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Spanien und Japan: Jahrzehnte stagnierender oder sinkender Reallöhne
Die Reallöhne in Spanien liegen 4,2 % unter dem Stand von 2021, während sie in Japan seit 1995 um 4 % gesunken sind, so die OECD.
Spanien und Japan: dreißig Jahre stagnierende Reallöhne
Wie sehr hat sich die Kaufkraft des durchschnittlichen spanischen Gehalts in drei Jahrzehnten verbessert? Sehr wenig. Und in Japan? Sie hat sich verschlechtert. Der Vergleich mit Japan – jener Spiegel, in den niemand blicken möchte – bietet einen bittersüßen Trost: Zumindest sind wir nicht das Land, das am stärksten verliert. Doch die OECD-Daten mahnen zur Vorsicht.
Der schmerzhafte Fakt: Spanien fällt in der OECD zurück
Die Analyse der jüngsten OECD-Daten zeigt, dass die Reallöhne in Spanien im ersten Quartal 2025 noch immer 4,2 % unter dem Niveau des ersten Quartals 2021 lagen. Unter den großen Volkswirtschaften des Clubs verzeichnen nur Australien und Italien in diesem Zeitraum einen stärkeren Rückgang. Das heißt, nach der Pandemie ist die spanische Lohnentwicklung nicht nur ausgeblieben, sie ist weiterhin negativ.
Das Bild ändert sich, wenn man den Zeitraum erweitert. Seit 1996 ist das durchschnittliche spanische Nominalgehalt kumuliert nur um 3,4 % gestiegen, während der VPI (Verbraucherpreisindex) um 102 % gestiegen ist. Um die damalige Kaufkraft zu erhalten, müsste das durchschnittliche Gehalt von 190.000 Pesetas pro Monat (etwa 1.200 Euro bei 14 Monatsgehältern) heute um 102 % höher sein. Man muss kein Mathematiker sein, um zu verstehen, woher das Gefühl der Verarmung kommt.
Japan: dreißig Jahre im Minus
Die Schlagzeile der Analyse ist korrekt. Laut OECD sind die Reallöhne in Japan seit 1995 um etwa 4 % gefallen. Drei Jahrzehnte im negativen Bereich, nach einer klassischen Immobilienblase, die Anfang der neunziger Jahre platzte, und einer sehr reichen Gesellschaft, die statt eines steigenden Lebensstandards zusehen musste, wie ihr Geld in Immobilienwerten verdampfte. Die japanische Wirtschaft scheint, wie einige Analysen andeuten, seit den achtziger Jahren im Jahr 2000 festzustecken.
Die Falle der offiziellen Inflation
Eine der wiederkehrenden Diskussionen ist, ob der offizielle VPI den tatsächlichen Verlust der Kaufkraft widerspiegelt. Das Argument ist bekannt: Wenn der Verbraucher die Marke des Joghurts, den er früher kaufte, durch eine günstigere ersetzt, wertet der Statistiker dies als Gewinn an Wohlstand. Aber der Warenkorb ist nicht mehr derselbe. Daher rührt der Verdacht, dass die offiziellen Zahlen den Rückschritt beschönigen und dass der Rückgang der Löhne in Spanien noch größer wäre, wenn eine „reale“ Inflation zugrunde gelegt würde.
Der baltische Trost: Konvergenz oder Abwärtsspirale?
Jedes Mal, wenn ein Lohnranking veröffentlicht wird, verlagert sich die Debatte auf die baltischen Staaten. Lettland hat ein durchschnittliches Bruttogehalt von 22.844 Euro pro Jahr, Litauen 30.603 und Estland liegt bei etwa 25.600. Alle liegen damit unter den etwa 34.000 Euro in Spanien. Für die einen ist dies der Beweis, dass es Spanien nicht so schlecht geht: Es gibt Länder, die weniger verdienen. Für andere ist es eine statistische Falle: Die Länder, deren Reallöhne am stärksten steigen, sind genau jene, die von perversos Niveaus ausgingen. Konvergenz ist kein Erfolg, sondern eine Randnotiz.
Der Kern der Sache: Produktivität und Renten
Hinter der Lohnstagnation verbirgt sich die alte Frage: Wohin fließt das Geld, das durch Arbeit erwirtschaftet wird? Die Unternehmensgewinne sind seit 2000 weit über die Löhne gestiegen, während sich die nominale Produktivität auch nicht in höheren Gehältern niederschlägt. Und wenn das Thema Renten angesprochen wird, entbrennt die Debatte: Wenn die Löhne nicht steigen, steigen auch die Sozialversicherungsbeiträge nicht, was das öffentliche Rentensystem in Bedrängnis bringt. Einige Stimmen fordern eine Anpassung an die wirtschaftliche Realität; andere entgegnen, dass eine Senkung der Renten die Älteren in die Armut treibt. Eine Diskussion, die sich, genau wie die Löhne, nicht vorwärtsbewegt.
Letztlich ist das Fazit wenig tröstlich: Im Wettlauf um die Kaufkraft gewinnt Spanien nicht, aber es verliert auch nicht völlig. Japan verliert seit dreißig Jahren, und dennoch schafft es, ein reiches Land zu bleiben. Vielleicht ist der wahre Erfolgsindikator nicht, wie viel man verdient, sondern was einem nach der Miete übrig bleibt. Dafür braucht es sicher keine Grafik der OECD.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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