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Spanien: Neues Gesetz gegen Hausgemachte Waffen und Explosive
Der spanische Senat verabschiedet ein Gesetz zur Kontrolle chemischer Vorläufer. Der Fokus liegt auf der Munitionsversorgung für 3D-gedruckte Waffen wie die FGC-9.
Hausgemachte Waffen im 21. Jahrhundert: Die FGC-9 und die Grenzen des Heimwerker-Ansatzes
Was kostet es wirklich, eine Waffe zu Hause herzustellen? Weniger, als das Gesetz nahelegt, aber deutlich komplizierter, als die im Internet kursierenden Pläne versprechen. Diese Frage ist nicht mehr rein theoretisch: Der spanische Senat hat endgültig ein Gesetz verabschiedet, das die Herstellung von hausgemachten Sprengstoffen verbietet und die Kontrollen beim Kauf chemischer Substanzen verschärft, die zwar legal sind, aber zur Herstellung von Sprengstoffen missbraucht werden können.
Der rechtliche Rahmen ist nicht neu. Es gibt Entwürfe für hausgemachte Waffen, die frei verbreitet werden, wie die FGC-9, ein semi-automatisches Gewehr, das per 3D-Druck hergestellt werden kann. Die Verbreitung dieser Pläne und die legislative Antwort haben sich am selben Punkt getroffen: der Munition.
Was ist die FGC-9 und warum lässt sie sich nicht vollständig verbieten
Die FGC-9 ist ein semi-automatisches Gewehr europäischen Ursprungs, entworfen zwischen 2018 und 2020 und seit 2019 in Produktion. Sie wiegt 2,1 kg ohne Magazin, ist 520 mm lang, hat einen Lauf von 114 mm und feuert Patronen im Kaliber 9x19 mm durch eine Rückstoßladeraktion mit verriegeltem Verschluss. Ihr Designer firmierte unter dem Namen JStark1809, verbunden mit der Gruppe Deterrence Dispensed.
Ihr Ruf beunruhigt aus einem konkreten Grund: Das Design wird frei verteilt und kann mit einem häuslichen 3D-Drucker hergestellt werden. Manche behaupten, dies mache die Waffengesetzgebung wertlos. Das Gegenargument ist unbequem: Laut einem Teilnehmer ist eine gedruckte Waffe ohne zuverlässige Stahlkomponenten gefährlicher für den Schützen als für jedes Ziel. Tatsächlich führt ein anderer Weg, den er selbst nennt, nicht über den Drucker, sondern über die Anpassung des Laufs einer Zündmaschine oder einer unbrauchbar gemachten Waffe – ein Weg, der in Spanien die Intervención de Armas (Waffenkontrollbehörde) passiert werden muss.
Munition: Der echte Flaschenhals
Hier scheitern die halben Fantasien. Das Problem bei Feuerwaffen ist nicht die Waffe, sondern die Munition. Die Patrone herzustellen und Pulver in ausreichender Menge zu beschaffen, ist der schwierige, gefährliche und gesetzlich regulierte Teil. Es gibt frei verkäufliche Chemikalien, die zur Herstellung von hausgemachten Sprengstoffen verwendet werden können, und genau deshalb verstärkt die neue Norm die Überwachung ihres Kaufs.
Die häufigste Antwort, um diese Hürde zu umgehen, ist das Vorderladersystem: Ein Revolver für Schwarzpulver hängt nicht von moderner Munition ab. Eine weitere wiederkehrende Lösung ist der häusliche Schmelzofen: Laut einem Forum-Nutzer gibt es Propan-Gasgeräte, die ab etwa 250 Euro Temperaturen von 1450 °C erreichen können. Damit soll Blei und Messing verarbeitet werden können. Der entscheidende Punkt ist jedoch: Metall schmelzen bedeutet nicht, dass man Pulver hat, und ohne Pulver ist der perfekteste Lauf nur ein Briefbeschwerer.
Das Senatsgesetz: Kontrolle von Vorläufern und hausgemachten Sprengstoffen
Der Senat hat endgültig die Norm verabschiedet, die die Herstellung von hausgemachten Sprengstoffen verbietet und die Kontrollen für chemische Substanzen verschärft, die zwar legal sind, aber dafür genutzt werden könnten. Die gängigste Interpretation ist, dass die Maßnahme einer realen Angst entspringt; die zynischere Sichtweise fügt hinzu, dass die meisten Bürger ohnehin nur Gin Tonic mischen können.
Außerhalb des Radars bleibt zumindest auf dem Papier die Low-Tech-Kunstfertigkeit. Eine Steinschleuder aus Sisal, Hanf oder Paracord mit Bleigeschossen kann laut der Erzählung eines Forum-Nutzers 50 Meter weit fliegen und vier Zentimeter Polycarbonat durchdringen. Die Munition ist fast unbegrenzt und das Objekt – ein Stück Seil und Holz – kaum zu verbieten. Laut einer anderen Aussage hat dieses Werkzeug während Unruhen in Katalonien sogar Polizisten mit Helmen auf die Intensivstation gebracht.
Das Kleingedruckte, das den Plan zunichtemacht
Das Krisenszenario, das viele imaginieren – eine maßgeschneiderte Waffe drucken, während das Schlimmste eintritt – hat ein Zeitproblem. Ein häuslicher 3D-Drucker braucht Stunden oder Tage pro Bauteil, und ein einzelnes fehlerhaftes Teil macht das gesamte System unbrauchbar. In der Zwischenzeit macht mangelnde Übung die Selbstverteidigung zum eigenen Risiko: Wer nie geschossen hat, wird eher verletzt sein, bevor er sich verteidigen kann.
Laut einem der Teilnehmer würden in einer chaotischen Situation legale Waffen von Jägern und lizenzierten Sportschützen beschlagnahmt, und illegale Waffen auf anderen Wegen beschafft. Die heimische Herstellung wäre keine Notlösung, sondern ein Hobby, das jahrelange Übung erfordert, um überhaupt nützlich zu sein.
Der Almogávar: Die älteste hausgemachte Waffe
Die Geschichte widerlegt die Neuheit des Themas. Vor dem 15. Jahrhundert war ein einfaches spitzes Eisen die Kampfwaffe der Almogávares, die mit einem Utensil, das heute als Werkstattwerkzeug gelten würde, Panik erzeugen konnten. Sie schlugen auf Steine und riefen ihren Schlachtruf „desperta ferro“. Die hausgemachte Waffe entstand nicht erst mit dem 3D-Drucker; was sich geändert hat, ist die Leichtigkeit, ein Design global zu replizieren.
Lohnt sich ein 3D-Drucker, ein Schmelzofen und Monate des Testens für etwas, das man wahrscheinlich nie benutzen wird? Das ist der Teil, den kein Bauplan löst. Das Gesetz hat meanwhile bereits auf das einzige Glied reagiert, das wirklich zählt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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