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Der pensionierte Oberstleutnant Francisco Bendala Ayuso fordert im Militärkasino von Madrid einen Staatsstreich und eine provisorische Militärregierung. Alle Details lesen Sie hier.
Ein pensionierter Oberstleutnant hat in Spanien die Bildung einer provisorischen Militärregierung vorgeschlagen, mit der Begründung, dass die derzeitigen Institutionen verfassungswidrig und illegal handeln.
Der pensionierte Oberstleutnant **Francisco Bendala Ayuso** hat vom **Militärkasino in Madrid** aus dazu aufgerufen, dass die Streitkräfte die Macht übernehmen und eine „provisorische Notstandsregierung“ errichten. Nach seinen Aussagen soll diese Militärregierung die Eröffnung eines Verfassungsgebungsprozesses vorbereiten, um eine neue Verfassung auszuarbeiten, die nach seinen Worten „die bestehende von Grund auf korrigiert“.
## Ein Aufruf zum militärischen Handeln
Der Vorschlag von **Bendala Ayuso** wurde während eines Vortrags mit dem Titel „Por Ceuta, que es por España. Ahora o nunca“ („Für Ceuta, das heißt für Spanien. Jetzt oder nie“) vorgestellt, der am **16. September** im **Centro Cultural de los Ejércitos** stattfand, das umgangssprachlich als Militärkasino bekannt ist und an der Gran Vía in Madrid liegt. Diese Einrichtung, die aktive und ehemalige Militärangehörige vereint, war der Schauplatz, an dem der frühere Offizier seine Vision eines radikalen Wandels der politischen Struktur des Landes darlegte.
Der pensionierte Oberstleutnant argumentierte, dass die territoriale Integrität, die Einheit und Unabhängigkeit Spaniens sowie seine Verfassungsordnung in „äußerster Gefahr“ seien. Diese Situation führte er auf die „völlige Funktionsverweigerung, Verfassungswidrigkeit, Illegalität und Illegitimität“ zurück, mit der nach seiner Einschätzung das Staatsoberhaupt, der Ministerpräsident und die gesamte Regierung handelten. Auch die Opposition ließ er nicht aus und bezeichnete sie als „unfähig und passiv“.
**Bendala Ayuso** richtete einen direkten Appell an die Streitkräfte, dass sie „ihre Verantwortung gegenüber dem Vaterland, gegenüber Spanien, gegenüber der Nation und gegenüber dem spanischen Volk übernehmen“ sollen. Er berief sich dabei auf **Artikel 8 der Verfassung**, der den Streitkräften die Aufgabe zuweist, „die Souveränität und Unabhängigkeit Spaniens zu garantieren, seine territoriale Integrität und die Verfassungsordnung zu verteidigen“, als Grundlage seiner Forderung.
## Die Vorschläge der „provisorischen Regierung“
Der von dem pensionierten Oberstleutnant ausgearbeitete Plan sieht für eine hypothetische provisorische Regierung eine Reihe drastischer Maßnahmen vor. Zunächst schlägt er die Ausrufung des Ausnahmezustands, den Abbruch der Beziehungen zu **Marokko** und die unbefristete Schließung der Grenzen vor. Darüber hinaus forderte er die sofortige Rückführung von Migranten nach **Marokko** innerhalb von 24 Stunden sowie die Verlegung von Einheiten der spanischen Marine in die Straße von Gibraltar und die Gewässer der Kanarischen Inseln, zusammen mit Verstärkungen für die Fremdenlegion und die regulären Truppen. **Bendala Ayuso** erklärte, diese Maßnahmen würden „unter Wahrung der Verfassungsrechte der Spanier“ durchgeführt, gab jedoch nicht an, wie dies mit der Ausschaltung des Volkswillens vereinbar sein sollte.
In einer zweiten Phase hätte diese provisorische Regierung die Aufgabe, die Eröffnung eines Verfassungsgebungsprozesses voranzutreiben. Ziel wäre die Ausarbeitung einer neuen Verfassung, die die bestehende wesentlich ändert. Er schlug sogar die Möglichkeit eines vorausgehenden Referendums vor, um über Monarchie oder Republik zu entscheiden. Nach der Verabschiedung der neuen Verfassung würden Parlamentswahlen angesetzt.
An der Veranstaltung nahm auch der pensionierte Artillerieoberst **José María Manrique** teil, Absolvent des Generalstabs. **Manrique**, der **2005** wegen einer E-Mail an das Verteidigungsministerium mit Arrest bestraft wurde und **2018** einen Brief gegen die Exhumierung **Francos** aus dem Valle de los Caídos unterzeichnete, trat vor **Bendala Ayuso** auf. **Manrique** betonte die Dringlichkeit des Handelns und erklärte: „Man muss in der Gegenwart handeln oder auf Spanien verzichten. Es gibt keine andere Alternative.“
## Vorgeschichte und Kontext des Militärkasinos
**Francisco Bendala Ayuso** ist der konservativen Rechten nicht fremd. Er gehörte zu den Unterzeichnern eines Manifests zur Verteidigung **Francos** anlässlich des **50. Jahrestags** von dessen Tod. Nach Informationen auf digitalen Plattformen der extremen Rechten war **Bendala** bei der **Königlichen Garde** und beim **CESID** (heute **CNI**, der spanische Auslandsgeheimdienst) eingesetzt, wo er mit Antiterrorismusfragen im Zusammenhang mit sarracinistischen Gruppen im **Libanon** befasst war. **1997** wechselte er in den vorläufigen Ruhestand.
Das **Militärkasino** war bereits Schauplatz anderer Veranstaltungen ähnlicher Art. Im Januar fand dort die Preisverleihung der Círculos San Juan von „Amigos de la Prensa Católica y Patriótica“ unter der Leitung von **José Luis Corral** statt. Bei dieser Gelegenheit wurde der Anwalt **Javier María Pérez-Roldán** von **Hazte Oír** geehrt, der für seine Beteiligung an Gerichtsklagen gegen die Regierung bekannt ist. Zunächst bestritt das **Centro Cultural de los Ejércitos**, dass die Veranstaltung in seinen Räumlichkeiten stattgefunden habe, korrigierte diese Angabe jedoch später mit der Begründung, man habe davon nichts gewusst, da das Restaurant von einem Subunternehmer betrieben wird.
Der pensionierte Oberstleutnant betonte erneut die Illegitimität der jetzigen Regierung, die er als „verfassungswidrig, illegal und illegitim und zudem rückfällig“ bezeichnete. Er behauptete, die Regierung „verrate Spanien“, und ihre Entscheidungen seien verfassungswidrig, illegal und illegitim, weshalb nach seiner Ansicht kein Bürger verpflichtet sei, ihnen zu gehorchen.
**Bendala** verwies auch auf den Fall des ehemaligen Präsidenten von **Peru**, **Pedro Castillo**, und seine Verhaftung im Dezember **2022**. Er stellte dar, dass in **Peru** die Streitkräfte unter Führung des Generalstabschefs und mit polizeilicher Unterstützung die Festnahme **Castillos** ermöglicht hätten, wonach das Land „weitergelebt hat oder noch weiterlebt“, mit Neuwahlen und Präsidentenwechseln. Er präsentierte dieses Szenario als mögliches Vorbild für Spanien.
Das Medium **Público** versuchte, das **Centro Cultural de los Ejércitos** für Informationen über den Vortrag zu kontaktieren, erhielt jedoch bis zur Veröffentlichung des Artikels keine Antwort.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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