Spanien: 98.784 Hektar durch 199 Waldbrände zerstört

In Spanien wurden in diesem Jahr 98.784 Hektar durch 199 Brände vernichtet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Die Médulas sind bedroht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: 98.784 Hektar durch 199 Waldbrände zerstört
Spanien verzeichnet 98.784 verbrannte Hektar: Doppelte Fläche des Jahres 2024

Am Sonntag, an dem alles begann, überquerte das Feuer von Molezuelas de la Carballeda (Zamora) die Grenze zu León mit einer Gewalt, an die sich die Fachleute nicht erinnern konnten. Auf seinem Weg forderte es mindestens zwei Todesopfer – einen Freiwilligen und einen Bewohner aus El Bierzo – und hinterließ laut den Karten des europäischen Satellitensystems Copernicus rund 37.000 Hektar Asche. Es könnte der größte Waldbrand in Spanien seit Beginn der Aufzeichnungen sein und konkurriert in seiner Größe mit den Feuern, die Galicien, Extremadura und Kastilien-León in nur zwei Wochen verwüstet haben. Die nationale Bilanz: 98.784 Hektar verbrannt in 199 Bränden seit Jahresbeginn, mehr als das Doppelte des gleichen Zeitraums von 2024.

199 Brände und doppelte Fläche gegenüber 2024

Die Daten des Europäischen Systems zur Information über Waldbrände (EFFIS) lassen kaum Interpretationsspielraum. Im gleichen Zeitraum von 2024 waren 42.615 Hektar in 219 Bränden abgebrannt. Zwölf Monate später hat sich die betroffene Fläche mehr als verdoppelt. Galicien war am stärksten betroffen, mit über 70.000 Hektar und zwei Feuern, die um den Rekord kämpfen: Der Brand von Larouco mit 18.000 Hektar ist bereits der größte in der Geschichte Galiciens, noch vor dem von Chandrexa de Queixa mit 17.500 Hektar.

In Extremadura überschritt der Brand von Jarilla die Marke von 15.000 Hektar und einem Umfang von 155 Kilometern, drang bei Candelario nach Salamanca ein und bedrohte das Valle del Jerte. Laut dem zuständigen Ministerium waren nur 5 % der Kirschbäume der Region betroffen. In León zwang das Feuer von Anllares zur Evakuierung aller sieben Dörfer im Valle de Fornela – mehr als 500 Menschen wurden nach Fabero gebracht – mitten im Biosphärenreservat der Ancares.

  • 37.000 Hektar beim Brand von Molezuelas-León
  • 18.000 beim Larouco-Brand, dem größten in Galicien
  • 15.000 beim Jarilla-Brand, mit 155 km Umfang

Warum brennt der Wald? Von der Aufgabe der Weidewirtschaft bis zu Festnahmen wegen Brandstiftung

Hier gehen die Diagnosen auseinander. Eine Strömung argumentiert, dass der Wald durch die Landflucht voll mit Brennstoff ist: Wiederkäuer wurden auf die Felsen zurückgedrängt, das Unterholz wächst, die Beweidung und die transhumante Viehwirtschaft (traditionelle saisonale Wanderweidewirtschaft) wurden praktisch verboten, und ohne Tiere, die das Gelände freihalten, wartet die Vegetation auf ihren Zündfunken. Ein anderer Teil der Analyse ist sich sicher und zeigt auf menschliches Zutun: Er behauptet, fast alle Brände seien absichtlich gelegt worden, und im Thread werden 25 Personen erwähnt, die wegen Waldbränden festgenommen wurden.

Angesichts beider Narrative gibt es Stimmen, die betonen, dass die offizielle Rhetorik auf den Klimawandel und die sogenannten „Waldbrände der sechsten Generation“ setzt, die sich selbstständig ausbreiten können. Im Thread wird auch eine Nachricht über eine konvektive Säule mit rotierender Bewegung in Boca de Huérgano (León) verlinkt, die Luft ansog und Sekundärherde erzeugte. Parallel kursieren Versionen, die die Brände auf einen Plan zurückführen, Boden für die Installation von Wind- oder Solarparks freizugeben. Dies sind Hypothesen ohne jegliche Überprüfung.

Die Médulas und die römischen Kanäle unter Beschuss

Das Feuer erreichte eine Landschaft, die nicht nur Wald ist. Die Médulas in El Bierzo sind UNESCO-Welterbe und eine Kulturlandschaft, die von den Römern geformt wurde. Geologen der Universität León, angeführt von Javier Fernández Lozano, warnen, dass der thermische Schock der Flammen die römischen Kanäle erodieren kann, die Teil des Enklave sind.

Nicht alle sind sich über das Ausmaß einig. Manche behaupten, kein Kulturerbe-Element sei verbrannt und der tatsächliche Schaden sei forstwirtschaftlicher und landschaftlicher Natur. Die Diskussion ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen. Im Norden Extremaduras war die Garganta de los Papúos – ein Bade- und Canyoning-Gebiet mit Umwelt- und Tourismuspotenzial – kurz davor, ebenfalls betroffen zu sein.

Was nach dem Feuer kommt: Schlamm, Hochwasser und weniger Wasser

Ein verbrannter Wald ist nicht nur Asche. Durch den Verlust der Fähigkeit, Regenwasser zu speichern, können die ersten starken Herbstgewitter zu Überschwemmungen, schwarzen Schlammlawinen und Erdrutschen führen, wie in einer Nachricht im Thread gewarnt wird. Die Notlage dieses Sommers wird über Jahre hinweg weitere Notlagen nach sich ziehen, eine Rechnung, die selten in die offizielle Bilanz eingeht.

Die Liste dessen, was gerettet wurde, ist kurz und teilweise dem Zufall geschuldet. Die Kastanienwälder von Hervás blieben verschont, außer in den höheren Lagen. Die Buchenwälder nahe den Picos de Europa überlebten, weil der Wind die Richtung wechselte. Bei Südwind wäre das Ergebnis anders gewesen.

Es bleibt eine Zahl, die nicht ins Bild passt. Wie ein Teilnehmer anmerkt, kann ein verbrannter Wald viel früher wieder jung nachwachsen, als das Katastrophenbild suggeriert, und der Wald wurde früher – mit Reisig, Holz und Öfen – viel intensiver genutzt als heute. Spanien verzeichnet die doppelte Menge an verbrannter Fläche wie im Vorjahr, ohne entschieden zu haben, ob sein Wald ein Problem des Klimas, des Managements oder von jemandem mit einem Streichholz ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (241 Antworten).

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