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Spanien: Europäische Preise, niedrige Löhne
Ein verbreiteter Berechnung zeigt: Ein Bruttogehalt von 2.000 € kostet den Arbeitgeber 2.608 €, lässt dem Arbeitnehmer aber nur 1.573 € netto.
Die wahren Kosten Ihres Gehalts: 2.608 € für 1.573 € im Geldbeutel
Warum kosten Lebensmittel, Strom und Miete in Spanien genauso viel wie in Deutschland, während das Durchschnittsgehalt nur halb so hoch ist? Die Frage ist nicht rhetorisch. In der Debatte taucht eine unbequeme Antwort auf: Laut mehreren Teilnehmern sind spanische Arbeitnehmer nicht billiger, weil sie weniger produzieren, sondern weil die Unternehmen hohe Lohnnebenkosten tragen und die Vergütung seit zwei Jahrzehnten real stagniert.
Die Aufschlüsselung eines üblichen Gehalts macht dies deutlich.
Was Ihr Gehalt wirklich kostet
Laut der von einem Forumsteilnehmer zitierten Aufschlüsselung würde ein Arbeitnehmer bei einem Bruttogehalt von 2.000 Euro pro Monat 1.573 Euro erhalten, mit etwa 127 Euro Sozialversicherungsbeiträgen zu seinen Lasten und rund 300 Euro Einkommensteuer (IRPF). Das ist der sichtbare Teil. Der unsichtbare: Der Arbeitgeber müsste 2.608 Euro für dieselbe Stelle ausgeben, da er weitere 608 Euro an Arbeitgeberbeiträgen zur Sozialversicherung zahlt. Die Kosten fast doppelt so hoch wie das Einkommen des Angestellten.
Diese Differenz hat Konsequenzen, so die gleiche Berechnung. Eine Senkung des Arbeitgeberbeitrags von 30,4 % auf 25 % würde etwa 108 Euro pro Monat und Arbeitnehmer sparen. Eine bescheidene Zahl, die aber den Kern des Problems verdeutlicht: Jede Reduzierung erreicht die Tasche nur, wenn das Unternehmen beschließt, sie auf das Bruttogehalt umzulegen – und nichts verpflichtet es dazu.
Das eingefrorene Gehalt seit 25 Jahren: Der Fall des Tischler-Gesellen
Nach dem von einem Teilnehmer geschilderten Fall verdiente ein zweiter Geselle im Tischlerhandwerk vor einem Vierteljahrhundert 1.650 Euro brutto. Heute verdient er 1.700. Fünfzig Euro in fünfundzwanzig Jahren. Seine Abzüge stiegen hingegen von 150 auf 250 Euro, seine Sozialversicherungsbeiträge von 450 auf 715 Euro.
Dies ist das Porträt, das die Paradoxie zusammenfasst: Fast identisches Brutto, immer dünneres Netto, steigende Beiträge.
Europäische Preise mit lateinamerikanischen Löhnen
Der internationale Vergleich ist der Punkt, der viele Forumsteilnehmer am meisten beunruhigt. Sie behaupten, dass in weiten Teilen Westeuropas der Einkaufskorb gleich oder günstiger als in Spanien ist, während vergleichbare Gehälter doppelt oder dreifach so hoch sind. Gleiches Profil, gleiche Aufgabe, gleicher Supermarkt mit einer anderen Sprache auf dem Schild.
Und sie sehen dies nicht als Einzelfall. Analysen deuten darauf hin, dass lateinamerikanische Volkswirtschaften wie Chile, Costa Rica oder Panama bereits mit Spanien bei Vergütungen für qualifizierte Profile gleichziehen oder es übertreffen, mit westlichen Preisen und Gehältern, die vor zehn Jahren noch einer anderen Liga angehörten. Die These vom Billigland wird immer schwerer haltbar.
Hohe Steuern erklären die Kluft nicht vollständig
Ein weiteres häufiges Argument: Hier zahlt man viel und bekommt wenig zurück. Die Daten, die zur Widerlegung herangezogen werden, stammen aus den nordischen Ländern. Dort liegt laut einem Teilnehmer der durchschnittliche Grenzsteuersatz beim IRPF bei etwa 50%, die Mehrwertsteuer bei 25% und rund 30% der Erwerbstätigen arbeiten im öffentlichen Sektor. Norwegen würde einen Grenzsteuersatz von 78% anwenden, wenn man Körperschaftsteuer und Sonderabgaben zusammenrechnet.
Und trotzdem verdienen sie dort das Doppelte. Der Unterschied läge nicht darin, wie viel eingezogen wird, sondern auf wie viele Schultern es verteilt wird und mit welchen Gehältern. In Spanien liegt die Erwerbsquote bei 59%, was bedeutet, dass weniger Menschen denselben Ausgabenstrom stemmen müssen. Der argentinische Fall zeigt die andere Seite: Mit der Hälfte der Arbeiter im Schwarzsektor tragen jene, die einzahlen, eine erdrückende Last.
Warum Unternehmen sagen, sie können nicht mehr zahlen
Das Gegenargument hat Zahlen. Die zitierten Daten für einen der größten Einzelhandelsunternehmer Spaniens: 38 Milliarden Euro Umsatz und 1,3 Milliarden Euro Gewinn. Eine enge Marge, so das Argument, um Gehälter schlagartig zu verdoppeln. Hinzu kommt, dass das Produktionsgewebe aus KMU mit knappen Margen besteht, dichter Bürokratie und Hindernissen bei der Eröffnung einer Werkstatt im Gewerbegebiet.
Diese Diagnose erklärt, warum die Löhne nicht steigen, aber nicht, warum die Preise es tun. Und hier prallen die beiden Strömungen frontal aufeinander. Wenn die spanischen Kosten die Erklärung wären, ironisiert ein Forumsteilnehmer, müsste ein Regalauffüller in einem deutschen Supermarkt dreimal so schnell arbeiten. Er verdient dreimal so viel und füllt genau so schnell auf.
Geldschöpfung und das Inflationsargument
Eine dritte Lesart besagt, dass per Dekret erhöhte Löhne nichts nützen, wenn vorher nicht die Geldschöpfung gestoppt wird: Höhere Zahlungen an alle würden die Preise weiter nach oben treiben, das Ergebnis wäre geringere Kaufkraft. Die Überlegung hat buchhalterische Logik und ein praktisches Problem, entgegnen andere: Die Preise sind bereits gestiegen, ohne dass die Löhne mitgezogen haben.
Bei diesen Differenzen könnte man eine regelrechte Steuerrevolte erwarten. Was stattdessen passiert, ist eine endlose Diskussion darüber, ob der Euro, die Produktivität oder der Nachbar schuld ist. Jede Antwort, außer auf die eigene Lohnabrechnung zu schauen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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