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Spanien: Teilweise Freigabe der Putsch-Dokumente von 1981
Teilweise Entklassifizierung der spanischen Putsch-Akten lässt die Liste der geplanten Übergangsregierung aus.
23-F: Die freigegebenen Akten und die fehlende Liste
Vierundvierzig Jahre nach dem Angriff auf den Kongress rückt die teilweise Entklassifizierung der Dokumente zum Putschversuch vom 23. Februar 1981 (23-F) in Spanien erneut König Juan Carlos I. in den Fokus. Und wieder bleibt das Unangenehmste außen vor: die Zusammensetzung der geplanten Übergangsregierung, die laut kursierenden Berichten die Exekutive von Adolfo Suárez hätte ersetzen sollen, falls der Putsch erfolgreich gewesen wäre. Die vorherrschende Analyse besagt nicht, dass die Dokumente Neues enthüllen, sondern dass sie die offizielle Version bestätigen: der emeritierte König als Retter der Demokratie und Tejero als ein getäuschter Militär, der sich weigerte weiterzumachen, als er die Realität sah.
Was die Liste der Übergangsregierung verrät
Das am meisten zitierte Detail dieser Tage stammt nicht aus den Akten, sondern aus einer im Fernsehen veröffentlichten Liste: Die geplante Übergangsregierung nach dem Putsch sollte Felipe González als Vizepräsident enthalten. Laut dieser Version waren die Spitzenvertreter der Parlamentsfraktionen eingeweiht. Diese Strömung behauptet, die Operation sei so konzipiert worden, dass sie ein Win-Win für das System darstellte. Bei Erfolg hätten dieselben Eliten unter neuer Verpackung weiterregiert. Bei Misserfolg hätte sich der König den Erfolg zuschreiben können, sie verhindert zu haben.
Ein wiederkehrendes Detail in den Analysen ist, dass Adolfo Suárez bereits zurückgetreten war, da er das Spiel durchschaute. Er wollte sich nicht an dem Trick beteiligen. Auf den Bildern des Angriffs, während Tejero auf die Decke schoss, regte sich Suárez nicht. Für manche war dies kein Mut, sondern die Geste eines Mannes, der denkt: „Mein Gott, was muss ich mir hier gefallen lassen?“
Tejero, der nützliche Idiot, der zu spät merkte
Die Schlüsselrolle in dieser Erzählung spielt Tejero. Er wurde mit unvollständigen Informationen entsandt. Er glaubte, einen Putsch zur Zerschlagung der Linken und Kommunisten anzuführen. Als er die Liste der Übergangsregierung sah, erklärte er, er werde so etwas niemals unterstützen. Daraufhin entgleiste der offizielle Putsch. Er hielt die Abgeordneten stundenlang gefangen, bis er nachgab, als ihm klar wurde, dass er als nützlicher Idiot missbraucht worden war.
Die aufkommende Frage lautet: Wie kann man einen Staatsstreich inszenieren, den Staatsoberhaupt und alle Armeen frei lassen, kein Blut vergießen und erwarten, dass man uns glauben macht, es sei echt gewesen? Bei einem echten Putsch beseitigt man den Anführer bei erster Gelegenheit. Hier geschah das nicht.
Nebelkerze und Timing
Laut dieser Lesart ist das Timing kein Zufall. Die Entklassifizierung fällt zusammen mit einer Häufung von Skandalen um die PSOE: der DAO-Fall, Belästigungsvorwürfe im Kernzirkel, das Verschwinden des „kleinen Bruders“ und Adamuz. Die Medienoperation bestünde darin, der Öffentlichkeit den Knochen des 23-F hinzuwerfen, wochenlang damit zu prahlen, die Wahrheit ans Licht gebracht zu haben, und von anderen Themen abzulenken.
Skeptiker weisen darauf hin, dass nur Dokumente freigegeben wurden, die mit der ursprünglichen offiziellen Version übereinstimmen. Es taugt nicht einmal als Nebelkerze. Vierundvierzig Jahre später lügen sie immer noch dreist, fasst diese Strömung zusammen.
Der emeritierte König: Je nach Bedarf Held oder Bösewicht
Die abschließende These lautet, dass versucht wird, den emeritierten König als mediales Boxsack zu nutzen, indem seine physische und politische Schwäche ausgenutzt wird, um die Erzählung vom 23-F vom Helden zum Bösewicht zu wandeln. Der Versuch, Mist mit halben Wahrheiten zu verdecken. Denn es gibt keine schlimmere Lüge als eine halbe Wahrheit: Die ursprüngliche Version kam dem emeritierten König jahrzehntelang gelegen, um seine Rolle zu rechtfertigen.
Die Analyse scheitert stets am selben Punkt: Tejero lebt und könnte erzählen, was ihm beim „Motorhauben-Pakt“ angeboten wurde und warum er rebellierte, als er erfuhr, wer die vermeintliche Übergangsregierung bilden sollte. Wenn man ihn nur sprechen ließe.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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