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Spanien: 379 Stellen im Gefängniswesen mit 47.000 € Gehalt
Die baskische Regierung besetzt 379 Gefängnisposten mit rund 47.000 € Jahresgehalt; Baskisch ist nur Bonus, Fitness-Tests sind Pflicht.
Spanien: 379 Stellen im Gefängniswesen mit 47.000 € Gehalt
Die baskische Regierung hat ihre erste große Ausschreibung für den Justizvollzug gestartet: 379 Stellen in der Assistenzklasse des Strafvollzugs, bekannt als "Agentes de control de la convivencia" (Kontrollbeamte für das Zusammenleben), mit einem Bruttojahresgehalt von rund 47.000 Euro. Die Bewerbungsfrist endet am kommenden Donnerstag. Es ist das erste Auswahlverfahren, das die autonome Regierung seit der Übernahme der Zuständigkeit für die Gefängnisse im Jahr 2021 durchführt. Zwei Neuerungen haben die Branche aufgemischt: Keine Stelle verlangt Baskischkenntnisse, aber alle erfordern das Bestehen eines ausschlaggebenden Fitnesstests, was in den baskischen Haftanstalten bisher unüblich war.
Anforderungen der Ausschreibung: 95 Prüfungspunkte und drei Fitness-Tests
Das Verfahren gliedert sich in zwei Phasen. Die erste ist die schriftliche Prüfung: eine theoretisch-praktische Klausur, die bis zu 95 Punkte einbringt, plus ein nicht ausschlaggebender psychologischer Test mit 5 Punkten. Danach folgen die körperlichen Übungen, die nur mit "bestanden" oder "nicht bestanden" bewertet werden und keine Punkte zum Gesamtergebnis beitragen. Hier wird es streng: Ein Geschicklichkeitsparcours muss von Männern in 20,5 Sekunden und von Frauen in 24,5 Sekunden absolviert werden, ein Kilometer unter 4 Minuten (bei Frauen 4:40) und Bankdrücken mit 35 bzw. 25 Kilogramm bei mindestens 23 bzw. 19 Wiederholungen in 45 Sekunden. Quellen berichten, dass der Geschicklichkeitstest die schwierigste Hürde sei.
Baskisch bringt 14,5 Punkte, ist aber keine Voraussetzung
Keiner der 379 Posten wurde sprachlich profiliert. Beherrschung der Sprache zählt als Bonus: bis zu 14,5 zusätzliche Punkte. Dabei erhalten B2, C1 und C2 exakt dieselbe Punktzahl, während B1 mit 10,15 Punkten gewertet wird. Der Kontrast zu anderen autonomen Ausschreibungen ist deutlich: Bei der letzten OPE der Ertzaintza (baskische Polizei) waren die 150 Stellen sprachlich festgelegt, und für 120 davon war die Frist zur Erlangung des Titels bereits abgelaufen, was einen vorherigen Nachweis verpflichtend machte. In der Bewertungsphase bringen Berufserfahrung bis zu 27 Punkte und Kurse sowie FP-Abschlüsse (berufliche Bildung) bis zu 18 Punkte. Universitätsabschlüsse geben keine Punkte.
Gewerkschaft ELA klagt gegen die Bedingungen: Diskriminierung durch Baskisch und Fitness-Tests
Die Gewerkschaft ELA hat in einer internen Mitteilung angekündigt, die Ausschreibungsbedingungen anzufechten, weil sie "das Baskische nicht ausreichend würdigen" und "diskriminierende" Fitnesstests vorsehen. Sie kritisiert zudem, dass B2 und C2 gleich bewertet werden, und verurteilt den ausschlaggebenden Charakter der Übungen. In der anschließenden Debatte argumentieren einige, dass Baskisch, obwohl es nicht vorgeschrieben ist, praktisch wie eine versteckte Voraussetzung wirkt. Andere unterstützen den Fitnesstest als notwendige Anforderung für den Job, während wieder andere infrage stellen, warum die Normen für Männer und Frauen unterschiedlich sind.
Warum verlassen Beamte die baskischen Gefängnisse
Die Ausschreibung steht im Zeichen von Personalproblemen. Seit der Übernahme der Zuständigkeit haben viele Beamte die baskischen Einrichtungen über Versetzungsverfahren verlassen, um in Gefängnisse in der Nähe ihrer Wohnorte zu wechseln. Viele stammten ursprünglich aus dem Baskenland selbst. Justizquellen nennen einen weiteren Grund: Mit dem Ende der ETA-Bedrohung wurden langjährige Arbeitsvorteile für Beamte in baskischen Haftanstalten gestrichen. Um Lücken zu füllen, schreibt die baskische Regierung seit 2022 Vertretungsstellen aus. Laut Quellen üben inzwischen mehr befristete Kräfte diese Tätigkeiten aus, als in dieser OPE dauerhaft besetzt werden sollen. Man erwartet, dass sich viele von ihnen bewerben, um eine feste Stelle zu sichern.
Ein Teilnehmer erinnerte an das alte Lied des Gefängniswärters, "No te tardes que me muero" (Zögere nicht, sonst sterbe ich). Für mehrere Kommentatoren geht es nicht darum, ob Baskisch Voraussetzung ist, sondern wie stark es die Endnote beeinflusst. Die Frist endet am Donnerstag, und die Klage der Gewerkschaft ist vorerst nur angekündigt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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