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Spaniens Flüchtlingsheime kosten 70.000 Euro pro Platz jährlich
Aufnahmezentren für unbegleitete minderjährige Migranten in Spanien kosten 70.000 Euro pro Platz und Jahr. Eine detaillierte Aufschlüsselung ergibt rund 200 Euro täglich pro Bewohner.
70.000 Euro pro Platz: Die Wirtschaftlichkeit der Minderjährigenbetreuung
Ein Aufnahmezentrum für unbegleitete minderjährige Migranten kostet etwa 70.000 Euro pro Platz und Jahr. Diese Zahl taucht in der öffentlichen Debatte über Migrationspolitik immer wieder auf, meist um angebliche Gewinne der betreibenden Organisationen anzuprangern. Eine vollständige, postenweise Aufschlüsselung liefert ein Ergebnis, das jene überrascht, die dort einen Goldgräber erwarten: Es ergibt sich ein Tagessatz von rund 200 Euro pro Bewohner.
Die fehlende Aufschlüsselung
Der häufigste Vergleich ist der mit Kreuzfahrtschiffen. Ein Schiff mit Animateuren, Köchen, Wartungspersonal, Treibstoff, Einrichtungen und Verpflegung kostet mehr als 200 Euro pro Passagier und Tag. Ein Kinderheim bietet zentrale Küche, Betreuer, Wartung und Versorgung. Der Unterschied liegt darin, dass die Bewohner weder Menü noch Shampoo wählen können. Wer behauptet, das Geschäft liege bei den Vermittlern, rechnet vor, dass die betreibende Organisation zwischen 10.000 und 15.000 Euro pro Platz und Jahr einbehält und der Rest in Betriebskosten fließt. Mit 15.000 Euro netto im Jahr lebe eine Person nicht gerade im Überfluss, so ihr Argument.
Was kostet die Unterbringung eines Bewohners wirklich?
Die Antwort hängt davon ab, was einbezogen wird. Manche vergleichen die Ausgaben mit einem Privathaushalt mit Ölheizung, der für zwanzig Personen 6.000 Euro monatlich kostet: allein 300 Euro pro Monat und Bewohner nur für Heizung. Addiert man Strom, Wasser, Gas, Glasfaser, Reinigung und städtische Infrastruktur, schießen die Kosten in die Höhe. Die unbeantwortete Frage bleibt, wie viel dieser Ausgaben Struktur und wie viel Gewinn sind. Kritiker des Systems verweisen auf Klientelnetzwerke, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden; Befürworter des Modells weisen darauf hin, dass jede Alternative zur Unterbringung vergleichbare Kosten verursacht.
Das unhaltbare Argument: Migration als lukratives Geschäft
Die These vom „Schnellrestaurant“ (Gewinnmacherei) basiert auf einer fragilen Prämisse: dass die Organisationen den Großteil des Geldes behalten. Die aggressivste Berechnung spricht von 60.000 Euro Marge pro Platz. Die vorsichtigere Variante nennt 10.000 bis 15.000 Euro. Der Unterschied zwischen beiden beträgt den Faktor vier, und keiner wurde in dieser Diskussion öffentlich geprüft. Was hingegen konstant erscheint, ist die Zahl: 70.000 Euro pro Platz und Jahr. Auf dieser Basis werden alle anderen Zahlen aufgebaut.
Die politische Antwort: Zuständigkeiten und Trägerschaft
Die Verwaltung der Zentren obliegt den Autonomen Gemeinschaften, während die Abschiebung von Personen ohne Aufenthaltserlaubnis in die Zuständigkeit des Innenministeriums fällt. Diese Aufteilung erklärt, warum eine Region ein Zentrum schließen kann und eine andere nicht. In Murcia kündigte ein stellvertretender Regionalpräsident die Schließung eines Zentrums an, obwohl er nicht für das entsprechende Ressort zuständig war. Das praktische Ergebnis, warnen einige, sei, dass die Bewohner auf der Straße landen. Als Alternative wird vorgeschlagen, sie in Kasernen oder Erziehungsanstalten einzusperren, bis eine Rückführung möglich ist. Keine der beiden Optionen löst das Grundproblem: Was geschieht mit denen, die bereits hier sind und nicht zurückgeführt werden können?
Was die Zahlen über Integration aussagen
Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid erklärte, das Problem sei nicht die Migration selbst, sondern die Integration, und es gebe keine Daten, die darauf hindeuteten, dass Migranten gewalttätiger seien. Diese Aussage hat die Debatte nicht beendet. Manche vertreten die Ansicht, dass die mit irregulärer Migration verbundene Kriminalität unterdiagnostiziert sei; andere entgegnen, dass die verfügbaren Daten diese These nicht stützen. Was sich jedoch überprüfen lässt, sind die Kosten: 70.000 Euro pro Platz und Jahr, unabhängig davon, wer sie verwaltet.
Angesichts dieser Unterschiede sollte sich die Diskussion auf die Prüfung der tatsächlichen Kosten konzentrieren. Sie dreht sich weiterhin um die Zahl von 70.000 Euro. Niemand hat bisher die vollständige Aufschlüsselung veröffentlicht. Wahrscheinlich wird die Zahl viele überraschen, wenn sie endlich bekannt gegeben wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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