatte über 500 Themen, lebenslange Stellen und Finanzierung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens jüngste Notarin: 500 Themen mit 23 Jahren
Notarin mit 23: 500 Themen für eine lebenslange Stelle

Das Bestehen einer Staatsprüfung mit 23 wird in Spanien wie eine olympische Medaille gefeiert. Julia Cejudo, aus Carmona (Sevilla), ist die jüngste Notarin des Landes und nannte selbst den Preis im Titel: Sie verzichtete auf Wochenendausflüge und Reisen. Der Bürgermeister der Gemeinde, Juan Ávila, sprach von Stolz für ihre Familie, Freunde und das gesamte Dorf sowie von einem Beispiel für Fleiß und Ausdauer. Bis hierhin der übliche Ablauf.

Das Problem entsteht, wenn gefragt wird, wozu diese Arbeit genau dient. Dann bricht der Konsens zusammen. Was auf der Titelseite ein persönlicher Erfolg ist, entpuppt sich in der wirtschaftlichen Analyse als Diskussion über Berufsstände, die es in wenigen Nachbarländern gibt, über das Auswahlverfahren und darüber, wer die Struktur finanziert.

Was macht ein Notar und warum wird sein Nutzen hinterfragt?

Ein Notariat ist ein privates Unternehmen mit regulierten Gebühren und zugleich eine delegierte öffentliche Funktion: Es beglaubigt Kaufverträge, Erbschaften, Hypotheken und Vollmachten. Manche behaupten, der Vorgang sei technisch entbehrlich, da die Transaktion in einer Blockchain dokumentiert werden könnte und kein öffentlicher Urkundsperson nötig wäre. Die häufigste Kritik beschreibt den Beruf als neunzehntes Jahrhundert und überflüssig in einer digitalisierten Wirtschaft.

Dem gegenüber steht das klassische Argument: Kein elektronisches Register bietet heute die rechtliche Sicherheit, die bei einem Kauf oder einer Erbteilung erforderlich ist, und Vergleiche mit Ländern ohne obligatorisches Notariat sind irreführend, weil dort Anwälte und Versicherer den Papierkram übernehmen. Die Diskussion endet selten mit Zahlen. Sie endet damit, dass einige einen Dienst sehen und andere eine Mautstation.

Die Notarprüfung: 500 Themen und Pauken

Der Lernstoff umfasst etwa 500 Themen. Dieser Fakt bestimmt die gesamte Debatte über Leistung. Eine Strömung reduziert dies auf Gedächtnisleistung und wörtliches Rezitieren und weist darauf hin, dass juristische Prüfungen einen sehr spezifischen Typus anziehen: Menschen, die nie gearbeitet haben und jahrelang zu Hause mit ihren Unterlagen eingesperrt sind.

Die Gegenposition leugnet die Fakten nicht, ändert aber den Rahmen. Am Tag, an dem man die Prüfung besteht, endet die Notwendigkeit des Auswendiglernens, fasst ein Analyst zusammen und erinnert daran, dass das Gedächtnis wie ein trainierbarer Muskel funktioniert und dass tatsächlich Konzentration, Arbeitsfähigkeit und die Verknüpfung von Konzepten getestet werden. Auch allgemeine Intelligenz spiele eine Rolle, sagt er.

Die unbequemere Analyse greift nicht die Kandidatin an, sondern das System, das sie auswählt. Wenn der Filter vor allem Belastbarkeit belohnt, führt dies dazu, dass die Anstrengung auf das Bestehen statt auf Produktivität ausgerichtet ist und dass dieselben Stunden, die für Forschung oder Kreativität genutzt würden, für das Rezitieren draufgehen. Diese Kritik taucht jedes Mal wieder auf, wenn ein solcher Erfolg veröffentlicht wird.

Carmona ‘von oben’: Die Erzählung von Leistung und Herkunft

In der Diskussion wird behauptet, die Herkunft der jungen Frau sei nicht bescheiden. Es wird angemerkt, dass sie im Wohnviertel von Carmona lebt, dem mit Villen und Luxuswohnungen, mit einem fördernden Umfeld und Zugang zu privaten Akademien, und betont, dass jemand aus einfachen Verhältnissen es viel schwerer hat, in diese Kreise einzudringen. Diese Angabe wurde durch keine andere Quelle bestätigt.

Die Entgegnung ist ebenso einfach: Gut leben besteht die Prüfung nicht für dich. Keine familiäre Stellung bürgt vor Gericht für jemand anderen, und eine mehrjährige Prüfung auf die Postadresse zu reduzieren, ist eine bequeme Art, jemandem die Leistung abzusprechen, der sie erbracht hat. Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Wie viel kostet es den Steuerzahler? Grundsteuer, Müllgebühren und Prunk

Der rote Faden ist fiskalisch. Es wird argumentiert, dass eine Gemeinde die Müllgebühr nach dem Wert der Immobilie und nicht nach dem erzeugten Abfall berechnet, und dass jemand, der auf 300 m² wohnt, nicht mehr kommunale Dienste verbraucht als jemand, der auf 45 m² wohnt. Das angeführte Beispiel ist ein Einlass zu einem städtischen Konzert, der am Ende 100 Euro kosten kann, die auf der Grundsteuerrechnung eines Nachbarn landen, der gar nicht hingeht.

Auf der anderen Seite wird verteidigt, dass wer mehr für die Wohnung zahlt, auch mehr beitragen sollte, weil dies eine vernünftige Lastenverteilung ist und keine Bestrafung für Vermögen. Und es wird hinzugefügt, dass diese Belastungen keinen Preisverfall verhindert haben: Zwischen 2007 und 2015 sanken die Preise in Madrid trotz geltender Grundsteuer. Das Detail, wie die städtische Rechnung postenweise aufgeteilt wird, erzeugt die meiste Diskussion.

Vom Radar zum Silicon Valley: Wie das Gespräch abgelenkt wurde

Wie so oft verschob sich der Fokus. Vom Notariat sprang man zu den Radargeräten: Es wird daran erinnert, dass Spanien weniger Radarfallen pro Kilometer hat als Italien, Deutschland und Großbritannien, aber diese drei Länder bei der Länge der Autobahnen und Schnellstraßen deutlich übertrifft. Von dort zur Modellvergleich: Silicon Valley produziert Tesla, NVIDIA und Amazon; hier ist der nationale Stolz eine Prüfungsakademie und ihre Absolventen.

Und nebenbei schlich sich die am häufigsten wiederholte Schlussfolgerung ein, fast schon ein literarisches Genre: Die Protagonistin werde, wie es heißt, ihren Partner unter Kandidaten ihrer neuen sozialen Höhe wählen müssen. Dies ist die Art von Kommentar, der mehr über den Kommentator aussagt als über die Person.

Wenn die Stelle als lebenslanges Privileg gilt und die Prüfung in auswendig gelernten Themen gemessen wird, was wird dann genau belohnt: Talent, Widerstandsfähigkeit oder die Fähigkeit, zu Hause zu bleiben, während jemand anderes die Rechnung bezahlt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (140 Antworten).

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