Slums in Madrid: 30 Abrissaktionen, doch die Hütten kommen zurück

Der Madrider Stadtrat hat rund 30 notdürftige Behausungen am Hang der M-30 und in Puente de Vallecas beseitigt. Doch die Siedlungen entstehen wenige Meter weiter neu.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Madrider Stadtrat hat rund 30 notdürftige Behausungen am Hang der M-30 neben der A-2 und am 'Scalextric'-Abschnitt in Puente de Vallecas abgerissen, doch die Siedlungen entstehen wenige Meter weiter neu. Zwischen der Brücke Costa Rica und dem Wertstoffhof in Chamartín halten sich vier oder fünf improvisierte Behausungen.

Slums sind keine Erinnerung aus den sechziger Jahren. In Madrid, nur wenige Gehminuten von der Straße Arturo Soria entfernt, neben der Plaza de José María Soler und zwischen der Brücke Costa Rica an der M-30 und dem festen Wertstoffhof in Chamartín, der vom Stadtrat betrieben wird, hat sich eine improvisierte Siedlung eingerichtet. Vier oder fünf Behausungen aus Habseligkeiten, Resten von Lagerfeuern und Müll. Das ist kein Einzelfall: In dieser Gegend wurden in den letzten Jahren mehrere Siedlungen entdeckt.

## Abrisse, die das Problem nicht lösen

Der Madrider Stadtrat hat rund **30 notdürftige Behausungen** am Hang der M-30 nahe der **A-2** und am 'Scalextric'-Abschnitt von **Puente de Vallecas** beseitigt. Die Maßnahme ist Teil eines kommunalen Plans zur Räumung der Slums rund um die M-30, der am Bahndamm von Ventas begann. Vor Ort sieht das Ergebnis anders aus: Die Hütten werden abgerissen und in der Nähe wieder aufgebaut. So fassen es die Anwohner zusammen.

Den Abstand zwischen Rhetorik und Realität markiert der Kalender. In der **Cañada Real** (eine große informelle Siedlung am Stadtrand von Madrid) wurden vier Hütten abgerissen, wodurch eine Familie mit Kindern und ein junges Paar auf der Straße stehen. Das Muster wiederholt sich: Der Bagger kommt, die Behausung verschwindet und wenige Tage später taucht eine andere hundert Meter weiter auf.

## Leben in einer Hütte an der M-30

Manche wählen bewusst, in diesen Behausungen zu schlafen, obwohl es öffentliche Hilfen gibt. "Das ist besser als ein Sozialzentrum", fasst ein Mensch zusammen, der in den Hütten an der M-30 lebt. Die Aussage ist keine Übertreibung: Sie beschreibt die Kluft zwischen institutioneller Hilfe und dem, was Menschen ohne Obdach tatsächlich vorfinden. Kälte, fehlendes fließendes Wasser und Unsicherheit wiegen weniger als die Freiheit eines eigenen Dachs, selbst wenn es aus Faserzement besteht.

Das Profil ist nicht einheitlich. Obdachlose, Familien, die aus Mietwohnungen verdrängt wurden, und Arbeitnehmer mit Einkommen unterhalb der Wohnungsgrenze leben hier Seite an Seite. Die **M-30** wirkt als unsichtbare Grenze: auf der einen Seite der 'Scalextric' und der Verkehr, auf der anderen der Wertstoffhof und der Platz.

## Slums wachsen um 25 % in einem Jahrzehnt

Das Phänomen beschränkt sich nicht auf Madrid. Die Slums in Spanien haben sich laut Zahlen der sozialen Organisationen in zehn Jahren um **25 %** erhöht, und der Trend hält an. Die Krise von 2008, die Pandemie und die steigenden Mieten haben Tausende Menschen in Notlösungen getrieben. Der **Madrider Stadtrat** räumt die Existenz von Siedlungen ein, doch seine Politik konzentriert sich auf den Abriss und nicht immer auf eine Umsiedlung.

Der Vergleich mit der **Cañada Real** liegt nahe. Dort leben Tausende Menschen unter Bedingungen, die die Justiz als Wohnungsnottstand eingestuft hat. Selektive Abrisse ohne Wohnalternative verlagern das Problem nur wenige Meter, statt es zu lösen. Die Frage, die in der Luft bleibt, ist unbequem: Was passiert mit den Menschen, die an einem Dienstagmorgen mit ansehen müssen, wie ihre Hütte zu Schutt wird?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (7 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver