SpaceX explodiert an der Börse: 20% Kursanstieg am ersten Tag
SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, ist an der Börse gestartet. Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar pro Aktie. Am ersten Handelstag stieg der Kurs um mehr als 20%, erreichte ein Tageshoch von 168 Dollar und schloss nahe bei 169. Der Börsengang (IPO) war stark überzeichnet: Privatanleger erhielten im Durchschnitt nur 19% der bestellten Aktien. Wer für 100.000 Dollar zeichnete, bekam lediglich Aktien im Wert von 19.000 Dollar. Diejenigen, die später auf dem Sekundärmarkt einstiegen, sahen sich mit einer extremen Volatilität konfrontiert.
Die vier Säulen von Musks Geschäftsmodell
Über die Raketen hinaus ist SpaceX ein Konglomerat mit vier Kernbereichen. Starlink, das Satelliten-Internet, ist der einzige Bereich, der bereits Gewinne abwirft und den Großteil des Umsatzes ausmacht. Starship dominiert dank NASA-Verträgen und wiederverwendbaren Raketen den Startmarkt. Hinzu kommen Grok, eine KI der dritten Generation, sowie zwei riesige Datenzentren, die an Anthropic vermietet werden, um Claude zu trainieren. Der KI-Bereich verbrennt jedoch wie alle anderen in dieser Branche Geld.
Vergleiche mit Terra und systemisches Risiko
Einige Analysen vergleichen den SpaceX-Börsengang mit der Terra-Krise, doch diese Analogie hinkt: Terra war eine Website ohne Geschäftsplan; SpaceX besitzt greifbare Vermögenswerte und hat faktisch ein Monopol bei wiederverwendbaren Starts. Aber die Bewertung von 2,2 Billionen US-Dollar beunruhigt. Würde das Unternehmen ähnlich zusammenbrechen, wären die Folgen für Indexfonds und US-Rentenpläne (401k) verheerend: Die Verluste würden Billionen betragen, weit über denen des Terra-Kollapses.
Intraday-Schwankungen, Zuteilungen und das Spiel der Kleinanleger
Die Volatilität war extrem. Nach Eröffnung bei 135 stieg der Kurs auf 168, fiel auf 160 und kletterte im After-Hours-Handel wieder auf 172. Daytrader wurden durch Bewegungen von 30 Dollar innerhalb weniger Minuten hinweggefegt. Die durchschnittliche Zuteilungsquote von 19% sorgte für Kritik: Broker wie Robinhood gaben jedem Antragsteller nur eine Aktie, während Interactive Brokers mehr zuteilte. Ein Kommentator fasst es so zusammen: "Wer 100k im IPO bestellte, verkaufte nach 30 Minuten und machte 8.000 Euro Gewinn; die Dummen bleiben auf den letzten Euros sitzen".
Was ist SpaceX wirklich wert?
Jenseits des Hypes stellt sich die Frage, ob das Unternehmen selbst mit profitablen Starlink-Einnahmen überbewertet ist. Die Startsparte arbeitet noch defizitär, wenn auch die Verluste im Verhältnis zum Umsatz stehen. Die Investition in KI ist teuer und ihr Erfolg ungewiss. Dennoch sichern die Abhängigkeit von der NASA und dem US-Militär mittelfristig institutionelle Einnahmen. Niemand schließt einen brutalen Kursrückgang aus, sobald der IPO-Effekt verblasst.
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