Spaniens alte Küche: Food-Nostalgie gegen die Frittierorgie

Ensaladilla rusa, Schnitzel, Steakbrot und viel Frittiertes: das altbekannte spanische Rezeptrepertoire weckt Nostalgie und Warnungen vor Cholesterin und mangelnder Lebensmittelhygiene.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die altspanische Küche und der ernährungsphysiologische Preis der Nostalgie

Food-Nostalgie hat einen neuen Katalog: das Repertoire der altbekannten spanischen Rezepte, jene Sammlung traditioneller Gerichte, die jetzt im Videoformat kursiert. Zwischen Hommage und Warnung hinterlässt der Rückblick auf diese Gerichte mehr als nur einen Cholesterin-Schauer.

Ensaladilla rusa, Wassermelone und Erdmandeln: das Menü eines ewigen Sommers

Der klassische Ensaladilla rusa (spanischer Kartoffelsalat) herrscht weiterhin als Stargericht des Sommers, mit gekühlter Wassermelone als Nachtisch und Erdmandeln vom Jahrmarkt als Alternative. Das sind die Klassiker, die nie aus der Mode kommen, auch wenn so mancher bei der Wassermelone widersprechen würde. Dazu kommen die Schwergewichte der spanischen Bar: Schnitzel, Steakbrot und Schinken-Käse-Toast – Gerichte, die allein beim Nennen den Appetit wecken.

Frittiertes, Cholesterin und das brüchige Gedächtnis der Nachkriegszeit

Die Kritik an diesem Repertoire ist deutlich: alles Frittierte, unmöglich täglich zu essen, ohne dass das Cholesterin in die Höhe schießt und ein "Bierbauch" entsteht. Dazu kommt eine gesundheitliche Warnung: Viele dieser Rezepte waren nie dafür gedacht, stundenlang ungekühlt an der Theke zu stehen, auch wenn sich früher niemand beschwerte. Das berühmte "Früher ist niemand gestorben" vergisst meist, dass die Rechnung mit Verzögerung kommt.

Aber das Gedächtnis bewahrt auch die Resteverwertungsküche. Aus der Nachkriegszeit stammen Kostbarkeiten wie die zarten Schoten der Saubohnen, die zu Omeletts verarbeitet wurden und heute als Delikatesse gelten.

Die Spannung ist programmiert: Das altspanische Rezeptrepertoire bezaubert durch seine Vertrautheit und erschreckt durch das, was ihm an Hygiene und Ausgewogenheit fehlt. Was niemand so ganz versteht: Wie kann man eine Küche so sehr vermissen, die – mit heutigen Augen betrachtet – eine Lebensversicherung gegen Cholesterin war?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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