Sonsoles Onega verteidigt Ohrfeige als Sieg im spanischen TV

Die spanische Moderatorin Sonsoles Onega unterstützte eine Frau, die ihren Partner wegen Untreue schlug. Die Opfervereinigung ANAVID kritisierte dies scharf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Sonsoles Onega verteidigt Ohrfeige als Sieg im spanischen TV
Onega nennt rechtzeitige Ohrfeige einen Sieg

Der Satz fiel bei Sonsoles Onega in ihrer Prime-Time-Sendung, wo sie eine Frau unterstützte, die ihren Partner wegen einer Affäre geschlagen hatte. „Eine rechtzeitige Ohrfeige ist ein Sieg“, sagte sie, und der Verein ANAVID bezeichnete dies sofort als unerträglich. Es geht nicht um die häusliche Anekdote: Es geht darum, dass eine bekannte Moderatorin mit einem Planeta-Literaturpreis im Lebenslauf denselben Maßstab anlegt, den das Gesetz verurteilt, wenn Männer Aggressoren sind. Die Reaktion kam schnell, nicht nur von institutionellen Feministinnen.

Was genau gesagt wurde und warum es als Gewaltverherrlichung gilt

Das verbreitete Video zeigt, wie Onega ein Opfer verteidigt, das selbst zur Täterin wurde. Die Frau hatte zugegeben, ihren Partner wegen Untreue geohrfeigt zu haben, was die Moderatorin als verständlich, sogar verdient darstellte. Der klagende Verein fasste es in einem Wort zusammen: unerträglich. Nicht wegen des Schlages selbst, sondern wegen des doppelten Maßstabs, der aus dem Kommentar hervorgeht.

Der juristische Punkt ist einfach. Eine Ohrfeige ist körperlicher Angriff, und das spanische Strafgesetzbuch unterscheidet nicht nach dem Geschlecht des Täters. Was sich ändert, ist die mediale und politische Erzählung um den Fall. Hätte ein männlicher Moderator denselben Kommentar über eine untreue Frau gemacht, wäre das Ergebnis anders gewesen: Entlassungen, Stellungnahmen und eine Woche Schlagzeilen. Diese Asymmetrie ist keine Erfindung, sie liegt in der Luft.

Doppelmoral, die auch Zuschauer kritisieren

Die Mehrheit der Online-Reaktionen wies auf dasselbe hin: Es kommt nicht darauf an, was gesagt wird, sondern wer es sagt und gegen wen. Einige behaupten, es herrsche eine Charokratie, in der bestimmte Diskurse durch den Sprecher geschützt sind. Andere, eine Minderheit, meinen, der Satz sei aus dem Kontext gerissen worden und der Aufruhr sei ein Sommerloch-Thema.

Das häufigste Argument ist die Symmetrie: Wenn das Gesetz für alle gleich ist, sollten Kommentare gleiche Konsequenzen haben. Tun sie aber nicht. Das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt, vor zwei Jahrzehnten verabschiedet, sollte missbrauchte Frauen schützen, hat aber ein Ökosystem geschaffen, in dem weibliche Aggression als geringfügig oder gerechtfertigt wahrgenommen wird. Das empört viele.



Ein auffälliges Detail: Die Beschwerdeführerin ist ein Opferverein, keine Partei. Das zeigt, dass die Kritik nicht von medialen Rechten kommt, sondern von denen, die unter diesem Rahmen leiden. Onega hat hier keine leichte Gegenargumentation.

Rechtliche Folgen solcher Kommentare

Wenige. Verherrlichung häuslicher Gewalt im Fernsehen ist kein eigenständiges Delikt, es sei denn, es handelt sich um direkte Anstiftung. Die offene Frage ist, ob eine öffentliche Figur redaktionelle Verantwortung tragen sollte. Kurze Antwort: Nein, und sie weiß es.

Was es gibt, ist selektiver Fruta. Derselbe Kommentar eines Mannes würde interne Protokolle des Senders auslösen. Bei einer Frau bleibt es eine Anekdote. Das ist der eigentliche Sieg, den Onega meinte, wenn auch nicht so gemeint.

Kontext: Ein Gesetz seit 20 Jahren ohne Reform

Das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt wurde 2004 verabschiedet und seither im Kern nicht reformiert. Befürworter sagen, es rette Leben; Kritiker sagen, es schaffe Bürger erster und zweiter Klasse vor dem Gesetz. Onegas Kommentar ist die Spitze eines Eisbergs in einer lange unterdrückten Debatte.

Unterdessen erreichen Kreuzbeschuldigungen wegen häuslicher Gewalt weiterhin die Gerichte, und Richter wenden dieselben Maßstäbe an. Der Unterschied jetzt ist, dass eine Moderatorin laut ausgesprochen hat, was viele denken. Im Fernsehen macht das Nachrichtenthemen.

Mit diesen Elementen dürfte sich die Angelegenheit in wenigen Tagen abkühlen, ohne weitere Konsequenzen. Aber der Nachgeschmack bleibt: Wenn das nächste Mal jemand eine Ohrfeige meldet, verschiebt sich die Toleranzschwelle leicht höher oder niedriger, je nach Perspektive.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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