Sneaker made in Spain: Diese Marken produzieren noch hier

Camper produziert je nach Modell in Marokko, J'Hayber hat nach Berichten nach China verlagert. Das sind die Marken, die Sneaker noch in Spanien nähen – und was sie kosten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

In Spanien gefertigte Sneaker: Die Marken, die noch übrig sind, und was sie kosten

Gibt es überhaupt noch einen klassischen Sneaker im Vans-Stil, der in Spanien gefertigt wird und nicht ein Vermögen kostet? Es gibt ihn, aber man muss lange suchen und dem Etikett misstrauen. Die Frage stellt jemand, der bereit ist, mehr für hier gefertigtes Schuhwerk zu zahlen und es leid ist, Marken zu sehen, die in Europa entwerfen und in Asien produzieren. Die kurze Antwort: Die Karte der heimischen Sneaker-Produktion ist auf eine Handvoll Namen geschrumpft, und nicht einmal die traditionsreichen Marken garantieren das Siegel.

Camper: spanische Marke, verteilte Produktion

Der erste Mythos, der fällt, ist der von Camper. Das Unternehmen mit Sitz auf Mallorca hält die Produktion in Spanien, aber auch in Marokko, und der Ursprung hängt vom jeweiligen Modell ab. Ein Blick auf die Einlage genügt: Manche finden in einem frisch gekauften Camper-Paar ein „made in Segarro". Das ist kein Einzelfall und keine Fälschung: Es ist die Logik eines Unternehmens, das Werkstätten nach Kosten und Kapazitäten verteilt. Genauso bei J'Hayber, einer traditionsreichen Marke im Sportschuhbereich, die laut Branchenrecherchen einen Teil ihrer Produktion nach China verlagert haben soll. Spanische Marke bedeutet längst nicht mehr spanische Fabrik.

Wo es noch Werkstätten gibt, die hier nähen

Es gibt sie noch. Munich mit Sitz in Barcelona hält die handwerkliche Fertigung von Sportschuhen in der Stadt aufrecht und ist wahrscheinlich die Option, die dem gesuchten Stil am nächsten kommt: klassische Sneaker ohne Schnörkel. Calzados Victoria ist weiterhin in La Rioja tätig, und in Arnedo hat sich ein Schuhzentrum mit Fluchos an der Spitze gebildet – eine Marke, die im El Corte Inglés nicht unter 100 Euro fällt und die, wer sie getestet hat, als äußerst bequem beschreibt. In der Region um Ateca und Brea de Aragón wird New Olympo gefertigt, eine Alltagsvariante mit Nutzern, die in zwanzig Jahren fünf Paare angesammelt haben. Callaghan mit Modellen wie dem „Adapcation" rühmt sich der heimischen Fertigung und einer Haltbarkeit von drei Jahren Sonne, Wasser und Kilometern für 75 Euro. Pikolinos hat seinen Sitz in Elche, doch mehrere Modelle stammen aus ausländischen Werkstätten: Das Unternehmen ist von hier, der Schuh nicht immer.

Das Preisproblem und das Etikettierungsproblem

Niemand erwartet 20-Euro-Sneaker aus Spanien, und die Frage selbst setzt das voraus. Die realistische Untergrenze liegt bei etwa 75 Euro und geht nach oben. Die Beschwerde, die sich durch das Thema zieht, gilt nicht dem Preis, sondern der Intransparenz: Ein halbes Dutzend spanischer Marken veröffentlicht den Ursprung nicht auf ihrer Website, und manche verlangen ein Passwort für den Großhandelskatalog. Der Verbraucher, der heimische Ware kaufen will, treibt Archäologie auf der Einlage. Und da entsteht der unbequeme Punkt: Manche behaupten, der Trend gehe dahin, den halben Schuh im Ausland zu fertigen und hier zu vollenden – so lässt sich die Flagge hissen, ohne ganz zu lügen. Die vollständige Rechnung, welcher Prozentsatz jeder Marke in Spanien genäht wird, steht in keinem Schaufenster.

Die Outlet-Alternative und der lokale Markt

Wer nicht den vollen Preis zahlen will, dem wird immer wieder der Weg zu den Gewerbegebieten empfohlen: Arnedo und Ateca öffnen am Wochenende Outlets, wo Callaghan, Fluchos und italienische Marken mit deutlichen Rabatten auftauchen. Auch die physischen Outlets einiger Ketten reduzieren spanisches Schuhwerk im Schnitt um 20 Euro. Die letzte Ironie: Panama-Jack-Sandalen in der britischen Tochter eines E-Commerce-Riesen günstiger kaufen als im Laden nebenan. Nationale Fertigung, globale Verteilung – und der Käufer jongliert dazwischen.

Am Ende existiert der spanische Sneaker, aber ohne Herkunftsgarantie im Karton. Es gilt, die Einlage anzuheben.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (32 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver