Spanien investiert 1,3 Milliarden in modulares Bauen

Das PERTE für industrielles Wohnen mobilisiert 1,3 Mrd. Euro für 15.000 Häuser jährlich, doch Boden und Genehmigungen bremsen die Ersparnis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien investiert 1,3 Milliarden in modulares Bauen
Sánchez stellt 1,3 Mrd. Euro für modulare Häuser bereit

Die Industrialisierung des Wohnungsbaus erhält 1,3 Milliarden Euro öffentliche Mittel und das Ziel von 15.000 Häusern pro Jahr. Die Ankündigung verspricht Bauzeiten, die um 20 bis 60 Prozent kürzer sind, sowie erschwingliche Preise. Die darauf folgende Diskussion zeigt jedoch, dass die realen Kosten weit über den reinen Baukosten liegen: Grundstücke, Genehmigungen und ein akkumulierter Mangel von 600.000 Wohnungen zehren jede im Werk erzielte Einsparung auf.

Pedro Sánchez stellte auf der Messe Rebuild in Ifema Madrid zusammen mit Ministerin Isabel Rodríguez das neue PERTE für Wohnungsbau vor. Der Hauptsitz wird im Logistikgebiet des Hafens Valencia errichtet, auf Boden der Sepes, einer dem Wohnungsbauministerium unterstellten Gesellschaft. Dies ist eine Geste des Willens zur Wiederaufbauhilfe in den vom DANA-Sturm im Oktober betroffenen Gebieten.

Was das PERTE für industrielles Wohnen umfasst

Der Plan stützt sich auf drei Säulen: Steigerung der Produktionskapazität von KMU, die auf Industrialisierung setzen; Verbesserung der Effizienz und Klimaresilienz; sowie Erhöhung des Anteils von jungen Menschen und Frauen in der Branche. Die auf der Veranstaltung genannten Daten sind eindeutig: Nur 11 % der Belegschaft sind Frauen, und bei allen Beschäftigten der Branche sinkt dieser Wert auf 6 %. Die Finanzierung erfolgt über zehn Jahre mit Unterstützung des Instituto de Crédito Oficial (ICO) und europäischer Fonds.

Der Kontext lädt nicht zum Optimismus ein. Die Banco de España beziffert den akkumulierten Wohnungsmangel zwischen 2022 und 2025 auf etwa 600.000 Einheiten. Wachsende Nachfrage, stagnierendes Angebot und steigende Preise. Auf diesem Terrain setzt die Regierung ihre Strategie für vorgefertigte Bauten, eine der zwölf Maßnahmen, die im Januar zur Bewältigung der Wohnungskrise angekündigt wurden.

Warum Boden und Genehmigungen der Flaschenhals sind

Es gibt eine wiederkehrende Diagnose: Das Haus selbst ist nicht teuer, teuer ist der Ort, an dem es steht. „Das Problem ist nicht der Bau der Wohnung, sondern die Freigabe des Bodens“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Erschließung, Genehmigungswesen, Umgehung bürokratischer Hürden der Kommunen. Dort fließt das Budget hin.

Zwei im Diskussionsverlauf genannte Beispiele: Ein geerbtes Grundstück in ländlichem Gebiet, auf dem „keine bewohnbare Struktur“ errichtet werden kann, und ein bebaubares Grundstück, auf dem jedes Projekt auf 300.000 Euro anschwillt, bevor auch nur ein Stein gesetzt wurde. Nach einer im Umlauf befindlichen Berechnung vervielfacht sich die Grundstücksgröße um das Fünfzehnfache im Vergleich zum Hauspreis, und die Papierarbeit um das Drei- bis Vierfache. Manche argumentieren, es gebe einen perversen kommunalen Anreiz: Mehr bebaubare Fläche bedeutet mehr Wohnungen, aber geringeren Katasterwert und weniger Einnahmen durch die IBI (Grundsteuer).

Was ein modulares Haus wirklich kostet

Die kursierenden Kostenaufstellungen sind alles andere als einheitlich. Eine im Thread verbreitete Berechnung setzt vier Module à 20 m² zu je 6.000–7.000 Euro an und kommt so auf ein Haus für etwa 20.000 Euro plus Fundamentplatte. Eine andere Schätzung geht von 10.000 Euro pro Einheit aus. Das konservative Szenario beschreibt diese Preise hingegen als „nur die Hülle und sonst nichts“: Es fehlen Fundament, Sanitärinstallationen, Elektrik, Heizung/Klima, Fenster/Türen und die Einfriedung des Grundstücks.

Insgesamt berechnet ein Teilnehmer, dass der Endpreis pro Quadratmeter bei rund 2.000 Euro liegt, fast identisch mit konventionellem Betonbau. Hinzu kommt ein Komfortproblem, das ein anderer Nutzer hervorhebt: Die Isolierung der Baustellencontainer sei spielerhaft dünn, mit nur 25 Millimetern Dämmstoff und Aluminiumfolie, eher geeignet für einen Kühlschrank als für eine Wohnung. Schön kühl im Sommer, resümiert er.

Der Anteil der Kosten, der nie Material oder Arbeit ist

Eine verbreitete Kalkulation verteilt die Baukosten auf 25 % für Materialien und Arbeitskraft und 75 % für Verwalter, Verfahren und Behörden. Daher bringt eine Senkung der Fabrikpreise kaum etwas am Endpreis. Der alternative Vorschlag in der Debatte ist fiskalisch: Befreiung von Lasten und Steuern für die Erstwohnung und rückwirkende Zahlung bei Verkauf innerhalb von zehn Jahren, es sei denn, der Erlös wird in eine andere Hauptwohnung reinvestiert. Mit diesem Modell, so der Argumentator, könnten die Preise für Selbstnutzer, die nicht spekulieren, um die Hälfte fallen.

Was mit den versprochenen 20.000 Wohnungen passiert

Hier ist Vorsicht geboten. Ein Teilnehmer hält die offizielle Arithmetik für unplausibel: Durchschnittlich 15.000 pro Jahr ergäben in einem Jahrzehnt keine 20.000, es sei denn, das Wachstum wäre extrem ungleichmäßig zwischen dem ersten und letzten Jahr. Und die Historie großer staatlicher Projekte hilft nicht weiter: Die Expo Sevilla, der Flughafen Castellón, Marina d'Or werden als Beispiele für überdimensionierte Versprechen angeführt.

Eine Prognose im Thread, mit allen Vorbehalten: Die ersten Projekte werden umgesetzt, die realen Probleme bei Boden und Genehmigungen treten zutage, und der Plan gerät in den Hintergrund. Wenn es gut geht, werden Tausende Wohnungen aus dem Spekulationskreislauf genommen. Wenn es schiefgeht, hat es 1,3 Milliarden gekostet und dem Wohnungsproblem nur ein weiteres Label hinzugefügt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (220 Antworten).

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