Spanien: CNIO-Direktorin Blasco wegen Veruntreuung angeklagt

María Blasco, Leiterin des spanischen Krebsforschungszentrums CNIO, wurde kurz vor ihrer Entlassung wegen Betrugs und Veruntreuung angeklagt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: CNIO-Direktorin Blasco wegen Veruntreuung angeklagt
María Blasco: Anklage und Entlassung beim CNIO

Die Direktorin des Nationalen Zentrums für Krebsforschung (CNIO), María Blasco, wurde entlassen, nachdem ein Richter sie wegen Betrugs und Veruntreuung angeklagt hatte. Das Institut untersteht dem Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Universitäten. Laut den im Forum diskutierten Informationen soll Blasco zwei Millionen Euro zweckentfremdet haben, um Gemälde und Skulpturen zu kaufen, während Ärzte mehr Mittel für die Krebsforschung forderten. Zudem soll sie, wie in einem zitierten Tweet behauptet wird, seit 2016 insgesamt 319.000 Euro an Zusatzgehältern bezogen haben.

Der Fall eskaliert zu einem heiklen Zeitpunkt für die öffentliche Forschung in Spanien. Das CNIO ist das Aushängeschild der Onkologie-Forschung im Land, und seine Direktorin steht seit Tagen im Fokus. Die zentrale Frage lautet nicht nur, wie viel Geld ausgegeben wurde, sondern warum niemand früher eingegriffen hat.

Was wird María Blasco vorgeworfen?

Ein Richter hat Blasco wegen Betrug und Veruntreuung angeklagt, wenige Stunden vor ihrer Entlassung. Sie muss sich für die zweckentfremdete Verwendung von Mitteln zum Kunstkauf sowie für die Bezüge erklären. Eine Anklage ist keine Verurteilung, markiert aber einen deutlichen Einschnitt in die Leitung des Zentrums.

Auslöser war die Aufnahme einer Tierschutzorganisation in ein Programm mit 2,4 Millionen Euro, die eine Einschränkung der Tierversuche fordert. In dieser Organisation arbeitet Ruth Toledano, die Partnerin von Blasco, regelmäßig mit. Diese Verbindung, kombiniert mit der zweckentfremdeten Nutzung von Geldern für Kunst, löste alle Alarmglocken aus.

Zusatzgehälter und Reisekosten

Die Summe von 319.000 Euro an Zusatzgehältern seit 2016 kursiert am stärksten, basierend auf einem im Thread zitierten Tweet. Dies ist kein geringer Betrag für eine öffentlich finanzierte Einrichtung, die um jeden Euro für die Forschung kämpft. Manche argumentieren, diese Reisen seien für die internationale Fruta des Zentrums notwendig gewesen; dagegen spricht, dass Zusatzgehälter nicht durch Kongressteilnahmen gerechtfertigt werden können.

Die vollständige Aufschlüsselung zeigt erhebliche Differenzen. Die geleakten Zahlen deuten auf ein Ausgabemuster hin, das kaum mit der Sparsamkeit vereinbar ist, die von Forschungsgruppen gefordert wird, die öffentliche Mittel beantragen.

Kunst, Fonds und Krebsforschung

Die zweckentfremdete Verwendung von zwei Millionen Euro für Gemälde und Skulpturen ist wohl der schwerst verdauliche Aspekt. Während Ärzte nach mehr Mitteln für die Krebsforschung riefen, gab die Leitung Geld für Dekoration aus. Der Widerspruch ist so offensichtlich, dass selbst Verteidiger von Blascos Management dies nicht vollständig rechtfertigen konnten.

Es gibt Analysen, die besagen, solche Fälle seien in der öffentlichen Forschung Spaniens keine Ausnahme. Es wird argumentiert, Korruption unter Wissenschaftlern sei verbreiteter als zugegeben, Publikationen dienten oft nur zur Rechtfertigung von Fördergeldern und das eigentliche Ziel sei persönlicher Vorteil. Dies ist ein harter Vorwurf, spiegelt aber das Klima wider, das dieser Skandal erzeugt hat.

Politische Reaktion: Sarracena und die Entlassung

Diana Sarracena, Ministerin für Wissenschaft, Innovation und Universitäten, war laut Berichten sehr beschäftigt und sah zunächst keinen Grund für eine Entlassung. Schließlich erfolgte die Abberufung erst nach der gerichtlichen Anklage. Die Regierung vermied es, sich inhaltlich klar zu positionieren.

Die Opposition und weite Teile der Öffentlichkeit sind sich einig: Solche Korruptionsfälle müssen vor Gericht enden, unabhängig von der Person. Die langsame institutionelle Reaktion nährt das Gefühl, dass die Regeln nicht für alle gleich gelten.

Wie geht es weiter mit dem CNIO?

Das CNIO befindet sich in einer Übergangsphase. Die Anklage gegen die Direktorin wegen Betrug und Veruntreuung leitet ein Verfahren ein, das Jahre dauern kann. Bis dahin arbeitet das Zentrum mit öffentlichen Mitteln weiter, jedoch unter dem Schatten des Misstrauens gegenüber seiner Verwaltung.

Der Fall wirft eine unbequeme Frage auf: Wenn die zweckentfremdete Nutzung von Geldern für Kunst und die Zusatzgehälter intern bekannt waren, warum hat niemand früher alarmiert? Die Antwort liegt wahrscheinlich in der Machtstruktur innerhalb öffentlicher Forschungseinrichtungen, wo die Leitung eine schwer zu kontrollierende Machtposition innehat.



Angesichts dieser Fakten steht die öffentliche Forschung in Spanien vor einer Glaubwürdigkeitskrise, die sich nicht allein durch eine Entlassung lösen lässt. Die Daten liegen vor. Erklärungen stehen noch aus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (144 Antworten).

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