Silber in Andorra kaufen: Die Mehrwertsteuer lohnt die Reise nicht

Die andorranische Mehrwertsteuer liegt bei etwa 4,5 % und die Geschäfte führen kein Bullion-Lager. Silberkauf in Andorra lohnt sich im Vergleich zu Deutschland oder dem Markt nicht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Silber in Andorra kaufen: Die Mehrwertsteuer lohnt die Reise nicht
Silber in Andorra kaufen ist nicht so günstig, wie es scheint

Die Idee klingt perfekt: über die Pyrenäen fahren, ein Geschäft für Anlagemünzen betreten und mit voller Tasche voller Silberunzen nach Hause kommen, ohne die spanische Mehrwertsteuer zu zahlen. Das Problem ist, dass das Steuerparadies für Silber am Ende nicht existiert. Die andorranischen Geschäfte führen kein Bullion, die Steuerersparnis ist nicht so groß wie gedacht, und die Reise ist auch nicht gratis.

Ausgangspunkt der Anfrage war konkret: einen günstigen Ort finden, um Silber in Andorra zu kaufen, herausfinden, ob man Mehrwertsteuer spart und wie viel Metall man über die Grenze bringen kann. Die Antwort, die sich im Laufe des Gesprächs ergab, ist ernüchternder: Die andorranische Mehrwertsteuer ist nicht null, sie liegt laut vorliegenden Daten bei rund 4,5 %, und dazu kommt noch die Handelsmarge des Händlers. Es ist nicht das Paradies, das sich manche ausmalen.

Die andorranische Mehrwertsteuer ist nicht null

Das erste Missverständnis, das ausgeräumt wird, betrifft die Mehrwertsteuer. In Andorra kommt man um die Steuer nicht herum: Man zahlt einen reduzierten Satz, aber man zahlt. Und dieser Satz, zusammen mit der Marge des Händlers, bringt den Endpreis in einen Bereich, der den Aufwand nicht immer rechtfertigt. Die Rechnung eines erfahrenen Käufers ist klar: Übersteigt der Steuervorteil nicht die Kosten der Reise, hat das ganze Vorhaben keinen Sinn.

Manche halten den wirklich rentablen Weg, Mehrwertsteuer auf Silber zu sparen, für einen anderen: Münzen der Banco de España (der spanischen Zentralbank), die mehrwertsteuerfrei sind und eine garantierte Feinheit von 925 Tausendsteln haben. Das Problem: In den meisten Filialen werden Silbermünzen nicht mehr unter Spotpreis verkauft, nur noch 20-Euro-Münzen. Die offizielle Alternative hat sich zunehmend geschlossen.

Bullion steht nicht in den andorranischen Regalen

Die Recherche eines Gelegenheitskäufers ist aufschlussreich: Nach Anfragen bei sechs andorranischen Juwelieren, Briefmarken- und Münzhändlern antworteten vier, dass sie keine Bullion-Münzen hatten. Eine gab zu, dass es vor zehn Jahren noch Münzen bei der Bank gab. Eine andere hatte nur etwa zwanzig sortierte Münzen zu Sammlerpreisen zwischen 35 und 40 Euro pro Unze. Nichts mit dem Anlagemarket zu tun.

Das Ergebnis ist, dass es abgesehen von der wirtschaftlichen Machbarkeit keine Orte in Andorra gibt, an denen man einige hundert Silbermünzen kaufen kann. Das Angebot ist gering, teuer und auf Sammler ausgerichtet, nicht auf Anleger, die Volumen suchen.

Die Grenze: wie viel man ohne Anmeldung einführen darf

Die Zollgrenze ist ein weiterer Punkt, der geklärt wurde. Die Vorstellung, dass Münzen mit Euro-Nennwert wie die Philharmoniker wegen ihres Nennwerts unkontrolliert passieren könnten, ist falsch. Der Zoll schaut nicht auf den Nennwert, sondern auf den Materialwert. Bei einem Preis von 26,30 Euro pro Unze schrumpft die anmeldefreie Menge auf rund 380 Unzen.

Und die 10.000 Euro, die man ohne Anmeldung einführen darf, sind nicht nur Bargeld: Sie umfassen alles, was in Bargeld umwandelbar ist. Die Grenze ist kein offenes Tor.

Die deutsche Alternative und der Zweitmarkt

Wenn das Ziel Silber zu einem guten Preis ohne die volle spanische Mehrwertsteuer ist, lautet der Tipp Deutschland, mit 7 % Mehrwertsteuer auf Silber, in Geschäften wie Gold-Dreams. Eine andere Option ist der Zweitmarkt des Forums selbst, wo man 12-Euro-Silbermünzen zu Preisen nahe am Spotpreis finden kann.

Die Reise nach Andorra lohnt sich dagegen nur für jemanden, der ohnehin aus Freizeitgründen dorthin fährt und die Gelegenheit nutzt, 200 oder 300 Unzen zu kaufen. Für alle anderen geht die Rechnung nicht auf.



Das Fazit des Gesprächs ist unbequem für die Geschichte vom Steuerparadies: Andorra ist nicht der Ort, an dem Silber günstig ist. Die reduzierte Mehrwertsteuer existiert, aber die Handelsmarge und der fehlende Lagerbestand machen sie zunichte. Die echte Ersparnis liegt an anderen Grenzen – und sicher nicht an denen der Pyrenäen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver