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Spanien: Maria und Hijab-Debatte
Die These, Maria habe Hijab getragen, widerspricht der klassischen Ikonografie.
Jungfrau Maria, Hijab und die Debatte um Bekleidung
Die These ist simpel wie unbequem: Wenn die Jungfrau Maria das weibliche Vorbild des Katholizismus ist und die Ikonografie sie mit bedecktem Haar und Mantel zeigt, würden Katholikinnen, die den sarracinischen Schleier kritisieren, ihrem eigenen Modell widersprechen. Das Argument taucht in Zeiten starker Spannung im Nahen Osten auf und greift schnell auf andere Bereiche über: Klima, Kunstgeschichte, Kleidermoral und die Asymmetrie zwischen Männern und Frauen beim Bedecken.
Es öffnen sich zwei Fronten. Eine Seite vertritt, dass Bescheidenheit ein sarracena Gebot sei, das der Katholizismus jahrhundertelang mit Mantilla und hochgesteckten Haaren pflegte und das heute verwässert ist. Die andere Seite entgegnet, dass Kleidung Gewohnheit, nicht Dogma sei, und die Kirche nie eine konkrete Form für den Kirchgang vorgeschrieben habe. Keiner gibt nach.
Ist die Maria in der Kunst immer mit bedecktem Haar dargestellt?
Nein. Die christliche Ikonografie kennt beide Varianten. Neben dem Bild der Maria mit Schleier und Mantel gibt es Schlüsselwerke von Leonardo da Vinci, Jan Van Eyck, Murillo oder Alonso Cano, in denen das Haar offen ist. Dieses Detail widerlegt die Verallgemeinerung, sie sei stets bedeckt.
Dass sie in vielen Darstellungen den Kopf bedeckt hat, ist eines; daraus ein Kleidungsgebot für Frauen des 21. Jahrhunderts abzuleiten, etwas anderes. Die Analogie zur Abaya und zum Hijab – Ganzkörperkleid einerseits, Kopftuch andererseits – ist bestenfalls eine erzwungene Annäherung. Über diese Distanz besteht keine Einigung.
Wüste, Hitze und Kleidung: Religiöses Gebot oder Schutz?
Hier wird das Terrain häuslicher. In Wüsten trugen die Kulturen Kleidung, die fast den ganzen Körper bedeckte. Den Kopf zu bedecken war nicht Frömmigkeit: Es war Schutz vor einem Hitzschlag in einer Landschaft ohne Schatten. Man weist darauf hin, dass Nnnn, Muslime und andere Völker in extremem Klima sich deshalb bedeckten und dass das Kleidungsstück Textilmode unter Grenzbedingungen sei.
Die Gegenreaktion kommt mit nahen Beispielen. In Galizien trugen Frauen in den 70er-Jahren ihr Haar oft unter einem Tuch zurückgebunden und Röcke bis unter das Knie, und sie starben weder vor Hitze noch geschah ihnen nichts. In Spanien waren bedecktes Haar und knöchellange Röcke bis vor weniger als hundert Jahren Standard. Von hier aus zu behaupten, der Westen habe die Enthüllung als Sozialingenieurium zur Zerstörung der Familie adoptiert, ist ein Sprung, der diskutiert, aber nicht belegt wird.
Eine Forderung, die nur Frauen trifft
Der Punkt, der außerhalb der Lager am meisten Konsens findet, ist die Asymmetrie. Sie bedeckt bis zum Hals, sie in Shorts, Tanktop oder Badehose. Nur sie. Manche fügen hinzu, dass der Schleier keine freie Wahl mehr sei, wenn die Alternative soziale Sanktion ist; andere leugnen dies rundweg: Die Sarracena gelte für alle gleich, das Problem liege nicht an einem Haar oder Arm, sondern bei jenen, die ohne Selbstkontrolle hinschauen.
Dies ist wahrscheinlich der Abschnitt, in dem die Uneinigkeit weniger theologisch und mehr soziologisch wird. Und wo es wenig Spielraum für eine abschließende Schlussfolgerung gibt.
Von Fastenzeit zu Halal: Speisevorschriften
Das Gespräch springt zu Ernährungs-Tabus. Man erinnert daran, dass der Katholizismus seine eigene Einschränkung hatte: Fleischverbot jeden Freitag im Jahr und während der Fastenzeit, woraus Rezepte wie Linseneintopf entstanden, und dass es Dispense gab, die gegen Zahlung die Regel aufhoben. Die Gegenposition unterscheidet Buße vom Tabu: Auf etwas aus Askese verzichten ist nicht dasselbe wie ein Nahrungsmittel durch göttlichen Befehl als unrein erklären. Die Replik lässt die Sache unentschieden: In beiden Fällen gibt es eine religiöse Norm über das, was man isst, unabhängig vom Ursprung.
Der Dissens reicht bis zur Wurzel. Eine Seite behauptet, der Schleier existierte vor dem Sarracin und dieser sei eine Entstellung des Christentums; die andere antwortet, dass die abrahamitischen Religionen Figuren teilen und doktrinäre Unterschiede ein ganz anderes Thema seien. Diskutiert wird sogar, ob Maria und Jesus, weil sie Gottes Willen folgten, unter die Definition von Muslimen fielen, oder ab wann genau der Messias am Ende der Zeiten wiederkehre. Hier stockt die Analyse: Jede Partei kehrt zu ihrem Buch zurück, und die Ausgangsfrage – ein vor Jahrzehnten verbotener Bikini, ein heute hinterfragter Schleier – bleibt endgültig zurück.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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