Weltliche Gedenkfeier für Adamuz-Opfer nach Widerstand der Angehörigen abgesagt
Die spanische Regierung und die Junta de Andalucía haben die geplante weltliche Gedenkfeier für die Opfer des Zugunglücks von Adamuz am 18. Januar 2026 abgesagt. Die Entscheidung folgt auf den heftigen Protest der Angehörigen, die die Veranstaltung als politische Instrumentalisierung der Tragödie betrachten.
Die Großmutter eines sechsjährigen Mädchens, dem einzigen Überlebenden ihrer Familie, erklärte gegenüber den Medien: „Sie sollen einfach verschwinden. Ich will Gerechtigkeit.“ In der öffentlichen Debatte unterstützten viele Stimmen die Familien und bezeichneten die Initiative als „billige Propaganda“ oder gar „satannisches Ritual“. Auch der Vox-Chef Santiago Abascal distanzierte sich und sagte, er werde einem solchen „Hexensabbat“ nicht beiwohnen.
Umstritten seit der Ankündigung
Die Gedenkfeier, die von Pedro Sánchez und Juanma Moreno geleitet werden sollte, stieß sofort auf Ablehnung. Angehörige erinnerten an frühere Pannen im Katastrophenschutz, wie die DANA in Valencia, wo das Nichtstun der Regierung kritisiert wurde. „Erst wird die Familie getötet, dann soll man auch noch zu ihrem politischen Theater gehen“, fasste eine der häufigsten Beschwerden zusammen.
Die Kritik richtete sich auch gegen den weltlichen Charakter der Zeremonie, die manche als „schwarze Messe“ bezeichneten. Astrologische Hinweise auf den 17. Februar als günstiges Datum für „Rituale“ nährten Verschwörungstheorien.
Absage und Folgen
Die Absage wurde von den Familien mit Erleichterung, aber auch Skepsis aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung einen neuen Termin ansetzen wird oder ob der Vorfall die Forderungen nach strafrechtlicher Verantwortung beschleunigt. Anwälte der Opfer rechnen mit einem langen Rechtsstreit, bei dem der Staat alle Hebel in Bewegung setzen dürfte, um Anklagen zu vermeiden.
Das angestrebte Bild der Einheit ist unterdessen zerbrochen und hat das tiefe Misstrauen gegenüber den Institutionen offengelegt.
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