Spanien: Hoffnung, dass die neue PP-Vox-Regierung keine Gnade mit der Linken zeigt

Buxadé versprach, Fernsehsender, Unternehmen und die Polizei zu übernehmen. Eine Diskussion über die tatsächliche Reichweite dieses Plans und seine institutionellen Kosten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Vorschlag, Fernsehsender, strategische Unternehmen, Armee und Polizei zu übernehmen, ist kein gewöhnliches Regierungsprogramm: Er ist eine Forderung nach totaler institutioneller Kontrolle. Auf Spanien angewendet, würde er mit dem verfassungsrechtlichen Rahmen kollidieren und mit den wirtschaftlichen Kosten einer Politisierung von Sektoren wie der Telekommunikation.

Es gibt eine Art, Politik zu betreiben, die darin besteht, Wahlen zu gewinnen, und eine andere, die darin besteht, den Staat zu besetzen. Die zweite ist bei den Stimmzetteln billiger und bei den Institutionen teurer. Die derzeit rund um Vox geführte Debatte deutet auf Letzteres hin: Fernsehsender, strategische Unternehmen, Armee, Polizei. Das ist keine Umstrukturierung eines Organigramms, sondern ein Wechsel des politischen Eigentumsregimes.

## Was „alles nehmen“ wirtschaftlich bedeutet

Öffentliche Fernsehsender zu übernehmen und Vertraute in strategische Unternehmen wie **Telefónica** unterzubringen, ist keine fiskalische Maßnahme: Es ist eine direkte Intervention in Aktionariat und Corporate Governance. Telefónica schloss 2023 mit einer Marktkapitalisierung von rund **20 Milliarden Euro** und mehr als **100.000 Beschäftigten** im gesamten Konzern. Die Führungsspitze aus politischen Gründen auszutauschen, kostet Glaubwürdigkeit, die in der Risikoprämie bezahlt wird.

Als Präzedenzfall wird die PSOE mit ihren **40 Jahren** institutioneller Kolonisierung genannt. Dieser Zeitrahmen ist übertrieben, aber der Kern der Sache ist real: In Spanien war die Trennung zwischen Regierung und öffentlichen Unternehmen historisch porös. Der Unterschied ist, dass sie jetzt als Programm vorgeschlagen wird, nicht als Laster.

## Das Landstreichergesetz ist keine Metapher

Die Millionen von Menschen, die die Botschaft als Müßiggänger bezeichnet, „mit Gewalt“ zur Arbeit zu zwingen, erinnert an das spanische **Ley de Vagos y Maleantes von 1933** (ein Gesetz gegen Landstreicher und „Liederliche“), das **1970** aufgehoben und durch das Gesetz über die soziale Gefährlichkeit ersetzt wurde. Beide waren Instrumente der Bevölkerungskontrolle, keine Beschäftigungspolitik. Diesen Rahmen wieder einzuführen, würde eine Reform des Strafgesetzbuchs erfordern und würde mit Artikel **25** der Verfassung kollidieren, der Zwangsarbeit verbietet.

Wirtschaftlich hält die Idee nicht stand: Spanien hat eine Arbeitslosenquote von **11,2 %** (EPA, viertes Quartal 2024), aber das Problem ist nicht fehlender Arbeitswille, sondern die Struktur des Arbeitsmarktes. Beschäftigung in Strafe zu verwandeln, schafft keine Arbeitsplätze.

## Internationale Isolation als Kostenfaktor

Die Botschaft setzt auf eine EU mit **Le Pen** in Frankreich, einer starken **AfD** in Deutschland und **Meloni** in Italien, um Isolation zu vermeiden. Das ist eine Wette, die ignoriert, dass diese Regierungen, einmal an der Macht, ihre Rhetorik in Brüssel gemäßigt haben. Meloni regiert seit **2022** und hat die Beziehungen zur EU nicht abgebrochen. Le Pen verlor die Parlamentswahlen **2024**. Die variable Geometrie Europas funktioniert nicht als Klub ideologischer Verbündeter.

Mit **200 Sitzen** – die Zahl, die in der Botschaft genannt wird – lässt sich die Verfassung in manchen Punkten reformieren, aber keine Grundrechte außer Kraft setzen. Parlamentarische Arithmetik ist keine juristische Straflosigkeit.

## Harte Hand auf der Straße: der Kostenfaktor Image

Polizeieinsätze gegen Demonstrationen haben messbare wirtschaftliche Kosten: Tourismus, ausländische Investitionen, Verbrauchervertrauen. Italien verschärfte unter Meloni die Strafen für Krawalle auf bis zu **5 Jahre Haft** und Geldstrafen von **20.000 Euro**. Es ist ein Modell, das existiert und angewandt wird. Die Frage ist, ob Spanien es importieren will oder ob die Debatte nur Wirtshausrhetorik ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (10 Antworten).

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