Spanien verliert in 20 Jahren 1,8 Millionen Arbeitskräfte

Ein Bericht der Adecco-Stiftung schätzt, dass Spanien zwischen 2030 und 2050 1,8 Millionen Arbeitskräfte verlieren wird. Die Jungen gehen, die Löhne steigen nicht. Die…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Babyboomer gehen in Rente, ohne dass jemand nachrückt: 1,8 Millionen Arbeitskräfte weniger in zwei Jahrzehnten

Spanien steht vor einem Problem mit Verfallsdatum: Die Adecco-Stiftung schätzt, dass zwischen 2030 und 2050 1,8 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter verloren gehen. Auf drei Renteneintritte kommt nur ein junger Mensch, der in den Arbeitsmarkt eintritt. Das ist keine Prophezeiung, sondern eine Prognose, die den Unternehmen bereits Schweißperlen auf die Stirn treibt – sie beginnen, dort nach Talenten zu suchen, wo es sie noch gibt: bei Älteren, Einwanderern und Menschen mit Behinderung.

Eine demografische Zeitbombe mit Verfallsdatum

Der Bericht sagt nicht, dass Spanien morgen leergefegt ist, aber er zeichnet ein Szenario, das die Unternehmen bereits spüren. In einem mittelgroßen Betrieb gehen fünf Abteilungsleiter in weniger als zwei Jahren in Rente, und Nachfolger sind nicht in Sicht. In Branchen wie dem Bau, dem Transport oder der Gastronomie ist der Mangel an Arbeitskräften bereits chronisch und wird mit Flickwerk gelöst: gesplittete Schichten, Existenzminimum-Löhne und ständige Fluktuation.

Das Problem ist strukturell: Die Babyboomer gehen im Block, und dahinter kommt eine deutlich kleinere Generation. Und um es noch schlimmer zu machen: Jeder dritte junge Mensch, der diese Stellen besetzen könnte, hat bereits beschlossen, dass seine Zukunft im Ausland liegt.

Die jungen Talente haben längst gepackt

Die Abwanderung von Talenten ist keine Schlagzeile, sondern eine rationale Entscheidung. Bei einem Durchschnittslohn von rund 1.400 Euro im Monat und einer Miete, die ein Drittel des Gehalts auffrisst, ist das Leben in der Schweiz oder in Deutschland kein Abenteuer mehr, sondern schlicht logisch. Wer bleibt, praktiziert das "stille Kündigen": Er macht das Nötigste und lässt sich nicht auf die Kultur der unbezahlten Extrameile ein. Und dann kommt der Vortrag über den fehlenden Arbeitsethos. Der immer eine Lüge ist, wenn das Gehalt am Monatsende nicht reicht.

Man erzählt sich, dass ein erfahrener Ausbilder in einer Fabrik die jungen Leute, die zur Urlaubsvertretung kamen, mit einem vernichtenden Satz zusammenfasste: "Diese Leute taugen zu nichts." Tage später war der verträumteste von allen der Einzige, der keinen einzigen Tag gefehlt hatte. Vielleicht lag das Problem nicht am Burschen, sondern an einem System, das von ihm verlangte, um sechs Uhr morgens anzutreten, um am Ende gerade genug zu verdienen.

Löhne: das Fach, das keiner bestehen will

Die Unternehmen fordern Arbeitskräfte, bieten aber Gehälter von 1999. Die Adecco-Stiftung spricht von "Talenten unter Älteren, Einwanderern und Menschen mit Behinderung". Der Markt hat jedoch seine eigene Logik: Auch der talentierte Einwanderer wird gehen, wenn er anderswo besser bezahlt wird. Niemand ist dumm.

Die Demografie ist unbestechlich: Es fehlen Arbeitskräfte. Die Lösung besteht nicht nur darin, die Rekrutierungsquellen zu erweitern, sondern darin zu entscheiden, ob Spanien mit fairen Löhnen wettbewerbsfähig sein will oder die Wirtschaft der Niedrigpreise bleiben soll. Denn in diesem Tempo wird nur der INE (Spaniens nationales Statistikinstitut) keine Nachfolgeprobleme haben: Ihm bleiben immer Daten, um es zu belegen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (94 Antworten).

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