Spaniens CGPJ einstimmig: Sánchez schwächt die Demokratie mit Angriffen auf Richter

Das spanische CGPJ warnt einstimmig, dass die Angriffe der Regierung auf Richter "die Grundfesten der Demokratie schwächen", und reagiert damit auf Kritik von Sánchez und Puente.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

CGPJ einstimmig gegen Sánchez: "Er schwächt die Grundfesten der Demokratie"

Die Ständige Kommission des Generalrats der Judikative (CGPJ) hat einstimmig eine institutionelle Erklärung verabschiedet, in der sie ihre "Besorgnis" über Äußerungen hochrangiger Regierungsvertreter zum Ausdruck bringt, die die Unabhängigkeit und die Gesetzesbindung gerichtlicher Entscheidungen in Frage stellen. Das Leitungsorgan der spanischen Justiz argumentiert, diese Angriffe "schwächten die Grundfesten der Demokratie".

Die Erklärung ist eine direkte Antwort auf die Äußerungen des Verkehrsministers Óscar Puente und anderer Regierungsmitglieder, die Gerichtsentscheidungen offen kritisiert haben. Der CGPJ warnt in einem seltenen Zeichen der Einigkeit, dass die Infragestellung der Unparteilichkeit der Richter den Rechtsstaat untergräbt.

Eine späte Warnung oder ein Wendepunkt?

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Manche halten, der CGPJ komme zu spät: "Jetzt merkt er es erst? Besser spät als nie", ist in der öffentlichen Debatte zu hören. Andere sehen in der Einstimmigkeit einen verzweifelten Versuch, die Glaubwürdigkeit der Institution zu retten, gerade wenn der Fall um den Freund der madrilenischen Regionalpräsidentin oder die Auftragsvergaben im Fall Koldo einen perfekten Sturm erzeugen.

Die ohne eine einzige Gegenstimme verabschiedete institutionelle Erklärung spiegelt eine tiefe Unruhe in der Justiz wider. Der CGPJ äußert sich normalerweise nicht so deutlich: Die Regierungs kritik als "demokratische Schwächung" zu bezeichnen ist ein Schritt, der seit den Zeiten des "tamayazo" oder der Schnellreform der Judikative nicht mehr gegangen wurde.

Der Hintergrund: mehr als Worte

Hinter dem institutionellen Konflikt steht ein offener politischer Machtkampf. Die Regierung von Pedro Sánchez hat Urteile wie jenes, das die katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter des procés freispricht (das Amnestiegesetz), oder jenes, das ihren engen Umfeld untersucht, offen in Frage gestellt. Die Antwort des CGPJ ist nicht nur eine Erklärung: Sie ist eine Warnung, dass die Justiz keine Einmischung tolerieren wird.

Derweil breitet sich in sozialen Netzwerken und Foren die Vorstellung aus, dass "der Kaiser nackt ist", der CGPJ aber erst reagiert, wenn der Schaden bereits geschehen ist. Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob diese Warnung eine echte Wirkung haben wird oder als folgenlose institutionelle Geste endet.

Der Machtkampf zwischen Exekutive und Judikative ist nichts Neues, doch die Einstimmigkeit des CGPJ und die Schärfe der Sprache markieren einen Punkt ohne Wiederkehr. Wer auf eine Deeskalation hofft, liegt wahrscheinlich falsch.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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