Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanien: Forum diskutiert über Wahlbeteiligung und Briefwahl
Nutzer spekulieren über 50 % persönliche Stimmabgabe und 30 % per Briefwahl oder CERA und scherzen über eine Wahlbeteiligung von 105 %.
Die Erzählung der Rekordbeteiligung kollidiert mit der Briefwahl
Die Zahl, die als großer Erfolg der Legislaturperiode verkauft werden soll, findet sich weder auf Kundgebungen noch in Umfragen: Sie liegt in der Wahlurne. Die These, die kursiert, lautet, dass diese Wahl die höchste Beteiligung der jüngeren Geschichte erreichen könnte – und dass dieses Verdienst dem Regierungschef gebührt. Das Problem: Die Schlagzahl –weitere 30 % der Stimmen per Briefwahl oder über die CERA– wird nicht als Anomalie dargestellt, sondern als Ausdruck der Zeit: Mobilität und Digitalisierung der Verwaltung. Manche kaufen es. Andere glauben es schlicht nicht.
Das Gespräch beginnt mit einer unbequemen Ironie: Dieselben, die vor vier Jahren aus Überzeugung die Wahl boykottierten, stürzen sich jetzt ins Wahllokal. Die einen, weil sie fürchten, dass eine absolute Mehrheit der Rechten den Sozialstaat abbaut. Die anderen, weil sie im Bewohner von La Moncloa (Amtssitz des spanischen Ministerpräsidenten) eine Gefahr für die Demokratie sehen. Das Fest der Memokratie genießend, mit Angst, aber wählend.
Warum die Briefwahl die Beteiligung in die Höhe treibt
Das offizielle Argument ist einfach: Die Verwaltung ist digitalisiert, die Menschen sind mobiler, und die Briefwahl ist keine Seltenheit mehr, sondern Routine. Nach dieser Logik wäre eine 50-prozentige persönliche Beteiligung plus weitere 30 % per Briefwahl und CERA das normale Bild einer modernen Demokratie.
Die skeptische Lesart ist eine andere. Wenn der Anteil der Stimmen, die am Wahltag nicht durch die Urne gehen, so abrupt steigt, lautet die Frage nicht, ob mehr Menschen wählen, sondern wer wählt und wie ausgezählt wird. Es gibt keine formale Anschuldigung, nur Misstrauen. Dasselbe Misstrauen, das zu scherzhaften Prognosen von 105 % Beteiligung führt.
Die PSOE mobilisiert ihre Basis – oder verliert sie aus Scham
Die am häufigsten geäußerte Diagnose: Die PSOE (Spaniens wichtigste sozialdemokratische Partei) geht in diese Wahl mit gespaltener Basis. Langjährige Sozialwähler, so die kursierenden Berichte, wollen diesmal Sánchez nicht wählen. Zur PP, heißt es, würden sie nie gehen. Auch nicht zu VOX. Die Enthaltung erscheint ihnen als einziger würdevoller Ausweg.
Am anderen Ende hat der Wahlaufruf eine unerwartet mobilisierende Wirkung auf die Rechte. Wähler, die Parteien dieses Spektrums wegen ihrer Weichheit bestraft haben, erwägen nun, das kleinere Übel zu wählen, um einen Plan zu stoppen, den sie darin sehen. Die Paradoxie: Sánchez hätte seinen eigenen Gegner mobilisiert.
Enthaltung als Strafe für das System
Die unbequemste These lautet: Niemand sollte wählen. Nicht aus Apathie, sondern um dem System die Schamröte ins Gesicht zu treiben: Wie erklärt sich eine hohe Enthaltung in der viertgrößten Volkswirtschaft des Euro. Der wahre Nichtwähler, so das Klischee, spricht nicht über Politik. Und trotzdem sitzt er hier und gibt seinen Senf dazu.
Die feine Rechnung – wie viel jede Gruppe enttäuschter Wähler wiegt, welcher Prozentsatz zu Hause bleibt und welcher die Partei wechselt – ist das Material, das man auf den ersten Blick nicht sieht. Sichtbar ist das Ergebnis: eine vermeintlich historische Beteiligung und ein Elektorat, das mehr aus Angst als aus Überzeugung wählt.
Und wenn die Rekordbeteiligung kein Erfolg der Regierung wäre, sondern das Symptom dafür, dass niemand mehr jemandem vertraut?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).
Der PSOE soll maximal 100 Sitze haben, interne Umfragen sehen 130. Misstrauen gegenüber Briefwahl und hohe Wahlenthaltung dominieren den spanischen Wahlkampf.
Ein Betroffener bestreitet vor einer Richterin seine Unterschrift bei mutmaßlichem Briefwahlbetrug, während die Frage wächst, ob Stimmenthaltung der PSOE nützt.
Ein viraler TV-Ausschnitt zeigt eine trans Person, die das pro-migrationsfreundliche Narrativ der Linken zur Ceuta-Krise herausfordert. Das Paradoxon hat das Woke-Lager sprachlos gemacht.
Brennende Müllcontainer, Hetzjagden und ein überfallener Anwohner: Die rassistische Gewalt in Ceuta, Spanien, wird über WhatsApp organisiert. Eine Analyse der Krise.