Spanien lehnt EU-Hilfe für unbegleitete Minderjährige ab

Kanarische Inseln: Kosten für unbegleitete Minderjährige bei 165 Mio. Euro. Spanien weist EU-Angebot zur Umsiedlung zurück.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Regierung zieht Zahlung von 165 Millionen der Abgabe an Deutschland vor

Die spanische Regierung hat das Angebot der Europäischen Union, unbegleitete ausländische Minderjährige aus den überlasteten Zentren auf den Kanarischen Inseln umzusiedeln, abgelehnt. Das offizielle Argument: „Es ergibt keinen Sinn, wenn Deutschland oder Frankreich sie aufnehmen.“ Unterdessen steigen die Unterbringungskosten weiter – auf 165 Millionen Euro – und die Europäische Staatsanwaltschaft hat ihren Fokus auf die Verwaltung der Zentren während der Amtszeit von Ángel Víctor Torres als Präsident der kanarischen Gemeinschaft gelegt.

Rechnung der Zentren: 165 Millionen und bezahlte freie Plätze

Die Zahlen, mit denen die kanarische Verwaltung arbeitet, sind kaum zu halten. Sechstausend irreguläre Minderjährige, eine Rechnung von 165 Millionen Euro und ein Finanzierungsmodell, das bis zu 161,3 Euro pro Tag für jeden Platz zahlt, selbst wenn dieser leer ist. Die autonome Gemeinschaft hat Probleme bei der Begleichung der Rechnungen eingeräumt: Einige Aufnahmeeinrichtungen erwogen im letzten Quartal des Jahres ihre Schließung, während die Regierung von Navarra Hilfen in Höhe von mehr als 50.000 Euro pro Minderjährigem bereitstellte.

Verglichen mit den durchschnittlichen Kosten eines Bewohners einer Bildungseinrichtung passt die Differenz nicht. Die Staatsanwaltschaft räumte selbst ein, dass nur 45 % der Minderjährigen, die Altersüberprüfungen unterzogen wurden, tatsächlich minderjährig sind. In diesem Kontext stellen sich Fragen nach dem tatsächlichen Verbleib des Geldes.

Ein Vergleich, der unter Ökonomen kursiert, beschreibt das System als eine Bar, in der der Staat für jeden sitzenden Kunden zahlt, unabhängig davon, ob er konsumiert hat oder nicht. Die Zentren kassieren für belegte und auch für leere Plätze. Das Geschäft scheint gegen alles immun zu sein, einschließlich der Logik.

Brüssel bietet an, die Regierung weicht aus

Das Schreiben von Ursula von der Leyen, in dem sie versicherte, dass die EU die unbegleiteten Minderjährigen von den Kanaren umsiedeln könne, wurde mit einer Absage beantwortet. Nicht nur das: Das Europaparlament fragte den Innenminister, warum die 3.000 verfügbaren Frontex-Beamten nicht zur Bewältigung der Krise auf den Kanaren eingesetzt werden. Die Antwort: Spanien hat es nicht beantragt.

Der Widerspruch verschärft sich, wenn die Regierung selbst die EU bittet, die PP-regierten Regionen zur Aufnahme dieser Minderjährigen zu zwingen. Brüssel antwortete mit einer Niederlage: Niemand wird gezwungen, die Verteilung zu akzeptieren. Das heißt, die EU dient dazu, Quoten gegenüber den autonomen Gemeinschaften durchzusetzen, aber nicht dazu, die Last mit Deutschland oder Frankreich zu teilen.

Europäische Ermittlungen und das Geschäft der NGOs

Die Europäische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Verwaltung der kanarischen Zentren während der Amtszeit von Torres. Die Zuschüsse an NGOs, die irreguläre Migranten aufnehmen, belaufen sich auf 1,458 Milliarden Euro, die größtenteils ohne Ausschreibung vergeben wurden. Es gibt keine Transparenz über den erreichten Integrationsgrad mit diesen Mitteln.

Skandale häufen sich: Marokkaner, die laut Berichten ihre Kinder gegen Aufenthaltsgenehmigungen „verkaufen“; Zentren, die für nicht besetzte Plätze abrechnen; und ein Netz überteuerter Mietverträge, das, falls bestätigt, das Aufnahmegeschäft in einen Sumpf öffentlicher Gelder verwandeln würde. Die EU hat bereits vor einem signifikanten Anstieg der Korruptionswahrnehmung in Spanien während der Amtszeit von Pedro Sánchez gewarnt.

Marokko, der ungenutzte Ausgang

Marokko akzeptiert die Rückkehr seiner Minderjährigen, wenn Spanien die „rechtlichen Hindernisse“ beseitigt. Aber in sechs Jahren kehrten von 28.000 Minderjährigen nur 41 zurück. Währenddessen warnen Berichte der nationalen Sicherheitsbehörden vor dem feindlichen Einsatz irregulärer Migration als Destabilisierungswaffe, und Frontex warnt, dass die Route über die Kanaren ein Einfallstor für getarnte Terroristen sein könnte.

Die Regierung lehnt die europäische Umsiedlung aus Gründen der „Logik“ ab, erklärt aber nicht die Logik eines Systems, das leere Plätze bezahlt, NGOs ohne Kontrolle finanziert und Tausende von Minderjährigen in einer administrativ unhaltbaren Lage belässt. Die Ermittlungen der Europäischen Staatsanwaltschaft laufen. Und die Analyse bleibt dabei stehen: festgefahren im Widerspruch zwischen grenzenlosem Ausgaben und logikloser Verteilung.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (168 Antworten).

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