Spanien zahlt 142 Millionen Subventionen für die Zerstörung des Meeresbodens

Die Grundschleppnetzfischerei in Spanien erhält 142 Millionen an staatlichen Subventionen. Greenpeace protestiert in Vigo. Die Lösung? Bewusster Konsum oder Privatisierung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Grundschleppnetzfischerei: 142 Millionen Euro, um das Meer leerzufischen

Wie kann es sein, dass öffentliches Geld fast 10 Millionen Euro pro Jahr in eine Fischereitechnik steckt, die alles niederwalzt, was ihr in den Weg kommt? Laut Daten von Greenpeace hat die Tiefsee-Schleppnetzfischerei in 15 Jahren 142 Millionen Euro erhalten, im Durchschnitt 9,5 Millionen pro Jahr. Das ist keine bloß ökologische Kritik: Satelliten haben die schweren ökologischen Schäden längst offengelegt.

Die wahren Kosten des Schleppnetzes

Die Tiefsee-Schleppnetzfischerei fegt mit Netzen über den Meeresboden und zerstört Ökosysteme, die Jahre zur Entstehung brauchten. In Vigo bemalten Greenpeace-Aktivisten vier Trawler mit der Botschaft 'Stop subsidies', um darauf aufmerksam zu machen, dass Steuergeld diese zerstörerische Praxis finanziert. Galicien und das Baskenland sind die wichtigsten Anlandehäfen für Tiefseefische.

Währenddessen stirbt der Atlantische Kabeljau aus: 80 % des gefangenen Kabeljaus wird von Briten verzehrt. Die Antwort der Verbraucher könnte einfach sein: keinen bedrohten Fisch mehr kaufen. Doch manche wollen nicht auf Fischfarmen setzen und verweisen auf Gesundheitsrisiken durch Futtermittel und Medikamente.

Die Meere privatisieren?

Eine Denkströmung, vertreten durch das Instituto Juan de Mariana (ein spanischer marktwirtschaftlicher Thinktank), schlägt einen radikalen Ausweg vor: das Meer entstaatlichen und übertragbare individuelle Fischfangquoten einführen. Ihr Argument: Was allen gehört, gehört am Ende niemandem, und Privateigentum würde Fischer zu nachhaltigem Umgang mit der Ressource zwingen. Kritiker wenden ein, dass Fisch dadurch zum Luxusgut würde und das Problem der Überfischung in internationalen Gewässern ungelöst bliebe, wo es keine wirksame Regulierung gibt.

Der Dokumentarfilm 'The End of the Line' warnte bereits 2009 vor einem weltweiten Kollaps der Fischbestände.

Keine Lösung in Sicht

Mit 142 Millionen Euro, die die Zerstörung subventionieren, läuft die Maschinerie weiter. Während die einen auf das Gewissen der Verbraucher setzen und die anderen das Meer in Privateigentum umwandeln wollen, ist die nüchterne Wahrheit: Die Fanggebiete werden zwangsläufig leer gefischt. Glaubt wirklich jemand, dass man so tun kann, als wäre nichts?

Verwandte Diskussionen im Forum

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver