Solarenergie bricht im Juni Rekorde: fast der gesamte Tagesbedarf gedeckt

Solarenergie deckte im Juni 70 % des Tagesbedarfs, doch das Preissystem treibt die Gewinne der Stromkonzerne, während kleine Erzeuger pleitegehen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Solarenergie deckt im Juni fast den gesamten Tagesbedarf: Erfolg oder Verzerrung?

Die Daten von Red Eléctrica (ESIOS) zeichnen einen historischen Juni für die Photovoltaik in Spanien. Während der Sonnenstunden deckte die erneuerbare Erzeugung praktisch den gesamten nationalen Bedarf, sodass sogar Windturbinen abgeschaltet werden mussten, um ein Überangebot zu vermeiden. Die Zahl geht jedoch mit einer Kontroverse über das Preissystem und die Tragfähigkeit des Modells einher.

Die Zahl, die spaltet: GW oder GWh?

Die kursierende Zahl – 30.000 GW erzeugt gegenüber 38.000 GW Bedarf – ist technisch falsch: Es werden Leistungseinheiten (GW) mit Energieeinheiten (GWh) vermischt. Die tatsächlichen ESIOS-Daten zeigen, dass die instantane Solarleistung an vielen Tagen 20 GW überstieg und die im Monat erzeugte Energie bei rund 8.000 GWh liegt. Doch die reißerische Schlagzeile verschweigt ein grundlegenderes Problem: Während der Mittagsstunden deckt Solarenergie mehr als 70 % des Bedarfs, doch nachts bestimmen weiterhin Atomkraft und Gas den Preis.

Das Solargeschäft der Stromkonzerne

Die schärfste Kritik richtet sich gegen das marginalistische Preissystem. Solaranlagen mit nahezu null Grenzkosten erhalten denselben Preis wie Gaskraftwerke – oft über 80 €/MWh –, was außerordentliche Gewinne erzeugt. Die großen Stromkonzerne haben sich mit kostengünstigen Photovoltaikprojekten eingedeckt, die bezahlt werden, als wären sie teure Wärmekraftwerke. Währenddessen wird die Windkraft tagsüber abgeschaltet, weil der Strom fehlt im Überangebot, und manche Solarparks arbeiten bereits mit negativen Preisen und müssen dafür zahlen, ihre Energie ins Netz einzuspeisen.

Speicher: die große Lücke im Modell

Der Tagesüberschuss wird nicht gespeichert. Ohne groß angelegte Batterien geht diese Energie verloren oder wird mit Verlust exportiert. Spanien wird auf dem Weg, Europas Energielieferant zu werden, wie Elon Musk anmerkte, doch die Paradoxa ist perfekt: Wer mittags geschenkten Strom bekommt, zahlt nachts ein Vermögen. Derweil machen Stromsteuern (21 % Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Abgaben) mehr als ein Drittel der Endrechnung aus, wie Verbraucher anmerken.

Prognose mit Vorbehalten

Wenn das Preissystem nicht reformiert und der Speicherausbau nicht beschleunigt wird, könnte der Solarboom in Margen-Kannibalisierung und Pleiten kleiner Erzeuger münden. Das aktuelle Modell, das die Großen mit Überpreisen belohnt, ist zum Scheitern verurteilt. Die entscheidende Frage ist, ob sich die Regierung traut, die Gewinne der Stromkonzerne anzutasten, oder ob sie die Rechnung weiter an den Verbraucher weiterreicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (26 Antworten).

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