Spaniens Gewerkschaften schweigen bei Adif-Schuldzuweisung an Mitarbeiter

UGT und CC.OO schweigen, während Adif einen Mitarbeiter benennt und die Guardia Civil Druck zur Zugbewegung nach dem Unfall von Urda untersucht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Gewerkschaften schweigen bei Adif-Schuldzuweisung an Mitarbeiter
Gewerkschaften schweigen, während Adif einen Mitarbeiter benennt

Ein Adif-Mitarbeiter wird namentlich in den durchgesickerten Gesprächen der Leitstelle nach dem Zugunfall von Urda genannt. Die Guardia Civil ermittelt, ob hinter dem „menschlichen Versagen“ Druck ausgeübt wurde, um Züge weiterfahren zu lassen und Verzögerungen zu vermeiden. Und die beiden größten Gewerkschaften, UGT und CC.OO, schweigen. Das ist kein Detail am Rande: Ein Teil des Eisenbahnsektors vertritt seit langem die Ansicht, dass diese Organisationen eher der Regierungsagenda als ihren zahlenden Mitgliedern dienen.

Die Unzufriedenheit bricht in einer heiklen Phase aus. Verkehrsminister Óscar Puente schließt einen Rücktritt aus und betont die Unterstützung durch Premierminister Sánchez, während er prüft, den Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Barcelona für bis zu zwei Jahre einzustellen. Fahrdienstleiter berichten über Druck, damit Züge nicht stehen bleiben. Eine Prüferin von Renfe erklärt, dass täglich Züge aufgrund von IT-Pannen von den Karten verschwinden und dass nach tausenden Berichten Drohungen eingegangen seien.

Wer finanziert die Gewerkschaften?

Die Kritik im Sektor ist struktureller Natur, keine Anekdote. Manche argumentieren, dass die Gewerkschaften besser leben als die Arbeitnehmer, die sie angeblich schützen, in großen Unternehmen oder solchen mit Ministerien nur scheinbar Kämpfe führen, die sie stets verlieren, und dass die jeweilige Regierungspartei ihre Zuwendungen erhöht. Die Schlussfolgerung lautet: Sie verteidigen ihre Geldgeber, nicht ihre Mitglieder.

Daten verdeutlichen das Misstrauen. Die meisten Lokführer sind anderen Gewerkschaften beigetreten. Fahrdienstleiter, Hafenarbeiter und Polizisten, die echten Schutz suchen, wenden sich von den großen Zentralgewerkschaften ab. Die Eisenbahngewerkschaft Alferro hat beim Generalstaatsanwalt des Obersten Gerichtshofs Anzeige gegen Puente wegen der Leckage der Gespräche zwischen Leitstelle und Lokführern erstattet.

Der Streik am 17. November

Die Adif-Gewerkschaften haben für den 17. November zu einem Streik aufgerufen, um von der Regierung mehr Sicherheit zu fordern. Der Aufruf erfolgt, nachdem die Exekutive fast 700.000 Euro an Organisationen für „Migrantinnen“ und Unterstützer des Generalstreiks am 11. November am selben Tag wie der Unfall von Urda überwiesen hatte. Der Zeitpunkt wirft Fragen auf.

Das Schreiben des ehemaligen Instandhaltungsleiters des AVE ist eines der härtesten Dokumente des Falls: „Den Regulator namentlich ohne jegliche Ermittlung anzuschuldigen, ist empörend.“ Laut veröffentlichten Berichten sind die Fahrdienstleiter alarmiert, dass die Identität des benannten Mitarbeiters durchgesickert ist. Der Schatten der Korruption liegt über dem Verkehrsressort.

Ein wiederkehrendes Muster

Diese Szene hat ein Vorbild. Die CNT-Gewerkschaft der Mitarbeiter der Taberna Garibaldi, der Lokalität von Pablo Iglesias, hatte eine „entwürdigende Behandlung durch die Unternehmensverantwortlichen“ mit Schichten von bis zu 14 Stunden angeprangert. Konsistenz ist in bestimmten Kreisen Mangelware.

Währenddessen hält die offizielle Erzählung weiterhin den Mitarbeiter für schuldig. Und jene, die ihn verteidigen sollten, schweigen. Mit diesen Voraussetzungen ist die Frage nicht, ob die Gewerkschaften ihr Image zurückgewinnen werden, sondern wie lange es dauert, bis der nächste Mitarbeiter namentlich beschuldigt wird.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (47 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver