Von 2.600€ auf 4.000€: Die Zusatzschicht, die Freunde ablehnen
Ein fest angestellter Arbeitnehmer, von seinem Chef zur Kandidatenvorschlag empfohlen, bietet zwei Freunden eine Nachmittagschicht zu 1.400€ pro Monat an. Keiner akzeptiert. Der Erste ist ein Beamter: Er erhält 2.600€ für einen Sechs-Stunden-Tag, an dem er vier Stunden unterrichtet, um 14:30 Uhr geht und nichts von Nachmittagen hören will. Der Zweite ist 45 Jahre alt, lebt bei seinen Eltern und arbeitet halbtags morgens. Ein dritter Freund gibt in einem anderen Fall einen komfortablen Job für 2.000€ im Monat, der mit dem Studium vereinbar war, auf, weil er sich überfordert fühlt. Die Frage, die über diesem Fall schwebt, ist einfach: Ab welcher Summe lohnt es sich, mehrere Jobs anzunehmen?
Auf der einen Seite stehen die Zahlen. Auf der anderen die IRPF (spanische Einkommensteuer), Müdigkeit und die tatsächlichen Kosten jeder zusätzlichen Stunde.
Wie viel behält das Finanzamt vom zweiten Job?
Bei 2.600€ im Monat ist das am häufigsten wiederholte Argument, dass der Steuersatz bereits zu hoch sei, als dass sich zusätzliche Stunden lohnten. Von den 1.400€ der Nachmittagschicht bleiben nach Einbehaltung etwa 900€ netto übrig, laut einer Berechnung, die im Thread kursiert; in anderen Versionen kaum mehr als 800€. Die in der Diskussion wiederholte Zahl ist eindeutig: Ab einem bestimmten Niveau gehen 37% des gesamten Extraeinkommens für Steuern drauf. Es ist kein Einzelfall: Ein Buchhaltungs-Kandidat bekommt 22.000€ jährlich angeboten und ahnt voraus, dass Jahresabschlüsse ihn in eine höhere Steuerklasse treiben werden.
Ob zwei Arbeitgeber die Steuererklärung komplizieren, ist umstritten. Gegenüber denen, die dies als zusätzliches Problem sehen, ist die Antwort eines anderen Nutzers kategorisch: Zwei Arbeitgeber sind egal, man zahlt gleich viel. Der Kampf findet also nicht gegen das Finanzamt statt, sondern gegen das Gefühl, mehr zu arbeiten und kaum etwas davon zu merken.
Die Rechnung: 11 Jahre statt 20
Das optimistischste Szenario, vorgeschlagen vom Verteidiger des Plans selbst, geht von einer Ersparnis von 1.000€ monatlich beim aktuellen Gehalt aus. Addiert man die 800€ netto aus dem zweiten Job, stiege die Ersparnis auf 1.800€ im Monat, und eine Wohnung für 240.000€ würde sich von 20 Jahren Wartezeit auf 11 verkürzen. Mit dieser Reduktion in der Hand lautet die Schlussfolgerung, dass es reiche, ein paar Jahre den Gürtel enger zu schnallen. Er fasst es zusammen mit dem alten Sprichwort wer etwas will, muss auch etwas tun.
Dagegen spricht die körperliche Belastung. Die verwendete Analogie ist mechanisch: Wer einem Auto doppelt so viele Kilometer zumutet, bekommt nicht die doppelte Leistung, sondern lässt es früher kaputtgehen. Wer diese Ansicht vertritt, warnt, dass man mit zwei Rudern mit 50 erschöpfter sei als ein Siebzigjähriger. Und er fügt eine Nuance hinzu, die selten diskutiert wird: Ohne Partner, Kinder oder eigenes Zuhause drängt die ökonomische Logik dazu, minimal zu arbeiten, nicht maximal.
Das 600€-Brutto-Interview, das C++, Java und Mathe verlangte
Es gibt Angebote, aber der Markt bestraft. In Málaga taucht ein Vorschlag auf für 600€ brutto für weniger als einen halben Tag, mit Überstunden, die implizit unbezahlt blieben, und einer schwindelerregenden Liste von Anforderungen: Programmierung in C++, Java und Python, Mathematik auf Universitätsniveau, Elektronik, Telekommunikation, Computernetzwerke und perfektes Englisch. Zwei wöchentliche Pendelstrecken von 40 Kilometern reduzierten das Netto, laut dem Kandidaten selbst, auf 500€ oder weniger. Der Kandidat beschloss, sich nicht zu bewerben.
Die Erzählung wird durch zwei weitere Schichten vervollständigt. In Madrid, so heißt es, gebe es viele schlecht bezahlte Jobs angesichts der hohen Lebenshaltungskosten, und die Arbeitslosigkeit bestehe weiterhin. Um etwas Eigenes aufzubauen, sei die verbreitete Diagnose, dass Kosten, Steuern und bürokratische Hürden den Weg bergauf machen. Das Ergebnis ist die Paradoxie, die sich durch den Thread zieht: Es gibt Schichten zu besetzen und gleichzeitig Gründe, sie abzulehnen.
Vom Beamten, der keine Nachmittage kämpft, bis zum Verdienst von 48.000€, der Extras ignoriert
Der öffentliche Dienst funktioniert als Spiegelbild. Ein Sechs-Stunden-Tag, vier Stunden Unterricht, Feierabend am frühen Nachmittag und freie Wochenenden bilden ein Fundament der Bequemlichkeit, das jeder zweite Job gefährdet. Die wiederkehrende Grundvermutung ist, dass der Privatsektor schlechter bezahlt für mehr Stunden und dass Stabilität der eigentliche Lohnbonus geworden ist.
Es ist nicht nur eine Frage niedriger Löhne. Ein kinderloses Paar mit insgesamt 48.000€ netto im Jahr lehnt freiwillige Nachmittagsüberstunden ab: Sind die Bedürfnisse gedeckt, kompensieren 2.000 oder 3.000 Euro mehr im Jahr die Müdigkeit nicht. Ein Nutzer fasst es hart zusammen: Niemand will arbeiten, um zu leben, und deshalb strebe fast jeder danach, vom Staat zu leben. Am entgegengesetzten Ende sagt jemand es unverblümt: Er will nicht arbeiten und sagt es immer lauter.
Eine Schlussfolgerung wiederholt sich im Thread: Das System belohnt die feste Stelle besser als zusätzliche Anstrengung, und wer die Rechnung mit dem Taschenrechner in der Hand macht, findet fast immer einen Grund, Nein zu sagen. Letztendlich, wenn niemand auf der Liste die Nachmittage annimmt, liegt das Problem vielleicht nicht an der Liste der Freunde.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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