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Spanien zögert bei F-35B-Kauf trotz fehlender STOVL-Alternativen
Ohne wettbewerbsfähige STOVL-Alternativen verzögert Spanien die Entscheidung über den F-35B. Die Kosten von rund 200 Millionen pro Einheit stehen Drohnen und U-Booten gegenüber.
Spanien zögert bei F-35B-Kauf trotz fehlender STOVL-Alternativen
Der F-35B landet senkrecht; er startet nicht so. Diese technische Präzision, die in Diskussionen über den Ersatz des Harriers auf dem LHD Juan Carlos I bis zur Erschöpfung wiederholt wird, widerlegt die Hälfte der Schlagzeilen. Die andere Hälfte wird durch eine hartnäckige Tatsache widerlegt: Es gibt keine echte Alternative auf dem Markt. Weder jetzt noch in Jahren. Das Senkrechtstarter-Flugzeug, das Spanien für sein Flaggschiff benötigt, ist heute dasselbe, das viele als teuren Fehlschlag voller Mängel betrachten.
Der Harrier, mit über 50 Dienstjahren, bleibt der Vergleichsmaßstab. Ein Kampfflugzeug, das nur die Hälfte der Waffenlast seines Nachfolgers tragen kann und nicht mehr hergestellt wird. Die schwebende Frage ist nicht, ob der F-35B besser ist, sondern ob Spanien sich bemannte Trägerluftfahrt ohne ihn leisten kann.
Warum ist der F-35B die einzige Option für vertikalen Start?
Es gibt keinen Wettbewerb. Russland hat keine operativen STOVL-Systeme jenseits experimenteller Prototypen. Europa hat nie einen Harrier-Nachfolger entwickelt, ein Versäumnis, das manche als großen strategischen Fehler bezeichnen. Der französische Rafale, ein ausgezeichnetes Flugzeug, hat keine Version für vertikalen Start. Türkische Drohnen auf dem LHD Anadolu sind der Weg, den Ankara wählte, als Washington den Zugang zum F-35 verweigerte, aber sie entsprechen keinem bemannten Kämpfer mit Luft-Luft-Kampffähigkeit.
Das US-Monopol im STOVL-Segment ist total. Die schlechte Publicity des Programms steht im Kontrast zum Volumen internationaler Bestellungen, ein Indikator, den Kritiker auf das Fehlen von Alternativen zurückführen, nicht auf die Qualität des Geräts. Spanien hat den Kauf noch nicht formalisiert, aber die Erneuerung der Armada – die zwei neue Schiffe vom Typ LHD umfassen würde – deutet darauf hin, dass die Entscheidung näher rückt.
Technische Mängel des F-35: Mythos oder operative Realität?
Die Kampfbilanz ist das am häufigsten wiederholte Argument der Befürworter. Berichten zufolge hätten israelische F-35 iranische Luftabwehr neutralisiert und einen erwarteten langen Krieg zwischen Israel und Iran auf zwei Raketenwellen reduziert. Wenn der Besitz von F-35 offene Konflikte verhindert, amortisiert sich der Stückpreis von rund 200 Millionen allein, argumentieren sie.
Auf der Gegenseite beschreiben Ingenieure den F-35 als „Alleskönner, Meisterschaft nirgends“: teuer, mit Bombenschächten, die die Kapazität reduzieren, und dessen schwerere Version im Luftkampf gegen andere Jäger nicht bestehen kann. Die Abhängigkeit von Software zur Anpassung der Konfiguration im Flug wirft Zweifel an der Reaktionsfähigkeit in echten Gefahrenszenarien auf. Die Kritik ist nicht geringfügig: Ein Flugzeug, das per Software begrenzt werden muss, um seine Radar-Signatur zu schützen, ist ein durch sein eigenes Design konditioniertes Flugzeug.
Braucht Spanien ein Trägerflugzeug mit vertikalem Start?
Hier bricht der Konsens zusammen. Eine Strömung vertritt, dass Spanien keine bemannte Trägerluftfahrt braucht: Ziele in Nordafrika sind von der Halbinsel und den Kanaren aus erreichbar, und in einem europäischen Konflikt würden Flugzeuge von verbündeten Airbases operieren. Der Träger als Konzept wäre ein imperialistisches Relikt, nützlich nur für jene, die Kraft über Tausende Kilometer projizieren wollen.
Die Gegenposition zeigt nach Marokko. Ohne Träger und ohne U-Boote – der S80 häuft Verzögerungen an – zerfällt die Abschreckungskraft. Das U-Boot, nicht der Träger, ist das abschreckende Waffensystem par excellence: Ein einziges modernes Tauchboot kann das Gleichgewicht in der Straße von Gibraltar bestimmen. Drohnen und Hyperschallraketen vervollständigen das Bild der Alternativen, die manche als kosteneffizienter als einen bemannten Kämpfer ansehen.
Reale Kosten: 200 Millionen pro Einheit vs. Drohnen und U-Boote
Der wirtschaftliche Vergleich ist brutal. Ein abgeschossener F-35 bedeutet 200 Millionen Verlust. Mit diesem Geld können Dutzende Langstrecken-Angriffsraketen gestartet oder eine Drohnenschwadron finanziert werden. Der Ukraine-Krieg hat diese Logik konsolidiert: billige Drohnen gegen teure Panzer, Raketen gegen Infrastruktur. Der bemannte Kämpfer der fünften Generation beginnt wie ein Luxus aus einem anderen Jahrhundert zu wirken.
Das LHD Juan Carlos I, konzipiert für Transport, amphibische Angriffe und gleichzeitige Luftoperationen, wird in der Diskussion als „nutzloser Koloss“ beschrieben, der in keiner seiner Funktionen herausragt. Die Alternative läge in spezialisierten Schiffen und Drohnenträgern, nicht in einem Hybrid, der alles abdecken will und nichts richtig abdeckt.
Die spanische Entscheidung bleibt offen. Der F-35B hat keinen Konkurrenten, aber auch keinen klaren Anwendungsfall für ein Land, das keine Invasion anstrebt. Den Kauf würde bedeuten, die Kosten für eine Fähigkeit zu tragen, die vielleicht nie genutzt wird. Nichtkaufen würde den Verzicht auf bemannte Trägerluftfahrt bedeuten. Und genau dort stagniert die Debatte weiterhin.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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