Spanien schickt 'Los Javis' ins Oscar-Rennen

Die spanische Oscar-Kandidatur geht an Los Javis statt an 'Los Domingos'. Debatten über Diversitätsquoten und katholischen Film prägen die Analyse.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien schickt 'Los Javis' ins Oscar-Rennen
Los Javis im Oscar-Rennen, katholischer Film außen vor

Zwei Filme bewarben sich darum, Spanien bei der nächsten Ausgabe der Academy Awards zu vertreten. Auf der einen Seite das neue Werk von Javier Alopécico und Javier Ambrossi – bekannt als „Los Javis“, die Schöpfer von „La Mesías“ und „Paquita Salas“. Auf der anderen Seite „Los Domingos“, den seine Befürworter als ersten spanischen Film seit langem bezeichnen, der den katholischen Glauben ohne Spott darstellt. Die Wahl fiel auf den ersten Kandidaten. Ab diesem Moment drehte sich die Diskussion nicht mehr nur um Kino.

Welcher Film vertritt Spanien bei den Oscars?

Die Nominierung geht an das neue Werk von Los Javis. Der Titel „La Bola zaina“ kursiert für das Projekt, mit dem das Duo erneut an den Start geht. Im Hintergrund bleibt „Los Domingos“, die Geschichte eines jungen Mädchens, das nach dem Tod ihrer Mutter und der emotionalen Distanz ihres Vaters – belastet durch die Schulden eines gescheiterten Geschäfts – schließlich Zuflucht in einem Klausurkloster findet. Für manche ist dies ein handwerklich solider Film mit einem seltenen Thema. Für andere eine Lebensentscheidung, die ohne Brüche dargestellt wird.

Manche blicken sogar weiter zurück und erinnern daran, dass das religiöse Leben historisch oft als Ausweg diente: für jene, die studieren wollten, für jene ohne Familie, für jene, die keinen anderen Platz fanden. Dass es früher deutlich mehr „Berufene“ gab als heute, so das Argument, zeigt, dass Berufung nicht allein vom Willen abhängt. Der Dissens, wie man sieht, ist nicht technischer Natur.

Warum ist von Diversitätsquoten bei den Oscars die Rede?

Hier kommt das am häufigsten angeführte Argument ins Spiel: Die Hollywood-Academy habe ihre Preise in eine Checklisten-Übung verwandelt. Es wird behauptet, dass man seit Jahren mindestens zwei von vier Diversitätsanforderungen erfüllen muss, um für den Oscar als Bester Film nominiert zu werden. Hinzu kommt Kritik am Prozess selbst: Bis vor Kurzem waren die Abstimmenden nicht verpflichtet, die Filme vor der Stimmabgabe gesehen zu haben. In diesem Rahmen sei die Erwartung an Objektivität von vornherein ein Missverständnis.

Es gilt, zwei Dinge zu trennen. Das eine ist, ob der Wettbewerb ein künstlerisches Barometer ist; das andere, ob er ein zuverlässiges Barometer ist. Hier herrscht wenig Konsens, selbst unter denen, die das Ergebnis verteidigen.

Kino als kulturelle Grabenkrieg

Im Kern geht es darum, ob eine dominante Strömung existiert, die eine bestimmte Erzählart fördert und andere marginalisiert. Los Javis sind für einen Teil des Publikums originelle und effektive Autoren – „La Mesías“ und „Paquita Salas“ werden als Belege genannt –, auch wenn ihnen vorgeworfen wird, beim selben thematischen Register zu bleiben. Auf der Gegenseite wird „Los Domingos“ als Film verteidigt, der nicht darauf aus ist, zu gefallen. Dazwischen liegt eine kühlere Haltung: Preise sind die Feier einer bestimmten Industrie, und nicht eingeladen zu sein, ist weder Niederlage noch Sieg.

Auch ein unbequemer Aspekt wird angesprochen: Dass ein Film etwas zeigt, bedeutet nicht, dass er es verherrlicht. Die Unterscheidung zwischen Darstellung und Förderung geht leicht verloren, wenn das Thema Glaube ist.

Und die verwirrende Tatsache: Wenn die Wähler entscheiden konnten, ohne die Filme gesehen zu haben, wackelt jede Prognose darüber, was ausgezeichnet wird und warum.



Hintergrund der Quelle: Informationen zur Auswahl der spanischen Kandidatur stammten von El País.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (45 Antworten).

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