Spaniens Inflation bei 4,3 % – doch Mietpreise und Alltagskosten steigen viel schneller

Die offizielle Inflation in Spanien liegt bei 4,3 %, während ein Restaurantmenü 32 Euro kostet und die Immobilienpreise explodieren. Zählt der VPI die ganze Wahrheit?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

4,3 % VPI: Die Kerninflation beruhigt die Statistiker, nicht den Geldbeutel

Das Menü im Restaurant von Paco kostet inzwischen 32 Euro, und eine 100-Quadratmeter-Wohnung nähert sich der Millionengrenze. Derweil bewegt sich die offizielle Inflation in Spanien bei 4,3 % – eine Zahl, die für viele wie ein Euphemismus klingt. Die vom El Mundo aufgegriffene Zahl hat den Streit über die Messmethode neu entfacht: Ist das eine vorübergehende Schwankung, oder ist das Thermometer kaputt?

Hinter der Zahl steht eine klassische Spaltung. Wer sich auf die Kerninflation beruft, hält dagegen, dass der Großteil des Anstiegs aus den Treibstoffpreisen kommt – mit der Straße von Hormus als Kulisse – und aus den Lebensmitteln, die unter einer schwierigen Ernte leiden. Nach diesem Indikator wäre Pessimismus verfrüht. Doch auf der anderen Seite steht der Alltag: Wohnkosten fließen nicht in die Berechnung ein, und selbst die Vorsichtigsten räumen ein, dass das ein "Unding" ist.

Die Debatte bleibt nicht bei der Statistik. Da die Lebenshaltungskosten steigen, gerät die Rentenpolitik ins Spiel. Manche erinnern daran, dass die Rentenanpassung gesetzlich an den VPI gekoppelt ist: Schließt er bei rund 4,3 %, könnte die Erhöung im nächsten Jahr bei 5-6 % liegen. Und das, so warnen einige, werde auf Widerstand der Europäischen Zentralbank und Brüssels stoßen, während die geschäftsführende Regierung das Problem dem überlässt, der es dann verwalten muss.

Die unmittelbarste Folge zeigt sich ohnehin bei den Zinsen: Eine Inflation, die sich nicht bezwingen lässt, erschwert die erhoffte Zinssenkung. Jeder zähe Zehntelprozentpunkt verzögert die Entlastung für Hypothekennehmer und Unternehmen.

Und während die Fachleute über Kernraten und Komponenten streiten, schaut der Bürger auf seinen Geldbeutel und rechnet nach. Die offiziellen Daten, spottete ein Analyst, seien "ein ferner Bezug zur Realität". Bei einem Menüpreis von 32 Euro fällt es kaum jemandem ein, das zu bestreiten.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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