Das Abendessen der Absolventen mit 24: Eine Versprechen, das nie eingelöst wurde
Neun Freunde sitzen im Alter von 24 Jahren zum Abendessen in Barcelona zusammen. Sie haben studiert – Physik, andere Fachrichtungen – und keiner lebt von dem Job, der ihnen als Kind versprochen wurde. Einer fasst es ohne Umschweife zusammen: Die Lage ist „kaum weniger dantesk“. Dieser häusliche Tisch eröffnete eine Diskussion, die elf Jahre später noch immer offen war und dieselbe Bilanz aufwies.
Denn darum geht es: Wurde diese Generation getäuscht oder hat sie sich selbst getäuscht? Aus den neun Freunden entsteht das Porträt eines Landes, das seine Kinder für einen Markt ausbildete, der sie nicht einstellen würde. Was als Kummer am Esstisch begann, endete als Abrechnung zwischen den Generationen.
Das Abendessen, das eine Generation mit Abschluss und ohne Gehalt porträtierte
Die Bestandsaufnahme ist lehrbuchhaft: Eine Physikerin schließt ihr Studium ab, wohnt bei ihren Schwiegereltern und hütet nachmittags Kinder; ein Tischler arbeitet halbtags; Absolventen summieren zusammen, was sie können. Niemand ist dort, wo er glaubte, sein zu werden. Die Generation, die alles tat, was man ihr sagte – lernen, bilden, Sprachen –, landete auf einem Markt, der sie nicht erwartete.
Es ist keine humanitäre Tragödie, und das sollte gesagt werden: Die Szene ist winzig, ein Abendessen der Mittelschicht. Aber ihr Wert liegt im Röntgenbild. Wenn neun Menschen ohne Verbindung zueinander dieselbe Prekarität teilen, ist es kein individuelles Pech mehr.
Wurden sie getäuscht oder täuschten sie sich selbst?
Die zentrale These lautet, dass dieser Generation eine Geschichte verkauft wurde: Verdienst, Anstrengung, Abschluss und am Ende ein Arbeitsplatz. Dem gegenüber steht die häufigste und unbequemste Antwort: Niemand hat einen Vertrag unterschrieben, der etwas für einen an der Wand hängenden Abschluss versprach. „Du hast dich selbst getäuscht, indem du geglaubt hast, was dir gesagt wurde, weil es das war, was du hören wolltest“, fasst eine der härteren Strömungen zusammen.
Es gibt ein Zwischenglied, das kaum jemand betritt. Die in den Neunzigern Geborenen taten genau das, was ihr Umfeld von ihnen verlangte, und entdeckten, dass der Abschluss aufgehört hatte, knapp zu sein. Wenn jeder das Papier hat, hört es auf, ein Vorteil zu sein, und wird zur Verwaltungsformalität.
Handwerksberufe: Der angebliche Ausweg, der auch nicht passt
Der Mythos des Technikers, der Haushaltsgeräte repariert und reich wird, während der Akademiker weniger verdient, wiederholt sich. Das Kleingedruckte entkräftet dies: Ein CNC-Fräser kommt nicht auf 1.100 Euro monatlich und das Abladen von Kisten wird mit 800 Euro bezahlt. Der Mangel an Aufträgen in kleinen Metallbaufirmen zwingt sogar dazu, die Arbeitszeiten zu reduzieren.
Aus anderen Klassentreffen stammen weitere Daten in derselben Richtung: In einer Gruppe von 26 oder 27 ehemaligen Schülern hatten sechs einen Studienabschluss und nur einer arbeitete, eine Krankenschwester. Handwerksberufe sind kein Allheilmittel; sie funktionieren, wenn die Nachfrage steigt, nicht aufgrund einer geheimen Berufung des Marktes.
Unternehmertum oder Flucht: Das Rezept, das sich ohne Zahlen wiederholt
„Ihr lernt viel und wartet darauf, dass euch Arbeit gegeben wird. Versucht, sie zu schaffen“, liest man, mit dem ehrlichen Gegenpunkt dessen, der zugibt, es zwei- oder dreimal versucht und gescheitert zu sein. Das Mantra der Selbstständigkeit kollidiert mit der grundlegenden Buchhaltung: Jedes Geschäft erfordert Vorankapital, das diese Generation nicht hat, und vom ersten Tag an kassieren Vermieter, Finanzierungsinstitute und Steuerbehörden, bevor das Geschäft Umsatz macht.
Der Weg ins Ausland sammelt durchaus Erfolgsgeschichten. Es gibt Absolventen, die ausgewandert sind und heute Angebote von Apple, Google und Facebook vorweisen können. Und wer dies von einer Baustelle aus erzählt, bei über 35 Grad, mit zwei Abschlüssen und einem Pass voller Stempel, macht klar: Hinauszugehen ist kein Plan, sondern ein Rettungsring.
Der Krieg der Generationen: Renten und gesellschaftliche Mehrheit
Je länger die Diskussion dauert, verlagert sich der Fokus vom Individuum auf die Verteilung der Rechnung. Der Generationenkonflikt taucht auf: Ältere, die lebenslang Beschäftigung hatten, gegen junge Menschen, die dies durch Steuern finanzieren. Dies wird schonungslos dargestellt. Die gesellschaftliche Mehrheit, die an der Wahlurne entscheidet, ist nicht diejenige, die heute einzahlt, sondern die, die bezieht.
Die unbequemste Berechnung ist die, die jeden Monat einen festen Betrag vom Gehalt abzieht – 500 Euro in einem genannten Fall –, um die Rente eines Fremden zu zahlen, der, so wird argumentiert, bereits sein Haus abbezahlt hat. Dort stößt die Analyse an ihre Grenzen, da sie intergenerationelle Solidarität mit dem Design eines Systems mischt, das den Zahlenden so behandelt, als hätte er Überschüsse.
Elf Jahre später, dieselbe Diagnose
Das Auffälligste ist nicht das Porträt, sondern seine Gültigkeit. Mehr als ein Jahrzehnt nach jenem Abendessen bleibt die Bilanz gleich: defekter sozialer Aufzug, Koffer oder Staatsprüfung. „Koffer, Staatsprüfung oder Tod“, fasst eine der Antworten zusammen, die hinzufügt, dass nur Medizin, Pflege oder Lehramt eine halbwegs sichere Tür bieten.
Unterdessen nähern sich die Protagonisten jenes Abendessens den 35. Niemand hat das Ergebnis aktualisiert. Und dort bleibt die Analyse stecken: Wir wissen, dass das Modell nicht funktioniert, aber wir haben nicht entschieden, ob das Problem die Erzählung, der Markt oder wir selbst waren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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