Spaniens 200-Euro-Zulage pro Kind: die Rechnung geht nicht auf

Die spanische Regierung bereitet eine Zulage von 200 Euro pro Kind vor, doch Wohnungsmangel, Löhne und Misstrauen wiegen schwerer. Wird das etwas bringen?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

200 Euro für Kinder bekommen: die Rechnung, die nicht aufgeht

Gründet man eine Familie für 200 Euro im Monat? Die spanische Regierung bereitet eine pro-natalistische Maßnahme vor, die auf direkten Kinderzahlungen statt auf dem klassischen Weg über Steuervergünstigungen basiert. Die Idee klingt großzügig, doch die Skepsis ist unter denen, die bereits über dreißig sind, weit verbreitet: Der Scheck deckt nicht einmal die Kita-Gebühren, und niemand bei klarem Verstand entscheidet sich für ein Kind wegen einer kleinen Zuwendung.

Die direkte Zahlung und die Frage, wer sie erhält

Der Formatwechsel — von der Steuerermäßigung zum monatlichen Scheck — hat eine wirtschaftliche Logik: Er erreicht auch die, die keine Einkommensteuer zahlen. Das verärgert Steuerzahler, die seit Jahrzehnten Geld in die öffentlichen Kassen einzahlen und nichts zurückbekommen. Der wiederkehrende Vorwurf richtet sich nicht nur gegen die Subvention, sondern gegen das Gefühl, dass der Staat diejenigen belohnt, die bereits Kinder haben, mit Geld von denen, die sich dagegen entschieden haben oder es nicht konnten.

Und hier zeigt sich der zweite Riss: Wer profitiert wirklich von der Hilfe? Eine Seite behauptet, Familien mit vielen Kindern und wenig Einkommen, darunter viele mit Migrationshintergrund, würden die Hauptempfänger sein; die andere entgegnet, dass die Eltern am Spielplatz und im Elternbeirat eher dem pogre als dem traditionellen Profil entsprechen. Die Diskussion eskaliert, weil niemand Statistiken beibringt, nur Anekdoten.

Das baskische Experiment, das bereits scheiterte

Das Baskenland hat seit über vier Jahren eine ähnliche Zulage, bis zum achten Lebensjahr des Kindes, und konnte die Geburtenrate nicht heben. Es ist das empirische Argument, das am häufigsten genannt wird: Wäre Geld die entscheidende Variable, wäre das Baskenland voller Kinder. Ist es nicht. Die Skeptiker folgern, dass das Problem nicht wirtschaftlich ist, sondern eine Frage der Einstellung, der Lebensplanung, der Zukunftsangst oder schlicht fehlenden Verlangens.

Wohnung und Löhne, die Elefanten im Raum

Auch wenn die Zuwendung hilft, stößt die Entscheidung für Kinder an zwei Wände: die Immobilienpreise und die prekäre Arbeitslage. Wohnungen sind nach wie vor extrem teuer, die Löhne reichen nicht für lange Hypotheken, und Stabilität fehlt völlig. Wie eine Analyse zusammenfasst: Geld für Unsinn auszugeben ist leicht, aber eine Hypothek zwanzig Jahre lang zu bedienen verlangt mehr als einen monatlichen Scheck. Solange sich Arbeits- und Wohnungsmarkt nicht bewegen, bleibt die Maßnahme kosmetisch.

Die Rechnung geht zudem für die nicht auf, die ihr Erwerbsleben schon hinter sich haben: Ein Arbeitnehmer mit dreißig Beitragsjahren schätzt, rund 600.000 Euro zwischen Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und Sozialabgaben gezahlt und fünf Tage Krankengeld erhalten zu haben. Mit dieser Bilanz klingt jede Hilfe wie Kleingeld.

Am Ende verkündet die Regierung den 200-Euro-Scheck als die große Lösung. Die spanische Geburtenrate steigt nicht, selbst wenn das Geld auf dem Tisch liegt. Vielleicht, so die Ironiker, steigt nur die Zahl der Konten, die Subventionen erhalten — und das ist nicht dasselbe wie die Zahl der Wiegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (59 Antworten).

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