Spaniens Fahrradblase platzt: 40% Rabatte und Preisverfall
Der spanische Fahrradmarkt befindet sich im Katerzustand. Laut Forumsteilnehmern ist die Nachfrage nach dem Verkaufsanstieg und Preishoch nach Ende des Lockdowns eingebrochen. Geschäfte haben von 10-20% Rabatt auf aggressive Ausverkäufe mit 40% Reduzierung umgestellt. Das Angebotsscarcity, das Marken ermöglichte, hohe Preise für Rahmen zu verlangen, hat sich in unverkauften Lagerbeständen verwandelt. Mit dem Einbruch des Geschäfts schwindet auch die Erzählung, die es trug: das Rennen, bei jeder Bergfahrt professionell auszusehen.
Die Rechnung für Amateure, die als Experten gelten wollen, ist hoch. Eine im Diskurs kursierende Berechnung schlüsselt die Mindestausrüstung auf, um bei einer Gran Fondo nicht negativ aufzufallen: ein starres Carbonrad für 4.000 Euro oder ein Fully für 5.500 Euro, GPS für 250 Euro, Jahresabo der Trend-App für 60 Euro, zwei Sommertrikots für 150 Euro, zwei Wintertrikots für 170 Euro, zwei kurze Bibshorts für 220 Euro, zwei lange für 250 Euro, Helm für 120 Euro, selbsttönende und Sonnenbrillen für je 100 Euro, Handschuhe, spezifische Socken, Schuhe für 120 Euro, Thermojacke für 100 Euro. Gesamt: 5.905 Euro mit starrem Rad und 7.405 Euro mit Fully. Und dies ist die Untergrenze, nicht die Obergrenze, laut dieser Schätzung.
Fachjargon des Geschäfts: Globero, technisch und Strava
Das Phänomen hat seinen eigenen Jargon. Wer nicht schnell bergauf fährt oder aggressiv abfährt, wird als Globero (abwertend für langsame Fahrer) bezeichnet, ein Label, das laut Thread-Autor jene verwenden, die sich als Profis ausgeben, um jeden einzustufen, der nicht den sportlichen Olymp erreicht. Der Druck funktioniert, behauptet er: Manche geben Unsummen aus und leiden wie Hunde, um ihren Status zu erhöhen und das Stigma zu vermeiden. Man geht nicht mehr einfach Rad fahren; man trainiert. Es gibt keine Radfahrer mehr, nur noch Biker. Man isst keine Banane; man nimmt Gel-Nahrung zu Kaviarpreisen zu sich. Und wenn die Ausfahrt nicht in der Trend-App geteilt wird, existiert sie nicht.
Das Allzweckadjektiv ist technisch: technische Kleidung, technischer Anstieg, technische Abfahrt, technische Ausrüstung. Alles von Decathlon ist ein Ärgernis. Ein Alu-Rad ist kein Rad, es ist Schrott. Ein Carbon-Rad, älter als drei oder vier Jahre, ist veraltete Geometrie, auch wenn es ein Vermögen kostete. Die Wartung setzt dem Ganzen die Krone auf, laut derselben Erzählung: eine 1.000-Euro-Federgabel verlangt Service alle 120 Stunden, kostet über 100 Euro, und eine 50-Euro-Kette hält 1.200 Kilometer. Bei einem Jahr Fahrten gehen Hunderte Euro für Werkstätten drauf.
Das Aerodynamik-Argument bei 15 km/h
Die Anekdote, die die Sache am besten beschreibt, stammt vom Autor der Analyse: Er fährt mit einem Kollegen los und fragt, warum man eng anliegende Trikots tragen muss. Die Antwort ist Aerodynamik; weite Shirts flattern und bremsen. Gut. An diesem Tag fuhren sie Mountainbike auf einer holprigen Piste mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,8 km/h. Beide lachten sich kaputt. Tour-de-France-Physik angewandt auf einen Ziegenpfad.
Neben der offiziellen Erzählung gibt es eine andere Strömung, die nichts ausgibt: ein 500-Euro-Alu-Rad, Eigenwartung, zwei Wasserflaschen und zwei Stück Obst. Sie fahren 60 Kilometer und 2.000 Höhenmeter an Postkartenorten, wo nur Herdenschutzhunde einen Teil des Sandwiches verlangen, erzählt ein Nutzer. Und sie treffen auf Fahrer mit 5.000-Euro-Ausrüstung, die, kurioserweise, Mindestlohn beziehen, fügt er hinzu.
Was kostet ein echtes Rad wirklich?
Mit dem Kater bietet der Markt nun Dinge an, die vorher undenkbar waren, sagen Teilnehmer. Für 1.500-2.000 Euro gibt es Räder, die den meisten reichen, und online tauchen neue Modelle mit Felgenbremsen für 1.399 Euro auf, behauptet ein Forennutzer. Ein anderer berichtet, ein Bianchi Specialissima Comp mit 105 Di2 Gruppe und integriertem Lenker im Schlussverkauf für 3.500 Euro im Laden gekauft zu haben. Ein weiterer sagt, ein gebrauchtes CAAD 10 mit Ultegra gehe für 600 Euro weg, wiege 8 Kilo und entspreche heutigen Rädern im Wert von 4.000 bis 10.000 Euro. Hochwertiges Material, Posten für Posten aufgeschlüsselt, lässt eine überraschende Marge, laut diesen Meinungen.
Die Krise der Branche ist bereits in den Läden spürbar, heißt es. Mammoth hat zwei Filialen in Madrid geschlossen, und ein Geschäft im Viertel Las Letras, das in eine riesige Fläche in Atocha umgezogen war, hielt weniger als ein Jahr durch, berichten sie. Schlussverkäufe sind keine Rabatte; sie sind Überlebenskampf, interpretieren sie.
E-Bikes und der Reinheitskrieg
Die Debatte hat sich auch über die elektrische Unterstützung gespalten. Manche verteidigen sie als tägliches Werkzeug: schwitzfrei zur Arbeit kommen, schneller als öffentliche Verkehrsmittel. Andere verachten sie mit Beschimpfungen gegenüber bestimmten Gruppen. Im Enduro hingegen wird sie gefordert: Wer wie Kamikaze abfährt, muss frisch bergauf kommen, um wiederholen zu können, und dort macht das E-Bike absolut Sinn, argumentiert ein Teilnehmer.
Ein Abschluss fehlt. Mit 40% Rabatt und Ladenschließungen hätte der Kauf explodieren müssen. Das passiert nicht, laut dem Thread. Und während sich der Bestand ansammelt, bleibt die Frage im Raum, wie viel von jenem Hype Sport war und wie viel Show.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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