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Spanien: IMV auch für Auslandsresidenten
Die spanische Regierung dehnt das Existenzminimum (IMV) auf Residenten im Ausland aus. Kritiker sehen dies als Dekret zur Stimmenkauf.
Die Regierung von Pedro Sánchez hat beschlossen, dass das Ingreso Mínimo Vital (IMV) auch bei Wohnsitz außerhalb Spaniens bezogen werden kann. Die Maßnahme, die laut Kritikern per Dekret verabschiedet wurde, bricht mit der bisherigen Praxis: Bislang wurde eine nicht beitragsgestützte Rente gestrichen, wenn man sich mehr als 90 Tage im Ausland aufhielt. Die Nachricht löste bei vielen Skepsis aus; sie sehen darin ein neues Instrument des Stimmenkaufs und einen Anreiz für Empfänger, das Land zu verlassen.
Das IMV geht ins Ausland
Die Ausweitung des IMV auf Residenten im Ausland wurde in weiten Teilen mit Unglauben aufgenommen. Das erste Argument betrifft die Kontrolle: „Wie weiß man, ob sie im anderen Land arbeiten oder nicht?“, fragt ein Teilnehmer. Das zweite Argument ist die Fairness: Während man verkündet, das Rentenalter erhöhen zu müssen, kein Geld für ELA zu haben oder Steuern zu erhöhen, wird öffentliches Geld an Personen im Ausland gezahlt. Das dritte Argument sind perverse Anreize: Wenn das IMV im Ausland bezogen werden kann, so das Argument, werden viele Empfänger in Länder gehen, wo dieses Geld mehr wert ist, und hier nur jene zurücklassen, die das System tragen.
Wem nützt die Maßnahme wirklich?
Manche behaupten, die Maßnahme sei darauf ausgelegt, dass eingebürgerte Migranten mit Herkunftshintergrund abwandern, die mit 500 oder 600 Euro in Ecuador oder Kolumbien gut leben können, und dass der Hahn nach einigen Jahren zugedreht wird und diese Menschen nicht zurückkehren. Andere glauben, das Geld werde am Ende in Marokko landen und dort den Konsum finanzieren statt hier. Ein dritter, kleinerer Strom sieht in der Maßnahme eine Chance: Wenn diese Empfänger wegziehen, werden Zimmer und Wohnungen frei, die jetzt überbelegt sind, und die U-Bahnen in Madrid oder Barcelona entlastet. Die vollständige Berechnung, einschließlich der Ströme und Einsparungen bei Wohnraum, liefert überraschende Ergebnisse.
Der Verdacht des Stimmenkaufs
Der häufigste Vorwurf ist der des Stimmenkaufs. „Stimmenkauf und Klientelnetzwerke in 3,2,1“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Die Ausweitung des IMV auf Residenten im Ausland wird als Versuch interpretiert, die Stimmen der im Ausland lebenden Spanier zu sichern, einer Gruppe, die traditionell mobilisiert wird. Der Verdacht wird dadurch verstärkt, dass die Maßnahme per Dekret und ohne parlamentarische Zustimmung verabschiedet wurde. Befürworter argumentieren, es handle sich um eine nicht beitragsgestützte Leistung und Residenten im Ausland hätten ebenfalls Rechte. Kritiker entgegnen, dass wenn kein Geld für ELA da ist, auch keines für das IMV im Ausland vorhanden sein sollte.
Das Präzedenzfall-Problem der nicht beitragsgestützten Renten
Bislang wurde eine nicht beitragsgestützte Rente gestrichen, wenn man sich mehr als 90 Tage im Ausland aufhielt. Die Ausweitung des IMV bricht diesen Grundsatz und öffnet die Tür für andere Gruppen – Ex-Präsidenten, Ex-Minister, Rentner –, die gleiche Behandlung einzufordern. „Wenn das Existenzminimum gewährt wird, warum dann nicht jede Art von Rente?“, fragt ein Teilnehmer. Die Maßnahme steht zudem im Kontext steigender öffentlicher Ausgaben und Druck auf die Staatsfinanzen. Das Geld, erinnern einige, existiere nicht: Es werde „erfunden“.
Was passiert mit denen, die bereits im Ausland leben?
Spanische Residenten im Ausland, die bereits Leistungen beziehen, müssen ihren Anspruch nachweisen. „Man geht zur Botschaft, weist sein Wahlrecht nach und bekommt ein Taschengeld“, ironisiert ein Teilnehmer. Laut Kritikern verwandelt die Maßnahme das IMV in ein Instrument der Außenpolitik und der Wählergewinnung. Für Befürworter handelt es sich einfach um eine Gleichstellung der Rechte. Die Debatte bleibt offen: Ist das IMV ein Sicherheitsnetz oder ein klientelistisches Werkzeug?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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